Bei der Bundestagswahl 1998 wurde die CDU – nach 16 Jahren - als Regierungspartei abgelöst. Die SPD ging als Wahlkampfsieger hervor und hat in den darauffolgenden vier Jahren zusammen mit der Partei Bündnis 90/Die Grünen die Regierung der Bundesrepublik Deutschland übernommen.
Vielen Sozial- und Politikwissenschaftlern stellt sich hierbei die Frage, wie es zu einem solchen gesellschaftlichen Phänomen, dem Wahlsieg einer Partei oder noch mehr dem Regierungswechsel in einem Land wie der Bundesrepublik Deutschland kommt. Welche Vorgänge müssen in einer Gesellschaft stattfinden, damit ein solches Wahlergebnis erreicht wird?
Im Erklärungsinteresse der Sozialwissenschaften liegen zwar soziale Phänomene jedweder Art, jedoch wird der Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl 1998 im Rahmen dieser Arbeit stellvertretend für eine Vielzahl anderer kollektiver Tatbestände behandelt.
Die soziologische Erklärung - welche Hauptbestandteil dieser Arbeit ist – konzentriert sich hauptsächlich auf die Auseinandersetzung mit dem Zustandekommen gesamtgesellschaftlicher Phänomene, wobei die Betrachtung individueller Entscheidungen und Handlungen wesentlicher Bestandteil dieses Modells ist.
Zur Erklärung individueller Handlungen, insbesondere für Wählerverhalten, stehen wiederum unterschiedliche Erklärungsmodelle zur Auswahl.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- Menschenbilder zur Erklärung von Wählerverhalten
- Der soziologische Erklärungsansatz
- Das Ann-Arbor-Modell
- Der rationalistische Ansatz
- Grenzen der Erklärungsmodelle von Wählerverhalten
- Die sozialwissenschaftliche Erklärung kollektiver Phänomene
- Allgemein
- Das Modell der soziologischen Erklärung
- Der Ablauf einer soziologischen Erklärung
- Erklärung des Wahlsieges der SPD bei der Bundestagswahl 1998 anhand des soziologischen Erklärungsmodells
- Ausblick
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen Erklärungsmodelle von Wählerverhalten im Rahmen der soziologischen Erklärung zu vereinen. Dabei wird der Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl 1998 als Fallbeispiel herangezogen.
- Verschiedene Erklärungsmodelle von Wählerverhalten
- Die Grenzen der einzelnen Erklärungsmodelle
- Das soziologische Erklärungsmodell und seine Anwendung auf kollektive Phänomene
- Die Erklärung des Wahlsieges der SPD 1998 anhand des soziologischen Erklärungsmodells
- Einblick in die Menschenbilder, die den verschiedenen Erklärungsmodellen zugrunde liegen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit der Problemstellung, die den Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl 1998 als Beispiel für ein gesellschaftliches Phänomen betrachtet. Es wird die Frage aufgeworfen, wie solche kollektiven Ereignisse erklärt werden können.
Im zweiten Kapitel werden verschiedene Erklärungsmodelle von Wählerverhalten vorgestellt, darunter der soziologische Ansatz, das Ann-Arbor-Modell und der rationalistische Ansatz. Jedes Modell fokussiert auf unterschiedliche Faktoren, die das Wahlverhalten beeinflussen, wie beispielsweise das soziale Umfeld, psychologische Faktoren oder rationale Abwägungen.
Im dritten Kapitel werden die Grenzen dieser Modelle beleuchtet, da sie einzeln nicht ausreichen, um das komplexe Wahlverhalten der Bevölkerung zu erklären.
Das vierte Kapitel stellt die soziologische Erklärung als ein umfassenderes Modell vor, das die verschiedenen Ansätze miteinander verbindet. Es wird der Ablauf einer soziologischen Erklärung erläutert.
Das fünfte Kapitel wendet das soziologische Erklärungsmodell auf den Wahlsieg der SPD 1998 an, um die Faktoren zu analysieren, die zu diesem Ergebnis geführt haben.
Schlüsselwörter
Wählerverhalten, soziologische Erklärung, Wahlsieg, SPD, Bundestagswahl 1998, Ann-Arbor-Modell, rationalistische Erklärung, kollektive Phänomene, Menschenbilder, soziales Umfeld, politische Prädispositionen, cross-pressures, Parteiidentifikation, Kandidatenorientierung, Problemorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Wie lässt sich der Wahlsieg der SPD 1998 soziologisch erklären?
Die Erklärung kombiniert individuelle Entscheidungen mit gesamtgesellschaftlichen Phänomenen unter Berücksichtigung verschiedener Wählertypologien.
Was ist das Ann-Arbor-Modell des Wählerverhaltens?
Es ist ein sozialpsychologischer Ansatz, der Wahlentscheidungen primär durch langfristige Parteiidentifikation sowie kurzfristige Kandidaten- und Themenorientierung erklärt.
Was besagt der rationalistische Ansatz beim Wählen?
Wähler treffen eine rationale Entscheidung basierend auf dem persönlichen Nutzen, den sie von der Politik einer Partei erwarten.
Was versteht man unter "Cross-Pressures"?
Es bezeichnet Konflikte, wenn ein Wähler verschiedenen sozialen Gruppen angehört, die unterschiedliche politische Erwartungen oder Prädispositionen haben.
Warum reicht ein einzelnes Erklärungsmodell oft nicht aus?
Wahlverhalten ist komplex; soziale Strukturen, Psychologie und rationale Abwägungen greifen ineinander, weshalb integrative soziologische Modelle nötig sind.
- Arbeit zitieren
- Tanja Lorenz (Autor:in), 2002, Wie lassen sich die unterschiedlichen Erklärungsmodelle von Wählerverhalten im Rahmen der soziologischen Erklärung miteinander vereinen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36644