Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schreibt eine demokratische Staatsverfassung vor. Das bedeutet: eine Demokratie mit parlamentarischem Regierungssystem. Die Regierung soll vom Parlament gesteuert werden und nicht vom Oberhaupt des Staates. Dies war die Leitidee bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Somit sollte sich die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg klar von der Demokratie der Weimarer Republik unterscheiden.
Des Weiteren sieht das Grundgesetz einen starken Bundeskanzler und einen schwächeren Bundespräsidenten als Staatsoberhaupte vor. Somit wurde mit der Regierung des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer in den 1950er, der Begriff der „Kanzlerdemokratie“ geboren. Im Rahmen dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Fragestellung, ob die Bundesrepublik Deutschland als eine Kanzlerdemokratie zu definieren ist. Hat der Bundeskanzler wirklich eine herausgehobene Position oder ist er nur ein Teil der politischen Prozesse, wie andere Akteure auch? Die Diskussion über die Machtverhältnisse im Bundestag ist gegenwärtig. Vor allem ist hierbei die Stellung des Regierungschefs, also die des Bundeskanzlers, gemeint.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserläuterung „Kanzlerdemokratie“
3. Strukturprinzipien der Exekutive auf Bundesebene
3.1 Der Bundeskanzler
3.2 Die Bundesminister
3.3 Das Bundeskabinett
4. Grundlagen der Organisationsprinzipien der Regierung
4.1 Das Kanzlerprinzip
4.2 Das Ressortprinzip
4.3 Das Kabinettsprinzip
5. Gegenüberstellung der Organisationsprinzipien
6. Merkmale der Kanzlerdemokratie nach Karlheinz Niclauß
6.1 Politische Führungskraft des Bundeskanzlers
6.2 Das persönliche Prestige des Bundeskanzlers
6.3 Führung der Regierungspartei
6.4 Gegensatz zwischen Regierungslager und Opposition
6.5 Der Bundeskanzler als Außenminister
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff „Kanzlerdemokratie“?
Er beschreibt ein Regierungssystem, in dem der Bundeskanzler eine herausgehobene Machtposition gegenüber dem Parlament und dem Kabinett einnimmt.
Wer prägte das Bild der Kanzlerdemokratie in Deutschland?
Der Begriff entstand maßgeblich während der Regierungszeit des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer in den 1950er Jahren.
Welche Organisationsprinzipien leiten die Bundesregierung?
Die Regierung basiert auf drei Prinzipien: dem Kanzlerprinzip (Richtlinienkompetenz), dem Ressortprinzip und dem Kabinettsprinzip.
Welche Merkmale definiert Karlheinz Niclauß für eine Kanzlerdemokratie?
Dazu gehören die politische Führungskraft des Kanzlers, sein persönliches Prestige, die Führung der Regierungspartei und seine Rolle in der Außenpolitik.
Wie unterscheidet sich das System vom Weimarer Modell?
Das Grundgesetz stärkte die Position des Kanzlers und schwächte die des Bundespräsidenten, um politische Instabilität wie in der Weimarer Republik zu verhindern.
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- Nermin Gündüz (Author), 2011, Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Kanzlerdemokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367035