Die Frage, wie Menschen neue motorische Fähigkeiten ausbilden und Bewegungen erlernen, ist schon lange ein Thema von großem Interesse, ist doch diese Eigenschaft für den Homo sapiens in hohem Maße überlebenswichtig gewesen. Je nachdem, wie Lernen von statten geht und wie die Umwelt mit dem Lernenden agiert, können explizite und implizite Lernvorgänge unterschieden werden.
Besonders wichtig werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse über diese Lernvorgänge und ihre Effektivität im Zusammenhang mit dem Sportunterricht, der Schüler durch und zu Sport erziehen soll. Um diese Ziele des Bildungsplans zu erreichen, stellt sich nun die Frage, wie die Erkenntnisse über implizites und explizites Bewegungslernen effektiv für den Sportunterricht genutzt werden können. Solches Wissen ist für Sportlehrer unabdingbar, um Bewegungslernen (und die mit Sport verknüpften Werte) nachhaltig vermitteln zu können.
Diese Seminararbeit untersucht, wie forschungstheoretische Erkenntnisse zu impliziten und expliziten Lernprozessen im Sportunterricht Beachtung finden können, um eine optimale und vielseitige Bewegungskompetenz bei Schülern herauszubilden. Um diese Frage zu untersuchen, werden zunächst die Definitionsgrundlagen sowie ein Überblick über neuronale Vorgänge beim motorischen Lernen und dem Zusammenhang von Bewusstsein und Motorik gegeben. Daraufhin wird der aktuelle Forschungsstand von impliziten und expliziten Lernvorgängen dargelegt und die Prozesse verglichen, bevor Schlussfolgerungen für den Sportunterricht und die Lehrperson gezogen werden. Zuletzt wird ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlegende Erwägungen
- Definitionen
- Zusammenhänge des Bewusstseins und der Motorik: Die control-based learning theory (COBALT)
- Lernen aus neurowissenschaftlicher Sicht
- Eigenschaften expliziten Lernens und Wissens
- Eigenschaften impliziten Lernens und Wissens
- Fazit: Schlussfolgerungen für den Sportunterricht
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit setzt sich zum Ziel, die Relevanz von impliziten und expliziten Lernprozessen im Sportunterricht zu analysieren. Die Arbeit untersucht, wie forschungstheoretische Erkenntnisse zu diesen Lernprozessen genutzt werden können, um eine optimale und vielseitige Bewegungskompetenz bei Schülern zu fördern.
- Definitionen und Abgrenzung von implizitem und explizitem Lernen
- Der Einfluss von Bewusstsein und motorischen Kontrollprozessen auf das Lernen
- Neurowissenschaftliche Grundlagen des motorischen Lernens
- Zusammenhänge zwischen impliziten und expliziten Lernvorgängen im Sportunterricht
- Praktische Implikationen für den Sportunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und erläutert die Relevanz des Themas im Kontext des Sportunterrichts. Das Kapitel „Grundlegende Erwägungen“ definiert die zentralen Begrifflichkeiten, beleuchtet die control-based learning theory und gibt einen Einblick in die neurowissenschaftlichen Grundlagen des Lernens. In den folgenden Kapiteln werden die Eigenschaften des expliziten und impliziten Lernens im Detail beschrieben und die Prozesse verglichen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themenfeldern implizites Lernen, explizites Lernen, motorisches Lernen, Sportunterricht, Bewegungskompetenz, neurowissenschaftliche Grundlagen, control-based learning theory, Bewusstsein und Motorik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen implizitem und explizitem Lernen?
Explizites Lernen erfolgt bewusst und regelbasiert (man kann erklären, was man tut), während implizites Lernen eher unbewusst und intuitiv durch Übung geschieht.
Welche Rolle spielt das Bewusstsein beim motorischen Lernen?
Zu viel Bewusstsein kann automatisierte Bewegungen stören (Choking under pressure). Theorien wie COBALT untersuchen, wie Bewusstsein und Motorik interagieren.
Warum ist implizites Lernen im Sportunterricht oft nachhaltiger?
Implizit erworbene Fähigkeiten sind meist stabiler unter Stress und werden weniger schnell vergessen, da sie tiefer in den neuronalen Strukturen verankert sind.
Was besagt die Control-Based Learning Theory (COBALT)?
COBALT ist ein Modell, das erklärt, wie verschiedene neuronale Systeme (bewusste und unbewusste) zusammenarbeiten, um motorische Kontrolle und Lernen zu ermöglichen.
Wie können Sportlehrer diese Erkenntnisse nutzen?
Lehrkräfte sollten ein Gleichgewicht finden: Explizite Anweisungen für die Struktur und implizite Lerngelegenheiten (z.B. durch Spielformen), um die Bewegungskompetenz vielseitig zu fördern.
- Quote paper
- Verena Sauer (Author), 2015, Implizites und explizites motorisches Lernen im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358942