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Die Volksdemokratie in Ungarn

Title: Die Volksdemokratie in Ungarn

Presentation (Elaboration) , 2001 , 11 Pages , Grade: 2

Autor:in: Julia C. M. Willke (Author)

History of Europe - European Postwar Period
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Summary Excerpt Details

[...] Ungarn, das zuvor auf der Seite der Deutschen gekämpft hatte, erklärte am 28. Dezember 1944 dem Deutschen Reich den Krieg. Das Waffenstillstandsabkommen mit den Alliierten, unterzeichnet am 20. Januar 1945 in Moskau, verpflichtete Ungarn zum aktiven Kampf gegen die Wehrmacht, beschränkte das Land auf die Grenzen von 1937 und legte die Reparationszahlungen (unter anderem 200 Millionen Dollar an die UdSSR) fest. Es gab in Ungarn zu dieser Zeit die folgenden Parteien: die kommunistische Partei Ungarns (MKP), die Unabhängige Partei der Kleinen Landwirte, Landarbeiter und Bürger (FKGP), die Nationale Bauernpartei (NPP) und die Sozialdemokratische Partei (SZDP). Im Jahr 1945 hatte die MKP 30 000, die FKGP über 900 000, die NPP 170 000 und die SZDP 400 000 Mitglieder. Die FKGP verstand sich als eine bürgerlich-demokratische Partei, sie trat unter anderem für freie Religionsausübung und die Verteidigung des Privateigentums ein. Die NPP war eine radikalsozialistische Organisation des Agrarproletariats. Für eine volksrepublikanische Staatsform und die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien trat die SZDP ein. Der sowjetischen Führung kam ihre „Vorarbeit“ während des Krieges zugute. Mit dem „Prozent-Handel“ des britischen Premierministers Churchills mit Stalin im Herbst 1944, erkannte Churchill die südosteuropäischen Länder (Rumänien, Bulgarien, Ungarn) als der sowjetischen Zone quasi zugehörig an. In der Potsdamer Mitteilung vom 2. August 1945 war nicht mehr die in Jalta verwendete Formel, dass diese Länder „dem Volkswillen“ entsprechende „Regierungen auf dem Wege freier Wahlen“ bilden sollten, enthalten. Die sowjetische Regierung war in allen drei Ländern in den Alliierten Kontrollkommissionen federführend. Sie war mit der Schaffung der Ungarischen Provisorischen Nationalregierung am 7. Dezember 1945 in Debrecen, an der hauptsächlich Linksliberale beteiligt waren, den Westalliierten schon einen Schritt voraus. Außerdem hielt die Rote Armee Ungarn seit Herbst 1944 besetzt. Die UdSSR konnte nun das Schicksal Ungarns maßgeblich (mit)bestimmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Die Ausgangslage 1945

B. Die Übergangsphase 1945-47

C. Die Phase der Konformität 1947-49

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den zunehmenden Konfrontationskurs zwischen den USA und der Sowjetunion im Zeitraum von 1947 bis 1949 und analysiert dabei exemplarisch, wie dieser Prozess die politische und gesellschaftliche Transformation Ungarns hin zur Volksdemokratie unter sowjetischem Einfluss prägte.

  • Die Auswirkungen der internationalen Blockbildung auf Osteuropa
  • Die sowjetische Strategie zur Machtetablierung in Ungarn
  • Die Rolle der "Salami-Taktik" bei der Ausschaltung politischer Opposition
  • Die wirtschaftliche Abhängigkeit Ungarns von der UdSSR
  • Der Übergang zur totalen Konformität und der Einfluss des Stalinismus

Auszug aus dem Buch

B. Die Übergangsphase 1945 – 1947:

Dadurch, dass die Souveränitätsrechte Ungarns durch das Waffenstillstandsabkommen drastisch beschnitten worden waren, wurde dem Kreml der Aufbau eines neuen Regierungsapparates mit Hilfe eingeschleuster, sowjetischer Experten erleichtert. Nach und nach besetzten loyale Kommunisten alle wichtigen Schaltstellen in der Verwaltung, der Armee und der Polizei.

