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Chancen und Herausforderungen von polyamoren Familien

Konzepte nicht monogamer Beziehungen

Titel: Chancen und Herausforderungen von polyamoren Familien

Hausarbeit , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Anna Fuß (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden soll es um polyamore Beziehungen gehen. Ziel ist es, spezifische Chancen, aber auch Herausforderungen herauszuarbeiten, die mit polyamoren Familienkonstellationen verbunden sind. Hierfür möchte ich zunächst den Begriff Polyamorie definieren und über Ausprägungen sowie die Verbreitung dieser Lebensform aufklären. Im dritten Kapitel soll es um polyamore Elternschaft gehen, wobei zunächst auf Erkenntnisse über die Kinder und Eltern in diesen Familien eingegangen werden soll, um im Anschluss darauf basierend die spezifischen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch die potentiellen Probleme und Herausforderungen eines polyamoren Familienlebens zu diskutieren. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick.

Das Wort „Polyamorie“ ist ein Neologismus, der sich aus dem griechischen „poly“, was „viele, mehrere“ bedeutet und „amore“, aus dem Lateinischen, was „Liebe“ heißt, zusammensetzt. Die Mischung von griechischen und lateinischen Wörtern spricht gegen die linguistische Tradition, was das Tabu des unkonventionellen Beziehungsmodells widerspiegelt. Unter Polyamorie versteht man „… ein Beziehungskonzept, das es ermöglicht, sexuelle und/ oder Liebesbeziehungen mit mehreren PartnerInnen gleichzeitig einzugehen.“. Essentielle Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten um den nicht monogamen Charakter der Beziehung(en) wissen und damit einverstanden sind. Um dieser Beziehungsphilosophie gerecht zu werden, verlangt es von den beteiligten Personen einen hohen Reifegrad, beachtliche Kommunikationsfähigkeit, emotionale Stärke, viel Toleranz und große Flexibilität. Ganz allgemein, verfolgt das Konzept der Polyamorie die Idee, den Spielraum des Begehrens zu erweitern und liberalisierte Formen der Liebe in Beziehungen zu ermöglichen. Ausgangspunkt ist dabei der Zweifel an dem Bestand und der Sinnhaftigkeit monogamer Vereinigungen. Der Anspruch, allen emotionalen, mentalen, physischen und spirituellen Bedürfnissen seines Partners/ seiner Partnerin gerecht zu werden, erscheint unrealistisch, weshalb Anhänger der Polyamorie in ihr eine Möglichkeit sehen, mehr Bedürfnisse befriedigt zu bekommen und gleichzeitig mehr Bedürfnisse Anderer zu erfüllen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Monogamie – ein Erfolgsmodell?

2. Das Konzept der Polyamorie

2.1 Formen polyamorer Beziehungen

2.2 Verbreitung polyamorer Beziehungen

3. Polyamore Elternschaft

3.1 Kinder in polyamoren Familien

3.2 Eltern in polyamoren Familien

4. Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten

5. Probleme und Herausforderungen

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Polyamorie mit einem besonderen Fokus auf die Konstellation polyamorer Familien. Das primäre Ziel besteht darin, die spezifischen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten sowie die potenziellen Probleme und Herausforderungen zu identifizieren, die mit dieser alternativen Lebensform verbunden sind, wobei der aktuelle, noch defizitäre Forschungsstand kritisch reflektiert wird.

  • Definition und theoretische Einordnung des Konzepts der Polyamorie.
  • Analyse der verschiedenen Formen polyamorer Beziehungsgeometrien.
  • Untersuchung der Lebensrealität von Kindern in polyamoren Familienkonstellationen.
  • Betrachtung von Coming-Out-Prozessen und Stigmatisierungserfahrungen polyamorer Eltern.
  • Diskussion sozioökonomischer Ressourcen und sozialer Netzwerke innerhalb polyamorer Familienstrukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kinder in polyamoren Familien

Die Erfahrungen, die Kinder machen, hängen zum Großteil von ihrem Alter ab. Deshalb teilt Sheff die Kinder in ihrer Studie in drei Altersgruppen ein: Junge Kinder (5-8 Jahre), Tweens (9-12 Jahre) und Teenager (13-17 Jahre). Die Kinder in ihrer Stichprobe waren zum Befragungszeitpunkt alle zwischen 5 und 17 Jahre alt, weswegen keine Daten zu sehr kleinen Kindern vorliegen. Entwicklungspsychologisch ist jedoch davon auszugehen, dass Kinder unter 5 Jahren noch kein Bewusstsein für Sexualität und sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen haben und deshalb keine signifikanten Auswirkungen auf diese zu erwarten wären (Sheff 2014: 136).

Kinder zwischen fünf und acht Jahren sind sich der Besonderheit ihrer Familie gegenüber anderen Familien kaum bewusst und nehmen ihre Familienform als selbstverständlich wahr. Sie betrachten ihre Umwelt durch eine ichbezogene Perspektive und ordnen die Partner/Partnerinnen ihrer Eltern vielmehr ihren Funktionen oder Taten zu, anstatt diese mental als „fester Freund“ oder „feste Freundin“ ihrer Mutter oder ihres Vaters zu kategorisieren. Die sexuelle Interaktion ihrer Eltern mit weiteren Personen ist für Kinder dieser Altersgruppe nicht greifbar und spielt in deren Alltagserfahrungen keine bedeutende Rolle (ebd.: 137).

