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Nachahmung als Motiv in Heinrich von Kleists "Über das Marionettentheater" unter dem Blickwinkel seiner Kant-Krise von 1801

Title: Nachahmung als Motiv in Heinrich von Kleists "Über das Marionettentheater" unter dem Blickwinkel seiner Kant-Krise von 1801

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ingeborg Morawetz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die konkreten Nennungen, die Gleichnisse, Vergleiche und Paradigma in „Über das Marionettentheater“, die biblischen Bezüge, geschichtsphilosophischen und mathematischen Exkurse dienen nur zur Untermauerung der Position der die Parodie tragenden Antagonisten. Diese sind nicht nur „HvK“ und „C“ oder Erzähler und Tänzer, sondern darüber hinaus Elemente der Kantischen Philosophie und im Dialog diegetisch exerzierte Akteure. Sie finden in dem Erzählten in ihrem Wesen Erklärung und spiegeln sich selber in dem Gesprochenen.

Um mich dieser Herangehensweise zu nähern, werde ich im Weiteren zunächst die Kant-Krise Kleists aus der Sicht verschiedener Autoren darlegen. In dem darauffolgenden Kapitel werde ich die Rollen und Funktionen der beiden Gesprächspartner und ihren Bezug zueinander betrachten und mich im letzten Abschnitt dem Motiv der Nachahmung widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kleist und Kant

Das Marionettentheater

Die gescheiterte Nachahmung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Nachahmung in Heinrich von Kleists „Über das Marionettentheater“ im Kontext der sogenannten Kant-Krise des Autors aus dem Jahr 1801. Ziel der Analyse ist es, aufzuzeigen, wie Kleist in seinem späteren Text rückblickend seine philosophische Sinnsuche verarbeitet und als gescheitertes Unterfangen demaskiert.

  • Kritische Aufarbeitung der Kant-Krise von 1801
  • Analyse der Rollenverteilung zwischen H.v.K. und Herrn C.
  • Untersuchung der Struktur des Dialogs als parodistisches Spiegelbild
  • Interpretation des Motivs der Nachahmung als Symbol für die eigene Ausweglosigkeit

Auszug aus dem Buch

3. Das Marionettentheater

Zum Gespräch „Über das Marionettentheater“ möchte ich eine Überlegung anstellen, die sich in zwei Teile spaltet. Beide Teile halten sich an die unter anderen von Bernhard Greiner, Beda Allemann, Anton Kathan und Clemens Heselhaus aufgestellte These, dass im „Marionettentheater“ nicht der Inhalt, sondern die Form die Aussage trägt, dass die „Argumentation auf die Art und Weise des Diskurses verschoben“ wird. Paul de Man sagt hierzu:

Und obwohl sich behaupten läßt, daß das Marionettentheater vom Beweis handelt, ist es selbst nicht als ein solcher aufgebaut, sondern als eine- sehr vertrackte- Geschichte oder Trope eines solchen Beweises.

Der erste Teil meiner Betrachtung behandelt unmittelbar den Zusammenhang zur Kant – Krise. Ihm möchte ich den Gedanken einer Parodie Kleists auf sein jüngeres Selbst zugrunde legen.

Der zweite Teil spielt mit der Idee eines Spiegels im Spiegel, ich werde sie an drei Zitaten erläutern. In beiden sehe ich das gewählte Motiv der Marionette als essentiell für das später dargelegte Scheitern der Nachahmung, in den Exkursen über Grazie, Bewusstsein und Geschichtsphilosophie jedoch ein ersetzbares Mittel zum Zweck, das möglicherweise gewählt wurde, da es dem Zeitgeist entsprach, dem intellektuellen Höhenflug eines Gespräches in einem Park angemessen war und Kleist erlaubte, es ausreichend zu dehnen und zu verfremden, um den geschilderten Effekt zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die komplexe Textgattung des Werks ein und stellt die unterschiedlichen Forschungsansätze der Sekundärliteratur vor, wobei die eigene methodische Ausrichtung auf das Motiv der Nachahmung fokussiert wird.

Kleist und Kant: Dieses Kapitel widmet sich der historischen und biographischen Einordnung der sogenannten Kant-Krise des Jahres 1801 und diskutiert verschiedene wissenschaftliche Deutungen, ob es sich dabei um eine tatsächliche existenzielle Erschütterung durch Kants Philosophie handelte.

Das Marionettentheater: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Dialogstruktur und der Figurenkonstellation, wobei aufgezeigt wird, wie der Text als parodistische Rückschau auf Kleists frühe philosophische Ideale dient.

Die gescheiterte Nachahmung: Das abschließende Kapitel resümiert das Scheitern der in den Dialogen entworfenen Nachahmungsmotive und deutet dies als Kleists spätere Erkenntnis der Unmöglichkeit, die eigene Ausweglosigkeit durch abstrakte philosophische Konstrukte zu überwinden.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Über das Marionettentheater, Kant-Krise, Nachahmung, Parodie, Philosophie, Ästhetik, Grazie, Bewusstsein, Identität, Herr C., Dialog, Aufklärung, Sinnsuche, Spiegelbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Heinrich von Kleist in seinem Werk „Über das Marionettentheater“ seine philosophische Krise von 1801 aus der Retrospektive des Jahres 1810 thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen das Verhältnis zwischen Kleist und Kant, das Motiv der Nachahmung, die Bedeutung von Grazie und Bewusstsein sowie die formale Gestaltung des Dialogs als Parodie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Dialog als verschachteltes Spiegelbild dient, in dem der reifere Kleist seine früheren, naiven Versuche einer philosophischen Sinnstiftung dekonstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, die biographische Kontexte mit philosophischen Diskursen sowie literaturwissenschaftlichen Interpretationen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kant-Krise, die Rollen der Gesprächspartner im Marionettentheater und entlarvt das Streben nach Nachahmung als eine Utopie, die im Scheitern des Protagonisten mündet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben Kleist und Kant sind Begriffe wie Nachahmung, Parodie, Spiegelbild, Grazie und Ausweglosigkeit zentral für das Verständnis der Argumentation.

Warum wird der Dialog zwischen Herrn C. und dem Erzähler als „Spiegel im Spiegel“ bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass die Figuren ihre eigenen Vorstellungen und Lebensentwürfe des Jahres 1801 reflektieren, wobei der Dialog selbst nur eine Simulation von Erkenntnis darstellt.

Inwiefern spielt die sogenannte „Kant-Krise“ eine Rolle für das Verständnis des Werks?

Die Krise dient als biographischer Hintergrund, vor dem Kleist im „Marionettentheater“ die Fragwürdigkeit einer einfachen Übertragung philosophischer Ideale in die Lebenspraxis aufzeigt.

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Details

Title
Nachahmung als Motiv in Heinrich von Kleists "Über das Marionettentheater" unter dem Blickwinkel seiner Kant-Krise von 1801
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Ingeborg Morawetz (Author)
Publication Year
2012
Pages
25
Catalog Number
V352736
ISBN (eBook)
9783668389120
ISBN (Book)
9783668389137
Language
German
Tags
Heinrich von Kleist Marionettentheater Immanuel Kant Kant-Krise Nachahmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingeborg Morawetz (Author), 2012, Nachahmung als Motiv in Heinrich von Kleists "Über das Marionettentheater" unter dem Blickwinkel seiner Kant-Krise von 1801, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352736
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