Das Seminar "Erfolgskontrollen und Prüfungen in der Berufsbildung" steht im Kontext mit einem Umbruch in der Gliederung der Berufsausbildung, der sich seit Jahren durch unser (Berufs-)Bildungssystem zieht. Neue berufliche Aufgaben und Herausforderungen, ein stetig steigendes technisches Niveau und fast täglich Fortschritte und Innovationen in allen Berufszweigen, verlang(t)en von den Auszubildenden Flexibilität und Anpassungsgabe, um in der neuen Berufswelt zu bestehen. Doch nicht nur für Auszubildende wandelten sich die Lerninhalte, auch der Meister und die Ausbilder in Berufsschulen und Weiterbildungseinrichtungen unterschiedlichster Trägerschaften waren davon betroffen. Zuletzt blieb im Rahmen dieser Reformen bei Auszubildenden/ Ausbildern und Prüflingen/ Prüfern nur ein Bereich von Neuerungen weitestgehend verschont – die Prüfungen an sich, der Indikator schlechthin für den Arbeitserfolg beider Seiten. Ein deutliches Zeichen für die Divergenz von Berufsausbildungen und deren Prüfungen waren und sind dabei stets die Zwischenprüfungen, welche im Allgemeinen (zeit-) aufwendig, teuer und damit ineffektiv sind. Folglich werden meist "stumpf" theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten des Prüflings abgefragt, wohingegen die Ausbildungsverordnungen weitaus mehr fordern: Sie wollen, dass der Prüfling zielgerichtet und eigenverantwortlich handelt; Projekte plant, durchführt und kontrolliert; sein eigenes Handeln reflektiert uvm. Kernaussage ist hierbei, dass nicht die Prüfung Ziel und Art der Ausbildung bestimmt, sondern umgekehrt – ändert sich die Berufsausbildung, muss sich die Prüfung (daran orientiert) ebenfalls ändern! Will man nun dieser Anforderungen gerecht werden, hat es in diesem Sinne eine weitläufige Umgestaltung der Abschlussprüfungen zur Folge. Die oftmals programmiert scheinenden Prüfungsteile müssen mehr freien Aufgabenstellungen weichen.Bei all diesen Veränderungen dürften jedoch bestimmte Eckpunkte von Prüfungen nicht verändert werden: Die Bundeseinheitlichkeit der Prüfungen muss weiter gewahrt bleiben, damit deren Ergebnisse auch zukünftig vergleichbar sind und aus "Made in Germany" nicht "Made in Bavaria" wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Definitionen
- 3. Ein Blick über den Tellerrand: Das 360-Grad-Feedback
- 4. Selbstevaluation am Beispiel des Modellversuchs KUS
- 4.1. Entstehung
- 4.2. Konzept
- 4.3. Methoden
- 5. Fazit - Probleme
- 6. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Objektivierung der Selbsteinschätzung von Auszubildenden im Kontext der neu gestalteten handlungsorientierten Berufsausbildung und den damit einhergehenden Veränderungen in der Prüfungslandschaft. Sie untersucht, wie die Selbstreflexion des Auszubildenden in die Leistungsfeststellung integriert werden kann und welche Methoden zur Objektivierung der Selbsteinschätzung eingesetzt werden können.
- Objektivierung der Selbsteinschätzung von Auszubildenden
- Integration von Selbstreflexion in die Prüfungslandschaft
- Methoden zur Selbstevaluation
- Modellversuch KUS
- 360-Grad-Feedback
Zusammenfassung der Kapitel
- 1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar und beleuchtet die aktuellen Herausforderungen in der Berufsausbildung und den daraus resultierenden Veränderungen im Prüfungswesen. Sie führt den Leser in das Thema der Selbsteinschätzung von Auszubildenden und deren Bedeutung für die Objektivierung von Prüfungsergebnissen ein.
- 2. Definitionen: Dieses Kapitel klärt die Begriffe »Objektivierung« und »Selbsteinschätzung« und verdeutlicht die Notwendigkeit eines objektiven Bildes der Selbsteinschätzung von Auszubildenden.
- 3. Ein Blick über den Tellerrand: Das 360-Grad-Feedback: Dieses Kapitel bietet eine Einführung in das 360-Grad-Feedback als ein Instrument zur multidimensionalen Beurteilung von Kompetenzen. Es dient als Vergleichsrahmen für die Betrachtung der Selbsteinschätzung im Kontext des Modellversuchs KUS.
- 4. Selbstevaluation am Beispiel des Modellversuchs KUS: Dieses Kapitel stellt den Modellversuch KUS vor, der sich mit der Selbstevaluation von Auszubildenden beschäftigt. Es beschreibt die Entstehung, das Konzept und die Methoden des Versuchs.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter der Hausarbeit sind: Objektivierung, Selbsteinschätzung, Selbstevaluation, Auszubildende, Berufsausbildung, Prüfungen, 360-Grad-Feedback, Modellversuch KUS.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Selbsteinschätzung in der Berufsausbildung immer wichtiger?
Moderne Ausbildungsverordnungen fordern eigenverantwortliches Handeln und Reflexionsfähigkeit. Die Selbsteinschätzung hilft Auszubildenden, ihren eigenen Lernfortschritt kritisch zu hinterfragen und Projekte selbstständig zu steuern.
Was versteht man unter der „Objektivierung“ der Selbsteinschätzung?
Es geht darum, die subjektive Wahrnehmung des Auszubildenden durch Methoden wie Fremdeinschätzung oder standardisierte Kriterien messbar und mit der Realität vergleichbar zu machen.
Wie funktioniert das 360-Grad-Feedback bei Auszubildenden?
Hierbei erhält der Auszubildende Rückmeldungen aus verschiedenen Perspektiven: von Ausbildern, Kollegen, Mitschülern und durch seine eigene Einschätzung, um ein umfassendes Kompetenzprofil zu erstellen.
Was war das Ziel des Modellversuchs KUS?
Der Modellversuch KUS untersuchte Konzepte und Methoden zur Selbstevaluation von Auszubildenden, um diese systematisch in die Leistungsfeststellung und Prüfungsgestaltung zu integrieren.
Welche Probleme gibt es bei der Selbsteinschätzung in Prüfungen?
Herausforderungen sind die mangelnde Vergleichbarkeit, die Gefahr der Selbstüberschätzung oder -unterschätzung sowie die Schwierigkeit, subjektive Reflexionen in ein bundeseinheitliches Notensystem zu übersetzen.
- Quote paper
- Christian Kunze (Author), 2004, Objektivierung der Selbsteinschätzung von Auszubildenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35986