Die Altersgruppe zwischen 9 und 12 Jahren ist sich der Andersartigkeit ihrer Familien weitaus bewusster als jüngere Kinder und sie verstehen zunehmend, wie die Erwachsenen in ihrem Leben miteinander interagieren und diese Beziehungen zusammenhängen. Ihnen wird auch vermehrt klar, dass sich ihre Familienkonstellationen von anderen Familien in ihrer Umgebung unterscheiden und dass dies Anlass zur Sorge oder Kritik mancher Erwachsener in ihrem Umfeld ist. In diesem Alter beginnt auch die Zeit, in der sich Kinder Gedanken darübermachen müssen, wie sie ihre Familie in der Schule und im Freundeskreis erklären. Sie fragen vermehrt ihre Eltern über ihre Beziehungen und diskutieren mit ihnen darüber, was andere erfahren sollen bzw. dürfen (Sheff 2014: 138).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Monogamie – ein Erfolgsmodell?: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel von der lebenslangen Paarbeziehung hin zur seriellen Monogamie und führt in die Thematik der Polyamorie als alternative Beziehungsform ein.

2. Das Konzept der Polyamorie: Hier wird der Begriff Polyamorie definiert, von anderen Konzepten wie der Polygamie abgegrenzt und die verschiedenen Formen sowie die Verbreitung dieser Lebensweise erläutert.

3. Polyamore Elternschaft: Dieses Kapitel widmet sich der wissenschaftlichen Perspektive auf Eltern und Kinder in polyamoren Familien, wobei insbesondere die Entwicklung der Kinder und die Rolle der Eltern untersucht werden.

4. Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten: Hier werden die positiven Aspekte polyamorer Familienstrukturen diskutiert, wie etwa eine offene Kommunikationskultur, gesteigerte soziale Ressourcen und vielfältige Vorbilder für Kinder.

5. Probleme und Herausforderungen: Dieses Kapitel thematisiert die Stigmatisierung, juristische Unsicherheiten sowie die potenzielle soziale Zurückweisung, mit denen polyamore Familien konfrontiert sind.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und einem Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze zur weiteren Auseinandersetzung mit pluralen Familienformen.

Schlüsselwörter

Polyamorie, polyamore Familien, Monogamie, Beziehungsformen, Elternschaft, Kindesentwicklung, Stigmatisierung, Coming-Out, Familiensoziologie, Beziehungsgeometrie, soziale Ressourcen, Mehrpersonenkomplexität, Identität, Diskriminierung, Familienkonstellationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Lebensalltag von Menschen in polyamoren Familien und untersucht, welche Chancen und Herausforderungen diese alternative Beziehungsform für die Beteiligten mit sich bringt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Polyamorie, die Analyse polyamorer Beziehungsformen, die Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern sowie die gesellschaftliche Stigmatisierung und die rechtliche Situation dieser Familien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu polyamoren Familien zu geben und dabei sowohl die spezifischen Potenziale als auch die Hindernisse einer solchen Lebensführung herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse auf Basis bestehender sozialwissenschaftlicher Studien und qualitativer Erhebungen (wie ethnographische Längsschnittstudien), um das Thema theoretisch fundiert aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Konzept der Polyamorie, die Lebenswelt von Eltern und Kindern in diesen Familien, die daraus resultierenden Entwicklungschancen sowie die Probleme und Herausforderungen (z.B. Stigmatisierung) detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Polyamorie, polyamore Familien, Kindesentwicklung, Stigmatisierung, Beziehungsgeometrie und soziale Ressourcen.

Warum wird Polyamorie oft mit dem Begriff „Poly-Geometrie“ beschrieben?

Der Begriff, geprägt von Elisabeth Sheff, verdeutlicht, dass Polyamorie normativ keine festen Grenzen bezüglich der Anzahl der Partner setzt und daher in einer großen Vielfalt an Konstellationen – von Triaden bis hin zu komplexen Gruppen – auftreten kann.

Welche Rolle spielt das Coming-Out für polyamore Familien?

Das Coming-Out stellt eine zentrale Herausforderung dar, da Eltern häufig befürchten, durch die Offenlegung ihrer Familienform diskriminiert zu werden, was zu einer permanenten Geheimhaltung und daraus resultierendem emotionalem Stress führen kann.

Gibt es juristische Absicherungen für polyamore Familien?

Nein, der Autorin zufolge gibt es in den meisten Ländern derzeit keinerlei juristische Absicherung für multiple Elternschaft oder Mehrfachehen, was die soziale Stabilität und rechtliche Stellung dieser Familien erschwert.

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Details

Titel
Chancen und Herausforderungen von polyamoren Familien
Untertitel
Konzepte nicht monogamer Beziehungen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,00
Autor
Anna Fuß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V369947
ISBN (eBook)
9783668478329
ISBN (Buch)
9783668478336
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alternative Familienformen Polyamorie Pluralisierung der Lebensformen Liebe Partnerschaft Beziehung Chancen Herausforderungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Fuß (Autor:in), 2017, Chancen und Herausforderungen von polyamoren Familien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369947
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Leseprobe aus  19  Seiten
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