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Die Behandlung neurologisch erkrankter Erwachsener mit den kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti

Ergotherapeutische Erkenntnisse

Title: Die Behandlung neurologisch erkrankter Erwachsener mit den kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti

Intermediate Diploma Thesis , 2005 , 31 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Gunda Wolter (Author)

Health - Physical Therapy / Occupational Therapy
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Summary Excerpt Details

Die Zahl der Personen, die jährlich einen Schlaganfall bzw. eine transitorisch ischämische Atacke (TIA) erleiden, nimmt stetig zu. Derzeit ereignen sich in der Gesamtbevölkerung in Deutschland rund 165 000 neue Schlaganfälle pro Jahr. Weit über die Hälfte sind danach pflegebedürftig und auf fremde Hilfe angewiesen. In der Altersgruppe der über 60-jährigen ereignen sich rund 80 % aller Schlaganfälle. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird mit einer jährlichen Zunahme der Schlaganfälle von etwa 2 % gerechnet (Kolominsky-Rabas, 2004). Die Betroffenen leiden nach einem Schlaganfall neben Störungen in den Gedächtnisleistungen häufig unter ausgeprägten motorischen Einschränkungen.

Im Fachbereich Neurologie stellen in der Ergotherapie – neben Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Encephalomyelitis disseminata – Patienten nach Schlaganfall die häufigste Behandlungsgruppe dar. Hier stehen neben dem wieder Einüben von ehemals alltäglichen Handlungen wie Körperpflege, An- und Auskleiden, Haushaltstätigkeiten, kognitivem Training auch die funktionelle Aktivierung der motorisch betroffenen Körperseite im Mittelpunkt der therapeutischen Behandlung.
Die in diesem Bereich in der Ergotherapie mittlerweile am häufigsten angewandten Behandlungskonzepte sind die Propriozeptive Neuromuskuläre Fascilitation (PNF), das Bobath-Konzept sowie die kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Dr. Carlo Perfetti.

Das Behandlungskonzept von Prof. Perfetti wurde Anfang der 70er Jahre entwickelt und stellt im Vergleich zum Bobath-Konzept (seit 1943) und dem PNF-Konzept (seit 1946) ein relativ neues Behandlungskonzept dar. Ein bedeutender Unterschied zu den anderen Behandlungskonzepten ist, dass das ‚Perfetti-Konzept’ den kognitiven Fähigkeiten und Prozessen bei der Wiedererlernung von motorischen Leistungen eine wesentliche Bedeutung schenkt und diese intensiv nutzt.

Die Autorin nimmt bezug auf die Entwicklung der Lerntheorie der letzten 100 Jahre und beschreibt dessen Einfluss auf die Erkenntnisse und Entwiclung der kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Perfetti.

Die Besonderheit dieses Behandlungskonzeptes wird verständlich beschrieben und anhand eigener klinischer Erfahrungen sowie mitttels einer Falldokumentation anschaulich ergänzt.




Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lernen

1.1 Lerntheorien allgemein

1.1.1 Der Behaviorismus

1.1.2 Der Kognitivismus

1.2 Lerntheorien im Rahmen therapeutischen Handelns

1.2.1 Die behavioristische Lerntheorie und therapeutisches Handeln

1.2.2 Die kognitive Lerntheorie und therapeutisches Handeln

1.2.3 Theorie zum motorischen Lernen

1.3 Lernen und Plastizität

1.3.1 Plastizität und Aufmerksamkeit

1.3.2 Plastizität und Neurotransmitter

2. Das Perfetti-Konzept

2.1 Lernprozess unter pathologischen Bedingungen

2.1.1 Motorische Pathologie

2.1.2 Störungen der Sensibilität

2.1.3 Neuropsychologische Einschränkungen

2.1.4 Weitere neuropsychologische Einschränkungen

2.2 Behandlungsgrade

2.2.1 Behandlungsgrad I

2.2.2 Behandlungsgrad II

2.2.3 Behandlungsgrad III

3. Erfahrungen aus dem Behandlungsalltag

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die ergotherapeutischen Erkenntnisse in der Behandlung neurologisch erkrankter Erwachsener mittels der kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti. Dabei steht die zentrale Frage im Mittelpunkt, wie durch die bewusste Verbindung von kognitiven Prozessen und motorischen Leistungen die Rehabilitation nach Hirnläsionen effektiv gestaltet werden kann.

