Das Ausmaß der, vor allem innerfamiliären sexuellen Ausbeutung von Jungen und Mädchen, wurde erst Anfang der 80er Jahre bekannt, als besonders Frauen, die in ihrer Kindheit Missbrauch erleben mussten, damit an die Öffentlichkeit gingen.
Deshalb müssen es sich unter anderem Eltern, Erzieher und Lehrer zur Aufgabe machen, sich zu informieren, um anhand von schon vorliegenden Ratgebern und präventiven Arbeitsmaterialien, Kindern zu helfen sich vor sexuellen Übergriffen schützen zu können und zu versuchen bei Verdacht oder Gewissheit, Missbrauch aufzudecken und zur Anzeige zu bringen.
Die große Popularität des Internets, besonders auch für Kinder und Jugendliche, ermöglicht es Männern und Frauen, durch einen neuen einfachen Weg mit ihren (potentiellen) Opfern in Kontakt zu treten, perverseste Pornographie zu publizieren oder anzuschauen und dabei völlig unerkannt zu bleiben. Es ist daher wichtig, die vorherrschenden Formen zur Prävention und Erkenntnisse auf der Täterebene aufzuarbeiten und der neuen Gefahrenquelle anzupassen.
In dem Jugendbuch „Kathie.com. Katherine Tarbox – meine Geschichte“ werden die Leser durch eine wahre Begebenheit, mit der schockierenden Wahrheit, wer sich hinter einem „Internet-Freund“ verstecken kann, konfrontiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt des Buches „katie.com“
3. Sexueller Missbrauch von Kindern
3.1 Was ist sexueller Missbrauch?
3.2 Motive und Formen sexueller Gewalt an Kindern
3.3 Ursachen sexueller Gewalt
3.4 Zur Häufigkeit
3.5 Täter und Täterstrategien
3.6 Opfer
3.7 Täter im Netz
4. Prävention
5. Analyse des Buches „katie.com“
5.1 Inhaltliche Analyse
5.1.1Realitäts- und Problemgehalt des Buches
5.1.2 Ursachen und Hintergründe für die Tat
5.1.3 Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven
5.1.4 Prävention
5.2 Stilanalyse – Sprache/Form
5.2.1 Äußere Aufmachung
5.2.2 Struktur und Aufbau des Buches
5.2.3 Sprache
5.2.4 Adressatenbezug
5.3 Didaktisch-methodische Fragestellung
6. Zusammenfassende Bewertung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Jugendbuch „katie.com“ von Katherine Tarbox im Kontext der Thematik sexueller Gewalt gegen Minderjährige zu analysieren und dessen Eignung als didaktisches Mittel im schulischen Kontext zu bewerten. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit das Buch reale Gefährdungsszenarien durch das Internet aufzeigt und zur Prävention bei Jugendlichen beitragen kann.
- Theoretische Grundlagen zum sexuellen Missbrauch an Kindern.
- Die Rolle des Internets als Tatort und Gefahrenquelle.
- Inhaltliche und stilistische Analyse des Romans „katie.com“.
- Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Nutzung des Werkes.
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Sprache
Das Buch ist in einer für Jugendliche angemessenen Sprache geschrieben. Die Sätze sind oft einfache Hauptsätze, manchmal mit einem, selten mit mehreren Nebensätzen. Alle Situationen werden nicht mit Metaphern verschleiert, sondern direkt und realitätsnah beschrieben.
Die Autorin wendet viel Zeit auf, um Dinge, Gefühle oder Geschehnisse in Worte zu fassen. So beschreibt Katie fast über eine ganze Seite, wie lange sie braucht um sich im Bad fertig zu machen. Themen, die für Teenager von Bedeutung sind nennt sie beim Namen: Sie schreibt, wie man sich am besten Pickel ausdrückt, empört sich über die sexuellen Erfahrungen ihrer Mitschüler, beruft sich auf Tipps aus den neuesten Modemagazinen und mäkelt an ihrem Aussehen herum. Vor allem Leserinnen fällt es dadurch leicht sich mit Katie zu identifizieren, ihr Glauben zu schenken und ihre Warnung ernst zu nehmen. Denn sie werden nicht von Eltern, Lehrern oder anderen Erwachsenen, die „ja eh nichts davon verstehen“, bevormundet, sondern werden von einer, die so ist wie sie, auf die Gefahren des Internets aufmerksam gemacht.
