In dieser Belegarbeit soll die Alterssexualität etwas näher untersucht werden. Gibt es Sexualität im Alter wirklich noch? Und wenn ja, was hat sich dabei verändert und wie wird sie beeinträchtigt?
Um diese Fragen zu beantworten, wird in dieser Arbeit erläutert, wie der Alltag im Alter aussieht, welche Probleme bei älteren Menschen auftreten können, wie sich diese auf das Liebesleben auswirken und welche Unterschiede es zwischen Männern und Frauen gibt. Die Autorin hat das Thema Alterssexualität gewählt, da um den eigenen Blickwinkel durch diese Belegarbeit zu verändern und mehr Verständnis zu entwickeln, um zu dem Thema zukünftig einen besseren Zugang zu haben.
Alterssexualität ist heute noch immer ein Tabuthema in der Gesellschaft. Nicht viele können sich vorstellen, dass Menschen auch im höheren Alter noch sexuell aktiv sind. Doch kommt jeder einmal in dieses Alter. Ein Kollege der Sexualtherapeutin Ann Marlene Henning hatte einmal die Erkenntnis: "Jetzt bin ich einer von denen, mit denen ich niemals Sex haben wollte." Rückenschmerzen, Erektionsprobleme und schlaffe, faltige Haut. Das Buch soll zeigen, wie Sex trotz dieser Probleme Spaß machen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsklärung
2.1 Das Alter
2.2 Die Sexualität
3. Veränderungen des Alltags und des Körpers im Alterungsprozess
4. Sexuelle Aktivität in der zweiten Lebenshälfte
4.1 Beeinträchtigung der Sexualität durch Veränderungen der Hormone
4.2 Beeinträchtigung der Sexualität durch Krankheiten und Medikamente
4.3 Gesellschaftliche Probleme und Erwartungen an die alte Generation
4.5 Sexualität
4.5.1 Bei Männern
4.5.2 Bei Frauen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema Alterssexualität, um aufzuzeigen, ob Sexualität im Alter weiterhin stattfindet, welche Faktoren sie verändern oder beeinträchtigen und wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung auf die Betroffenen auswirkt.
- Physische und psychische Veränderungen im Alterungsprozess
- Einfluss von Hormonveränderungen auf das Sexualleben
- Auswirkungen von Krankheiten und Medikamenten
- Gesellschaftliche Tabuisierung und Erwartungen an Senioren
- Unterschiede der sexuellen Entwicklung bei Männern und Frauen
Auszug aus dem Buch
4.2 Beeinträchtigung der Sexualität durch Krankheiten und Medikamente
Ein enger Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand und der Sexualität besteht vor allem bei den Männern. Frauen dagegen machen ihre sexuelle Aktivität eher häufiger von der Gesundheit ihres Partners abhängig, als von deren eigenen Befinden (vgl. Sydow 1994, S. 19f.).
"Akute Erkrankungen führen meist zu einer Reduzierung der sexuellen Gefühle und Aktivitäten. Sobald die Krise überwunden ist, erwacht in der Regel auch wieder die Sexualität." (ebd.). Es wird allerdings komplizierter, wenn es eine chronische Krankheit ist und sich sehr lange hinzieht; inwieweit die Sexualität dadurch gestört wird, hängt aber von der Art und Schwere ab und wie die Menschen selbst mit der Krankheit umgehen, denn allein schon die Angst vor der Krankheit oder dem Tod kann die sexuelle Lust beeinträchtigen. Hinzu kommt ein ganz anderes Problem, dass die sexuelle Aktivität verringert: Viele der älteren Menschen wissen überhaupt nicht, ob und welche Auswirkungen eine Krankheit oder Operation auf ihr Sexualleben haben kann, bzw. sprechen sie nicht darüber. So kommt es, dass viele nach einem Herzinfarkt zum Beispiel sehr vorsichtig sind und den Geschlechtsverkehr lieber meiden, genauso auch deren Partner, aus Angst eine Verschlimmerung hervorzurufen (vgl. Sydow 1994, S. 20ff.).