  • Grundlagen moderner Lerntheorien und deren Anwendung in der neurologischen Rehabilitation.
  • Die neurophysiologischen Zusammenhänge zwischen Kognition, Bewegung und neuronaler Plastizität.
  • Die spezifische Methodik der kognitiv-therapeutischen Übungen nach Perfetti (Behandlungsgrade I-III).
  • Umgang mit pathologischen Bedingungen wie abnormen Reflexen, Irradiationen und neuropsychologischen Einschränkungen.
  • Praktische Reflexion des therapeutischen Alltags anhand klinischer Fallbeispiele.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Motorische Pathologie

Hierunter fällt jegliche Form von Bewegungseinschränkung, von Plegie bis zur Spastizität. Wobei Prof. Perfetti die Spastizität als ein Symptomenkomplex bezeichnet, das vier verschiedene Komponenten aufweist (Perfetti, S. 79). Diese vier verschiedenen Komponenten spielen eine wesentliche Rolle beim Befund, bei der Behandlungsplanung und der Behandlungsdurchführung. Die vier Komponenten der Spastizität laut Prof. Perfetti sind:

2.1.1.1. Abnorme Reaktion auf Dehnung

Hierbei handelt es sich um das Phänomen, dass bei passiver Bewegung, beispielsweise einer Extremität ein Bewegungswiderstand spürbar wird, ohne dass Kontrakturen o. ä. vorliegen. Es ist eine geschwindigkeitsabhängige, abnorme Reaktion auf Dehnung aufgrund einer niedrigeren Reizschwelle der unter anderem Muskelspindeln. Ursache für diese reduzierte Reizschwelle auf Muskeldehnung ist eine fehlende cortikale Hemmung sowie eine verbliebene Kontrollfähigkeit auf spinaler Ebene (monosynaptischer Reflexbogen).

2.1.1.2. Abnorme Irradiation

Unter Irradiationen wird das Ausstrahlen bzw. das Ausbreiten von muskulärer Erregung verstanden. Irradiationen treten auch bei gesunden Personen auf. Hier haben sie aber einen physiologischen Nutzen und können willkürlich verändert werden, beispielsweise bei Bewegungen gegen Widerstand. Allerdings führen willkürliche Bewegungen bei cerebral verletzten Patientinnen meist zu ungewollten, nicht funktionellen Reaktionen muskulärer Erregung in nahen und entfernten Körperregionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lernen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Lernens, von klassischen behavioristischen Ansätzen bis hin zu modernen kognitiven Lerntheorien und deren Bedeutung für die neurologische Rehabilitation.

2. Das Perfetti-Konzept: Hier werden die Kernelemente des Behandlungskonzepts nach Prof. Perfetti dargestellt, insbesondere der Fokus auf die systemische Einheit von Kognition und Bewegung sowie die verschiedenen Behandlungsgrade.

3. Erfahrungen aus dem Behandlungsalltag: Die Verfasserin reflektiert ihre praktischen Erfahrungen in einer ambulanten Einrichtung und erörtert die Vor- und Nachteile der Anwendung des Perfetti-Konzepts im klinischen Umfeld.

Schlüsselwörter

Ergotherapie, Neurologie, Perfetti-Konzept, Kognitiv-therapeutische Übungen, Motorisches Lernen, Hirnläsion, Neuroplastizität, Spastizität, Irradiationen, Sensibilität, Aufmerksamkeitssteuerung, Rehabilitation, Schlaganfall, Körperwahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit?

Die Arbeit beleuchtet die therapeutische Anwendung der kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti bei neurologisch erkrankten Erwachsenen, speziell bei Patienten nach einem Schlaganfall.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Lernens, die neurophysiologischen Mechanismen der Plastizität und die praktische Umsetzung der Perfetti-Methode in der klinischen Ergotherapie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Nutzen aktiver kognitiver Prozesse für die motorische Wiedererlernung darzustellen und kritisch zu reflektieren, wie diese Übungen im therapeutischen Alltag eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu Lerntheorien und Neurophysiologie sowie einer Fallstudie, die den praktischen Behandlungsverlauf einer Patientin dokumentiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Perfetti-Konzepts, die Analyse pathologischer Bedingungen wie Spastizität und Neglect sowie die Beschreibung spezifischer Behandlungsgrade.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Perfetti-Konzept, motorische Rehabilitation, Neuroplastizität und die therapeutische Arbeit mit kognitiven Arbeitsinstrumenten charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Perfetti-Konzept von anderen Ansätzen?

Im Gegensatz zu rein reflexbasierten Ansätzen betont das Perfetti-Konzept die Notwendigkeit, dass Patienten ihre eigenen kognitiven Fähigkeiten zur Steuerung von Bewegungen und zur Wahrnehmung intensiv einsetzen.

Welche Rolle spielt die Motivation für den Behandlungserfolg?

Die Autorin betont, dass hohe Patientenmotivation und ein gezielter Schwierigkeitsgrad der Übungen essenziell sind, um Frustrationsschwellen zu überwinden und nachhaltige motorische Lernprozesse zu fördern.

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Details

Title
Die Behandlung neurologisch erkrankter Erwachsener mit den kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti
Subtitle
Ergotherapeutische Erkenntnisse
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf
Grade
1.0
Author
Gunda Wolter (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V36793
ISBN (eBook)
9783638363204
ISBN (Book)
9783638687362
Language
German
Tags
Ergotherapeutische Erkenntnisse Behandlung Erwachsener Prof Carlo Perfetti
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gunda Wolter (Author), 2005, Die Behandlung neurologisch erkrankter Erwachsener mit den kognitiv-therapeutischen Übungen nach Prof. Carlo Perfetti, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36793
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