Der Missbrauch wird stilistisch besonders hervorgehoben, da es die einzige Passage ist, in der über mehrere Seiten wörtliche Rede verwendet wird. Durch diese beinahe zeitdeckende Beschreibung der Tat wird Spannung erzeugt, denn man bekommt das Gefühl, das Katie in diesem Moment bei Frank ist. Der Eindruck, dass jemand von seinem Missbrauch erzählt verschwindet, der Leser ist plötzlich hautnah dabei. Katies Unbehagen in der Situation, dass unangenehme Gefühl bei Franks Berührungen, rufen in diesem Moment Entsetzen, Angst, Scham, ein mulmiges Gefühl beim Leser, hervor. Man kann so miterleben, was einem leicht selbst passieren kann, wenn man Fremden blind vertraut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen ein und stellt das Jugendbuch „katie.com“ als Fallbeispiel für Internetgefahren vor.
2. Inhalt des Buches „katie.com“: Dieses Kapitel fasst die Handlung des Romans zusammen, in dem ein 13-jähriges Mädchen Opfer einer Internetbekanntschaft wird.
3. Sexueller Missbrauch von Kindern: Es werden wissenschaftliche Definitionen, Motive, Ursachen, Häufigkeit und Täterstrategien bei sexuellem Missbrauch dargelegt.
4. Prävention: Hier wird der Fokus auf primäre und sekundäre Opferprävention sowie spezifische Sicherheitstipps für die Internetnutzung gelegt.
5. Analyse des Buches „katie.com“: Eine detaillierte Untersuchung des Realitätsgehalts, der Stilelemente und der pädagogischen Verwendbarkeit des Buches.
6. Zusammenfassende Bewertung: Die Verfasserin reflektiert ihre Erkenntnisse über die „Täterlobby“ und betont die Notwendigkeit medialer Aufklärung.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Internet, Kinderschutz, Prävention, Opfer, Täterstrategien, Jugendbuchanalyse, Machtmissbrauch, Online-Chatroom, Schuldgefühle, Scham, Internetgefahren, Aufklärung, Adoleszenz, Traumatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Jugendbuch „katie.com“ vor dem Hintergrund der Problematik sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Internet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Missbrauch, den psychologischen Hintergründen, den Täterstrategien im Netz sowie der präventiven Arbeit mit Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine exemplarische Analyse, um zu untersuchen, ob das Buch als Aufklärungsmittel geeignet ist, um Jugendliche vor den Gefahren des Internets zu warnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu den Themen Missbrauch und Prävention, die mit einer inhaltlichen und stilistischen Analyse des Primärwerks verknüpft wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen zum Missbrauch und eine detaillierte Inhalts- und Stilanalyse des Romans „katie.com“.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie sexueller Missbrauch, Prävention, Internetgefahren, Täterstrategien und Opferidentität charakterisieren.
Warum wird im Buch der Täter als „psychisch krank“ bezeichnet?
Die Verfasserin hinterfragt diese Darstellung des Buches kritisch und argumentiert, dass eine solche Klassifizierung den Täter entlasten könnte und Mythen fördert.
Ist das Buch laut Analyse für den Schulunterricht geeignet?
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Buch zwar sehr wertvoll für die private Lektüre ist, für die Arbeit im Klassenverband jedoch andere Werke vorzuziehen sind.
- Arbeit zitieren
- Sonja Thele (Autor:in), 2004, Exemplarische Jugendbuchanalyse des Buches: 'Katie.com. Katherine Tarbox - meine Geschichte'. Zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35497