In allen Lebensbereichen müssen Entscheidungen getroffen werden, seien es private oder berufliche. Während die meisten Menschen kleinere Entscheidungen in der Regel selbst treffen,
werden mit der Lösung gravierender Probleme besonders in der Politik und Wirtschaft gemäß dem
Vier-Augen-Prinzip oftmals Gruppen von Experten betraut, die nach Erarbeitung und anschließender Beurteilung der möglichen Alternativen einen Beschluss fassen sollen. Jeder soll alle Möglichkeiten durchdenken, und Bedenken äußern, die der Einzelne möglicherweise nicht bedacht hätte, in der Hoffnung, durch die Diskussion solcher Bedenken und Einwände schlussendlich zu der bestmöglichen Lösung zu gelangen.
Dennoch werden sogar in Gruppen kompetenter Entscheidungsträger häufig mangelhafte Entscheidungen getroffen, die schlimme Effekte herbeiführen, hervorgegangen aus Risiken, die zuvor hätten erkannt werden können.
Ein Erklärungsansatz zu diesem Phänomen, dem Gruppendenken nach Janis, wird in dieser Arbeit vorgestellt, eingeteilt in Bedingungen des Zustandekommens, Symptome des Phänomens und dessen Konsequenzen, die als Auswirkungen des Gruppendenkens zu sehen sind. Anschließend wird die Frage behandelt, wie Gruppendenken vermieden werden kann, um in Gruppen bessere Entscheidungen treffen zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Phänomen des Gruppendenkens nach Janis (1972)
- Bedingungen
- Symptome
- Konsequenzen
- Gruppendenken vermeiden
- Hohe Gruppenkohäsion vermeiden
- Strukturelle Mängel umgehen
- Einen provokativen situativen Kontext verhindern
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert das Phänomen des Gruppendenkens nach Irving L. Janis und zeigt auf, wie dieses Phänomen zu fehlerhaften Entscheidungen in Gruppen führen kann. Die Arbeit untersucht die Bedingungen, Symptome und Konsequenzen des Gruppendenkens und gibt anschließend Handlungsempfehlungen, wie Gruppendenken in der Praxis vermieden werden kann.
- Die Bedingungen, die zum Gruppendenken führen
- Die Symptome, die auf Gruppendenken hindeuten
- Die negativen Konsequenzen von Gruppendenken für die Entscheidungsfindung
- Praktische Maßnahmen zur Vermeidung von Gruppendenken
- Die Bedeutung von effektiver Gruppenkommunikation für die Entscheidungsfindung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Phänomen des Gruppendenkens vor und erläutert die Relevanz der Thematik für verschiedene Bereiche des Lebens. Kapitel 2 geht auf die Bedingungen, Symptome und Konsequenzen des Gruppendenkens nach Janis ein. Es werden die Faktoren untersucht, die zum Gruppendenken führen, sowie die Merkmale, die auf das Vorliegen dieses Phänomens hindeuten. Kapitel 3 befasst sich mit der Vermeidung von Gruppendenken und gibt praktische Handlungsempfehlungen, um in Gruppen bessere Entscheidungen treffen zu können.
Schlüsselwörter
Gruppendenken, Janis, Entscheidungsfindung, Gruppenkohäsion, strukturelle Mängel, Symptome, Konsequenzen, Vermeidung, effektive Kommunikation, Entscheidungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Phänomen Gruppendenken (Groupthink)?
Gruppendenken bezeichnet den Prozess, bei dem das Streben nach Harmonie und Konsens in einer Gruppe dazu führt, dass kritische Einwände ignoriert und Fehlentscheidungen getroffen werden.
Wer entwickelte die Theorie des Gruppendenkens?
Die Theorie geht auf den Psychologen Irving L. Janis (1972) zurück, der historische Fehlentscheidungen untersuchte.
Was sind typische Symptome für Gruppendenken?
Dazu gehören die Illusion der Unverwundbarkeit, kollektive Rationalisierungen, Gruppendruck auf Abweichler und die Selbstzensur von Zweifeln.
Wie kann Gruppendenken in Experten-Teams vermieden werden?
Maßnahmen sind das Einsetzen eines "Advocatus Diaboli", das Einholen externer Gutachten, eine neutrale Führung und die Förderung einer offenen Diskussionskultur.
Welche Rolle spielt die Gruppenkohäsion beim Gruppendenken?
Eine sehr hohe Gruppenkohäsion (Zusammenhalt) kann Gruppendenken begünstigen, da die Mitglieder den sozialen Frieden in der Gruppe nicht durch Kritik gefährden wollen.
- Quote paper
- Maximilian Kröhnert (Author), 2015, Effizientere Lösungserarbeitung in Gruppen. Schlussfolgerungen aus dem Phänomen Gruppendenken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356278