Mit den Krankheiten kommen meist Medikamente einher, die die Betroffenen meist täglich zu sich nehmen. Medikamente können jedoch die Libido und die Erektionsfähigkeit der Männer mindern. Medikamente gegen Bluthochdruck können sich sogar auf die Potenzfähigkeit auswirken und zu Impotenz führen (vgl. ebd.). Dieses Problem kann jedoch mit einem anderen Medikament gelöst werden. Nach Rücksprache mit einem Arzt können Potenzmittel (wie Viagra) verschrieben werden und dem Mann dabei helfen, wieder eine Erektion zu bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass der Mann sexuell erregt ist, damit das Mittel wirkt (vgl. Melzer 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Tabuisierung von Alterssexualität in der Gesellschaft und begründet die Motivation für die Untersuchung dieses Themas.
2. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe „Alter“ und „Sexualität“ definiert und theoretisch eingeordnet.
3. Veränderungen des Alltags und des Körpers im Alterungsprozess: Dieses Kapitel beschreibt die allgemeinen biologischen und sozialen Wandlungsprozesse, die das Leben im Alter prägen.
4. Sexuelle Aktivität in der zweiten Lebenshälfte: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die körperlichen, medizinischen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf die Sexualität im Alter.
4.1 Beeinträchtigung der Sexualität durch Veränderungen der Hormone: Der Fokus liegt hier auf hormonellen Umstellungen, insbesondere bei Frauen, und deren körperlichen Folgen.
4.2 Beeinträchtigung der Sexualität durch Krankheiten und Medikamente: Dieses Kapitel erläutert, wie Krankheiten, Medikationen und die Angst vor gesundheitlichen Folgen das Liebesleben beeinflussen.
4.3 Gesellschaftliche Probleme und Erwartungen an die alte Generation: Hier wird der Druck durch soziale Rollenbilder und die eingeschränkte Privatsphäre in Pflegeeinrichtungen diskutiert.
4.5 Sexualität: Dieses Kapitel bietet einen geschlechtsspezifischen Vergleich des sexuellen Erlebens und Verhaltens im Alter.
4.5.1 Bei Männern: Zusammenfassung der hormonellen und physischen Veränderungen im männlichen Sexualleben.
4.5.2 Bei Frauen: Analyse der weiblichen sexuellen Reaktionsfähigkeit und der Auswirkungen von gesellschaftlichen Erwartungen auf die Frau.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Sensibilisierung sowie Aufklärungsarbeit durch die Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Alterssexualität, Sexualität im Alter, Tabuthema, Alternsprozess, Hormonveränderungen, Impotenz, Libido, Soziale Arbeit, Privatsphäre, körperliche Veränderungen, Lebensqualität, Demenz, gesellschaftliche Erwartungen, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Sexualität in der zweiten Lebenshälfte und untersucht, welche Faktoren diese beeinflussen und warum sie oft als Tabuthema behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen biologische Alterungsprozesse, medizinische Einflüsse durch Krankheiten und Hormone sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Verständnis für die Sexualität älterer Menschen zu entwickeln und aufzuzeigen, wie durch Aufklärung Vorurteile abgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Texte zur Alternsforschung und Sexualtherapie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert körperliche, krankheitsbedingte und soziale Hindernisse sowie geschlechtsspezifische Unterschiede in der sexuellen Auslebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Alterssexualität, Tabuisierung, körperliche Veränderungen, gesellschaftliche Erwartungen und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Welche Rolle spielt die Privatsphäre in Pflegeeinrichtungen für die Sexualität?
Die Arbeit stellt fest, dass Bewohner in Pflegeeinrichtungen oft kaum Raum für Intimität haben, was die Auslebung ihrer Sexualität stark einschränkt.
Wie wirkt sich eine Demenzerkrankung auf das Sexualverhalten aus?
Menschen mit Demenz können enthemmtes Sexualverhalten zeigen, wobei die Arbeit empfiehlt, dies durch Zärtlichkeit und gezielte Beschäftigung konstruktiv zu begleiten.
- Quote paper
- Lisa Bartschat (Author), 2015, Sexuelle Aktivität im Alter. Veränderungen und Beeinträchtigungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359169