Ab dem 11. September 1945 fanden in London Gespräche wegen der Friedensverträge mit den ehemaligen Feindstaaten statt. Ohne Zustimmung der Westmächte und vor dem Abschluß der Verträge verkündete der sowjetische Außenminister Molotow am 25. September die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und Budapest. Dies verärgerte die Westmächte nicht nur, sondern ließ sie auch erkennen, dass sie über keinerlei Machtmittel verfügten, um ihren Protesten in der Alliierten Kontrollkommission Ungarns Nachdruck zu verleihen. Nun konnte man der Auffassung Stalins, dass die ehemaligen Feindstaaten in Osteuropa bei den Konferenzen von Teheran und Jalta stillschweigend der sowjetischen Hegemonialsphäre zugeordnet worden waren, nicht mehr viel entgegensetzen. Lediglich die Zusage des Kremls in Ungarn freie Wahlen, an denen alle „demokratischen“ Parteien beteiligt sein sollten, zu gestatten, veranlaßte die amerikanische Regierung ihre diplomatischen Beziehungen zu Ungarn auch zu reaktivieren.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Die Ausgangslage 1945: Dieses Kapitel skizziert die politische Ausgangslage Ungarns nach Kriegsende, die durch das Waffenstillstandsabkommen, den Einfluss der Roten Armee und das Machtgefüge der verschiedenen Parteien geprägt war.

B. Die Übergangsphase 1945-47: Hier wird der Prozess beschrieben, wie kommunistische Kräfte durch gezielte politische Taktiken und sowjetische Unterstützung die Kontrolle über Verwaltung und Wirtschaft übernahmen.

C. Die Phase der Konformität 1947-49: Dieses Kapitel erläutert die endgültige politische Gleichschaltung Ungarns nach dem sowjetischen Vorbild sowie die Gründung des Kominform und des RGW als Instrumente der totalen Kontrolle.

Schlüsselwörter

Sowjetunion, Ungarn, Volksdemokratie, Kalter Krieg, Salami-Taktik, Kominform, Marshall-Plan, UdSSR, Stalinismus, politische Gleichschaltung, RGW, Blockbildung, Besatzung, Parteienlandschaft, Nachkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung Ungarns in den unmittelbaren Nachkriegsjahren und wie das Land durch den wachsenden Ost-West-Konflikt vollständig unter sowjetischen Einfluss geriet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Blockbildung, der Ausschaltung politischer Gegner in Ungarn und der tiefgreifenden wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Umgestaltung nach sowjetischem Muster.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess Ungarns von einer jungen Nachkriegsdemokratie hin zu einem stalinistisch geprägten Satellitenstaat der Sowjetunion zwischen 1947 und 1949 nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit verwendet eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Ausgangslage, der schleichenden Machtübernahme (Übergangsphase) und der anschließenden totalen Konformität unter Einbeziehung der internationalen geopolitischen Rahmenbedingungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Volksdemokratie, Salami-Taktik, sowjetische Hegemonie, Marshall-Plan-Ablehnung und die politische Gleichschaltung der osteuropäischen Staaten.

Was ist die sogenannte "Salami-Taktik" im Kontext dieser Arbeit?

Die Salami-Taktik beschreibt das Vorgehen der ungarischen Kommunisten, die politische Konkurrenz – insbesondere die FKGP – durch stetige Schikanen, Verleumdungen und erzwungene "Selbstreinigungen" schrittweise zu schwächen und zu entmachten.

Wie reagierte die Sowjetunion auf den Marshall-Plan in Ungarn?

Die Sowjetunion verhinderte die Teilnahme Ungarns am Marshall-Plan, da Stalin darin einen Versuch der USA sah, den sowjetischen Einflussraum zu destabilisieren und Europa in einen "kapitalistischen Westen" und einen "sozialistischen Osten" zu spalten.

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Details

Title
Die Volksdemokratie in Ungarn
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Course
Der Aufstieg der UdSSR zur Weltmacht
Grade
2
Author
Julia C. M. Willke (Author)
Publication Year
2001
Pages
11
Catalog Number
V36939
ISBN (eBook)
9783638364355
Language
German
Tags
Volksdemokratie Ungarn Aufstieg UdSSR Weltmacht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia C. M. Willke (Author), 2001, Die Volksdemokratie in Ungarn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36939
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