Um zu verstehen, in welchen Punkten die naturalisierte Erkenntnistheorie sich von der traditionellen unterscheidet, werde ich zuerst beide in einem Überblick darstellen. Dabei sollen die Punkte, über die zwischen den Lagern der größte Disput herrscht, besonders herausgestellt werden. Im ersten Abschnitt werde ich also einen Überblick über die traditionelle Position geben und im zweiten Abschnitt einen Überblick über die naturalisierte. Hierbei werden auch die Unterschiede zwischen der radikalen und der gemäßigten naturalisierten Erkenntnistheorie dargestellt werden. Im dritten Abschnitt werde ich dann Kornbliths Position darstellen. Dabei werde ich so vorgehen, dass ich die essentiellen Punkte seiner Theorie nacheinander und ausführlich beschreibe. Dies sind auch die Punkte, die ich diskutieren möchte, und das führt uns zum vierten Abschnitt. Im vierten Abschnitt werde ich die Thesen und die Argumente, die für Kornbliths Theorie wichtig sind, besprechen und diskutieren. Es wird sich hier zeigen, dass jede der Säulen, auf denen seine Theorie steht, entweder gänzlich zu Fall gebracht werden kann oder so sehr geschwächt wird, dass es sehr zweifelhaft ist, ob er seine Position und die Ansprüche, die er mit seiner Theorie zu erfüllen sucht, halten kann. Im fünften und letzten Abschnitt werde ich die Ergebnisse zusammenfassen und beschreiben, welche Schlüsse ich daraus ziehe. Ich werde meine eigene Meinung zum Streit zwischen Traditionalisten und Naturalisten darlegen und begründen.
Inhaltsverzeichnis
- 0. Einleitung
- 0.1. Relevanz des Themas
- 0.2. Plan für den Rest der Arbeit
- 0.3. These
- 1. Traditionelle Erkenntnistheorie. Ein Überblick
- 1.1. Zwei Fragen
- 1.2. Die traditionelle Erkenntnistheorie ist normativ und präskriptiv
- 1.3. Fundamentalismus vs. Kohärenztheorie
- 2. Naturalisierte Erkenntnistheorie. Ein Überblick
- 2.1. Quines 'Replacement-Theory'
- 2.2. Der 'Psychologistic Turn'
- 3. Hilary Kornbliths Naturalisierte Erkenntnistheorie. Eine Beschreibung.
- 3.1. Drei Fragen
- 3.2. Wissen als natürliche Art
- 3.3. Reliabilismus statt Fundamentalismus und Kohärenztheorie
- 3.4. Kornbliths Position zur Normativität und Präskriptivität in der Erkenntnistheorie
- 4. Hilary Kornbliths Naturalisierte Erkenntnistheorie. Eine Kritik
- 4.1. Reliabilismus ist keine Antwort
- 4.2. Wissen als natürliche Art ist keine Antwort
- 5. Schluss
- 5.1. Zwei Alternativen. Ein Dilemma
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der naturalisierten Erkenntnistheorie von Hilary Kornblith. Das Hauptziel ist es, die gemäßigte naturalistische Erkenntnistheorie im Vergleich zur traditionellen Erkenntnistheorie darzustellen und zu analysieren, welche Konsequenzen sie im Hinblick auf die Debatte zwischen Traditionalisten und Naturalisten in der Erkenntnistheorie hat.
- Die Unterscheidung zwischen traditioneller und naturalisierter Erkenntnistheorie
- Die Kritik an der traditionellen Erkenntnistheorie und ihre normative und präskriptive Dimension
- Die Analyse von Kornbliths naturalistischer Erkenntnistheorie, insbesondere seiner Ansätze zu Wissen als natürliche Art und Reliabilismus
- Die Diskussion der Kritikpunkte an Kornbliths Theorie und die Argumentation, dass sie die zentralen Fragen der Erkenntnistheorie nicht ausreichend beantwortet
- Die Erörterung der Bedeutung von Normativität und Präskriptivität für das Verständnis von Wissen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert die Relevanz des Themas, die Struktur der Arbeit und die zentrale These, die besagt, dass der Streit zwischen Traditionalisten und Naturalisten auf einem grundlegenden Missverständnis beruht.
Kapitel 1 bietet einen Überblick über die traditionelle Erkenntnistheorie, insbesondere die zentralen Fragen, die normative und präskriptive Dimension sowie die unterschiedlichen Positionen von Fundamentalismus und Kohärenztheorie.
Kapitel 2 stellt die naturalisierte Erkenntnistheorie vor, beginnend mit Quines 'Replacement-Theory' und dem 'Psychologistic Turn'. Es werden auch die Unterschiede zwischen der radikalen und der gemäßigten naturalisierten Erkenntnistheorie beleuchtet.
Kapitel 3 widmet sich der Darstellung von Kornbliths Position in der naturalisierten Erkenntnistheorie. Die drei zentralen Fragen, die Konzeption von Wissen als natürliche Art und der Reliabilismus als alternative Begründungstheorie werden hier erläutert.
Kapitel 4 analysiert die Kritikpunkte an Kornbliths Theorie. Es wird argumentiert, dass sowohl der Reliabilismus als auch die Konzeption von Wissen als natürliche Art keine befriedigende Antwort auf die zentralen Fragen der Erkenntnistheorie liefern.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Erkenntnistheorie, traditionelle Erkenntnistheorie, naturalisierte Erkenntnistheorie, Hilary Kornblith, Reliabilismus, Wissen, Rechtfertigung, Normativität, Präskriptivität, Fundamentalismus, Kohärenztheorie.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet die traditionelle von der naturalisierten Erkenntnistheorie?
Die traditionelle Erkenntnistheorie ist normativ und präskriptiv (sie fragt, wie wir wissen sollten), während die naturalisierte Erkenntnistheorie Wissen als empirisches Phänomen betrachtet und oft psychologische Erkenntnisse einbezieht.
Was versteht Hilary Kornblith unter „Wissen als natürliche Art“?
Kornblith argumentiert, dass Wissen ein reales Phänomen in der Natur ist, das ähnlich wie chemische Elemente oder biologische Spezies wissenschaftlich untersucht werden kann, unabhängig von rein begrifflichen Analysen.
Welche Rolle spielt der Reliabilismus in Kornbliths Theorie?
Kornblith nutzt den Reliabilismus als Alternative zum Fundamentalismus. Wissen wird hierbei durch verlässliche kognitive Prozesse erzeugt, die in der natürlichen Welt verankert sind.
Was ist die zentrale Kritik an Kornbliths Ansatz?
Kritiker bemängeln, dass der Reliabilismus und die Konzeption von Wissen als natürliche Art die normativen Fragen der Rechtfertigung nicht ausreichend beantworten können und die philosophische Dimension des Wissens vernachlässigen.
Was ist Quines „Replacement-Theory“?
Quine schlug vor, die traditionelle Erkenntnistheorie durch die Psychologie zu ersetzen, da die Suche nach einer absolut sicheren Begründung des Wissens (Fundamentalismus) gescheitert sei.
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- Sebastian Wolf (Autor), 2003, Eine Kritik der Naturalisierten Erkenntnistheorie Hilary Kornbliths, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36553