„Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland entstand nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 mit der Auflösung der NSDAP und der ihr angeschlossenen Organisationen durch die Siegermächte.“1 Es ermöglichte das Wirtschaftswunder, festigte den Rechtsstaat und bewältigte drei Machtwechsel.2 Diese „Erfolgsgeschichte“ des deutschen Parteiensystems ist die Grundlage dieser Arbeit. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und mit der Zukunft unseres Parteiensystems. Es wird versucht, der Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung unseres Parteiensystems nachzugehen. Am Ende der Arbeit wird ein Ausblick über die mögliche Zukunft des Parteiensystems in Deutschland gegeben. Zunächst wird der Begriff der Partei vorgestellt. Anschließend wird die gesetzliche Legitimation der Parteien in der Bundesrepublik Deutschland dargestellt. Im Folgenden werden dann die verschiedenen Entwicklungsschritte unseres Parteiensystems, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, charakterisiert, da für eine Zukunftsbetrachtung das Wissen über die Vergangenheit als Grundlage dienen sollte. Anschließend wird ein Ausblick auf die zukünftige Gestaltung unseres Parteiensystems gegeben. Ein Blick in die Zukunft ist selbstverständlich mit erheblicher Unsicherheit verbunden, so dass die Ausführungen immer unter diesem Aspekt beachtet werden müssen.
Die Literatur zum Themengebiet Parteien in der Bundesrepublik Deutschland ist durchaus vielschichtig. Jedoch fällt es den Autoren unter dem oben genannten Aspekt schwer, Ausblicke in die Zukunft zu geben, so dass man sich häufig mit der Vergangenheit und der jeweils aktuellen Gegenwart der Parteien und des Parteiensystems in der Literatur auseinandersetzt.
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) Der Begriff der Partei
C) Gesetzliche Legitimation der Parteien
D) Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland bis zur Wiedervereinigung
a) Die Formierungsphase nach 1945
b) Die Konsolidierungsphase der 50er Jahre
c) Gemäßigter Pluralismus
d) Die Pluralisierungsphase der 80er Jahre
e) Das Parteiensystem nach der Wiedervereinigung
E) Ausblick in die Zukunft des Parteiensystems
F) Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des deutschen Parteiensystems von 1945 bis zur Wiedervereinigung und leitet daraus Prognosen für dessen zukünftige Ausgestaltung ab, unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses politischer Ränder und gesellschaftlicher Veränderungen.
- Historische Evolution des Parteiensystems nach 1945
- Rechtliche und soziologische Definition sowie Legitimation politischer Parteien
- Analyse der Konsolidierungs- und Pluralisierungsphasen in Westdeutschland
- Einfluss der deutschen Wiedervereinigung auf das Parteienspektrum
- Zukunftsperspektiven der Parteienlandschaft und des demokratischen Grundkonsenses
Auszug aus dem Buch
B) Der Begriff der Partei
Zunächst stellt sich die Frage, was man unter dem Begriff der Partei zu verstehen hat – wie eine solche definiert wird.
Eine der ersten prominenten Erwähnungen des Begriffs Partei im politischen Sinne ist schon 1715 von H. Castleton verbürgt “An Essay Towards a Coalition of Parties in Great Britain“. In einer Schrift über Politikverdrossenheit aus dem Jahre 1770 schrieb der damalige Unterhaus-Abgeordnete Edmund Burke folgendes “Party is a body of men united for promoting by their joint endeavors the national interest upon particular principle in which they all agreed“. Edmund Burke stellt hier den programmatischen Bereich einer Partei in den Vordergrund.
Schumpeter hingegen betont das Machtmotiv und schreibt der Programmatik keine entscheidende Rolle zu. Er schreibt: “A party is not…a group of men who intend to promote public welfare upon some principle on which they are all agreed...A party is a group whose members propose to act in concert in the competitive struggle for political power.”
Auch Max Weber sieht das Machtmotiv im Vordergrund, wenn er schreibt, dass Parteien „um Herrschaft kämpfende Gebilde“ sind.
Man kann also festhalten, dass es bei Parteien einerseits um Programmatik und anderseits um Machtansprüche geht. Macht dient dazu, die ausgearbeiteten Programme durchsetzen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Erfolgsgeschichte des deutschen Parteiensystems und definiert den methodischen Rahmen, um zukünftige Entwicklungen auf Basis historischer Erfahrungen zu prognostizieren.
B) Der Begriff der Partei: Es wird die Definition von Parteien anhand historischer politikwissenschaftlicher Ansätze erarbeitet, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Programm und Machtanspruch im Fokus steht.
C) Gesetzliche Legitimation der Parteien: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Sonderstellung der Parteien gemäß Artikel 21 GG sowie die regulierenden Rahmenbedingungen des Parteiengesetzes.
D) Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland bis zur Wiedervereinigung: Eine detaillierte Analyse der fünf Phasen der Parteienentwicklung in Westdeutschland, von der Nachkriegsformierung bis hin zur Integration neuer Kräfte nach der Wiedervereinigung.
E) Ausblick in die Zukunft des Parteiensystems: Unter Berücksichtigung aktueller Wahlergebnisse und gesellschaftlicher Entwicklungen wird die Stabilität des Parteiensystems sowie die Rolle extremer politischer Ränder bewertet.
F) Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Parteiensystem trotz gesellschaftlicher Herausforderungen auf einem stabilen Fundament steht und die etablierten Parteien in der Verantwortung bleiben, demokratische Prozesse aktiv zu gestalten.
Schlüsselwörter
Parteiensystem, Bundesrepublik Deutschland, Parteienforschung, Politische Willensbildung, Demokratischer Grundkonsens, Wiedervereinigung, Parteiendemokratie, Bundestagswahl, Pluralismus, Politische Ränder, Machtanspruch, Programmatik, Parteienrecht, Konsolidierung, Fragmentierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der Zukunft des deutschen Parteiensystems, ausgehend von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart der frühen 2000er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die Definition politischer Parteien, deren rechtliche Verankerung im Grundgesetz, die historische Phasenanalyse der Parteienlandschaft sowie die Prognose der Systementwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die zukünftige Ausgestaltung des deutschen Parteiensystems unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und aktueller politischer Herausforderungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender politikwissenschaftlicher und verfassungsrechtlicher Werke sowie die Auswertung historischer Wahldaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche und rechtliche Einordnung von Parteien sowie eine chronologische Analyse der fünf Phasen des westdeutschen Parteiensystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Parteiensystem, Parteiendemokratie, demokratischer Grundkonsens, Pluralismus und die historische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der NPD und DVU?
Der Autor sieht kurzfristige Erfolge dieser Parteien als temporäre Protestphänomene an, die in einer starken Demokratie und bei konstruktiver Arbeit der etablierten Parteien keine langfristige Gefahr darstellen.
Welche Prognose stellt der Autor für eine mögliche neue Linkspartei?
Der Autor geht davon aus, dass eine neue linke Partei an der 5%-Hürde bei Bundestagswahlen scheitern wird, da die bestehenden Parteien (SPD, Grüne, PDS) das Spektrum bereits stark besetzen.
- Quote paper
- Hilmar Sattler (Author), 2004, Die Zukunft des Parteiensystems in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35150