Die erste Legislaturperiode der rot-grünen Bundesregierung unter dem Bundeskanzler Gerhard Schröder kann als Ausgangspunkt für ein erweitertes Bewusstsein hinsichtlich neuer Herausforderungen und Aufgaben einer gelungenen Regierungskommunikation im 21. Jahrhundert gewertet werden. Diese Arbeit will im Ersten versuchen zu klären, welche praktischen Auswirkungen durch den politisch initiierten Modernisierungsprozess des Informations- und Presseamtes der Bundesregierung zu verzeichnen sind. Wie der Titel anklingen lässt, liegt der Fokus der Analyse auf den digitalen Medien respektive dem Internetangebot der Bundesregierung, das vom Bundespresseamt maßgeblich betreut wird. Und im zweiten gilt es darzulegen, warum eine Umstrukturierung der regierungspolitischen Kommunikation als unabdingbar galt.
Das methodische Vorgehen ist in vier Abschnitte unterteilt: Deskription des politiktheoretischen Hintergrunds und Begriffserläuterungen von Regierungskommunikation, Subsumtion der herausgestellten Charakteristika auf die Arbeit des Bundespresseamtes, Operationalisierung des Modernisierungsprozesses auf zwei Ebenen und Bewertung der behördlichen Neuausrichtung.
Im ersten Kapitel werden wesentliche Merkmale der Regierungskommunikation herausgearbeitet. Darauf folgend wird zunächst das Bundespresseamt einer Begriffssubsumtion unterzogen und anschließend werden rechtliche Grundlagen aufgearbeitet, die die Stellung des Bundespresseamtes im Regierungssystem konkretisieren. Da hier auch auf den aktuellen Stand z.B. des hierarchischen Aufbaus eingegangen wird, lassen sich Überschneidungen und Vorgreifen mit Blick auf den Inhalt des dritten Kapitels nicht vermeiden. Demnach wird sich im dritten Abschnitt mit der Struktur- und Output-Dimension des Umgestaltungsprozesses auseinandergesetzt. Die Struktur-Dimension gibt einen Überblick über die Neuregelungen der Bundesbehörde unter der rot-grünen Bundesregierung und die Output-Dimension konzentriert die Resultate des Umdenkens bezüglich des Internetangebots des Bundespresseamtes. Im letzten Kapitel wird dann die zweite oben genannte Frage aufgegriffen und die Bemühungen des Bundespresseamtes im Bereich der Online-Medien bewertet. Basis hierfür ist die 2005 veröffentlichte Studie von Udo Kamenz, die den Status quo von Regierungskommunikation empirisch festhält und eine Überleitung für die zu beantwortende Frage darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Vorwort
- 1 Politiktheoretische Einordung und Begriffserläuterung der Regierungskommunikation
- 2 Das Informations- und Presseamt der Bundesregierung
- 2.1 Subsumtion: Regierungskommunikation im BPA
- 2.2 Die rechtliche Stellung des BPA als Akteur der Regierungskommunikation
- 3 Analyse der Struktur- und Output-Dimensionen des BPA unter der rot-grünen Bundesregierung
- 3.1 Die Struktur-Dimension: der Modernisierungsprozess des BPA
- 3.2 Die Output-Dimension: das neue Internetangebot des BPA
- 4 Regierungskommunikation 2.0: Eine Zusammenfassung und Bewertung
- 5 Literaturverzeichnis
- 6 Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Regierungskommunikation im Kontext der digitalen Medien und untersucht, wie das Informations- und Presseamt der Bundesregierung (BPA) auf diese neuen Herausforderungen reagiert. Die Analyse fokussiert dabei auf den Modernisierungsprozess des BPA unter der rot-grünen Bundesregierung und betrachtet insbesondere dessen Internetangebot als Ausdruck der "Regierungskommunikation 2.0". Die Arbeit beleuchtet die strukturellen und inhaltlichen Veränderungen des BPA sowie die Gründe für diese Umstrukturierung.
- Die Bedeutung der Regierungskommunikation im 21. Jahrhundert
- Der Modernisierungsprozess des BPA und seine Auswirkungen auf die Kommunikation der Bundesregierung
- Die Rolle des Internets als Plattform der Regierungskommunikation
- Die rechtliche und strukturelle Position des BPA im Regierungssystem
- Bewertung des Internetangebots des BPA als Beispiel für "Regierungskommunikation 2.0"
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel liefert eine politiktheoretische Einordnung des Begriffs "Regierungskommunikation" und beleuchtet die wichtigsten Merkmale und Herausforderungen dieses Bereichs.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel fokussiert auf das Bundespresseamt und seine Position im Regierungssystem. Es werden die rechtlichen Grundlagen sowie die Subsumtion des BPA unter den Begriff der Regierungskommunikation behandelt.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel analysiert den Modernisierungsprozess des BPA unter der rot-grünen Bundesregierung. Es betrachtet sowohl die strukturellen Veränderungen als auch die konkreten Ergebnisse des Umdenkens in Bezug auf das Internetangebot.
Schlüsselwörter
Regierungskommunikation, Informations- und Presseamt der Bundesregierung (BPA), Modernisierungsprozess, Internetangebot, Online-Medien, digitale Medien, politische Kommunikation, Medienwandel, rot-grüne Bundesregierung, Struktur- und Output-Dimensionen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter "Regierungskommunikation 2.0"?
Der Begriff beschreibt die moderne Form der politischen Kommunikation, die verstärkt auf digitale Medien und das Internet setzt, um Bürger direkt zu informieren und am politischen Prozess teilhaben zu lassen.
Welche Rolle spielt das Bundespresseamt (BPA) im Internet?
Das BPA ist maßgeblich für das Internetangebot der Bundesregierung verantwortlich. Es fungiert als zentraler Akteur, der Informationen aufbereitet und über digitale Kanäle an die Öffentlichkeit kommuniziert.
Warum war eine Umstrukturierung der Regierungskommunikation unter Schröder notwendig?
Durch den Medienwandel und neue technologische Herausforderungen im 21. Jahrhundert galt die klassische Kommunikation als nicht mehr ausreichend, um die Ziele der Regierung effektiv zu vermitteln.
Was sind die rechtlichen Grundlagen des Bundespresseamtes?
Die Stellung des BPA im Regierungssystem ist durch spezifische rechtliche Rahmenbedingungen konkretisiert, die seine Aufgaben als Informations- und Presseorgan der Bundesregierung definieren.
Welchen Fokus hat die Analyse der Struktur- und Output-Dimension?
Die Analyse untersucht einerseits die internen Neuregelungen der Behörde (Struktur) und andererseits die konkreten Ergebnisse des Umdenkens, wie etwa die Gestaltung des neuen Internetangebots (Output).
- Quote paper
- Friederike Stange (Author), 2014, Regierungskommunikation 2.0. Eine Analyse der Regierungskommunikation des Bundespresseamts mit Fokus auf das Internetangebot, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353553