"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll". (LICHTENBERG) Unter diesem Motto findet in der heutigen Zeit eine Diskussion statt, ob und wie öffentliche Schulen mit neuen Steuerungsinstrumenten der Betriebswirtschaftslehre ausgestattet werden können. Hierbei versucht die nachfolgende Arbeit die geeigneten Steuerungsinstrumente zu beleuchten, sowie ihre Anwendbarkeit auf eine pädagogische Institution zu überprüfen.
Weiterhin soll der Gedanke der alternativen Finanzierungsformen, also der Möglichkeit "Geld zu verdienen" beleuchtet und die Risiken für die pädagogische Arbeit aus dem Gedankengang aufgezeigt werden.
Somit wird mit dieser Arbeit versucht, die pädagogische Arbeit einer Schule unter Gesetzmäßigkeiten einer ökonomischen Grundlage zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Annäherungen
2.1 Der „Qualitätsbegriff“
2.2 Der „Managementbegriff“
2.3 Was ist die „Neue Steuerung“?
2.4 Was heißt eigentlich „Budgetierung“?
3. Grundlagen der neuen Steuerung im Schulbereich
3.1 Dezentrale Ressourcen- und Fachverantwortung
3.2 Budgetierung
3.2.1 Vorteile der Budgetierung
3.2.2 Nachteile der Budgetierung
3.3 Outputorientierte Steuerung
4. Budgetierung am Beispiel der Regionalen Berufsbildungszentren in Schleswig-Holstein
4.1 Dezentralisierung und Teilautonomie
4.2 Neue Aufgaben für die Schulleitung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einführung von Instrumenten des New Public Management im Schulwesen, insbesondere die Budgetierung und dezentrale Ressourcenverantwortung. Das primäre Ziel ist es, die Chancen sowie die auftretenden Probleme und Risiken einer solchen betriebswirtschaftlich orientierten Steuerung im Hinblick auf den staatlichen Bildungsauftrag kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Neuen Steuerung im öffentlichen Sektor und im Bildungsbereich
- Methoden und Instrumente der Budgetierung (Globalbudget, Kontraktmanagement)
- Chancen der Budgetierung, wie Flexibilisierung und zusätzliche Einnahmequellen
- Risiken der Verselbständigung, insbesondere in Bezug auf die pädagogische Qualität
- Praxisbeispiel: Regionale Berufsbildungszentren (RBZ) in Schleswig-Holstein
Auszug aus dem Buch
3.2 Budgetierung
Budgetierung wird als das Kernelement im System der Neuen Steuerungsmodelle angesehen. Sie ist als verändertes Verfahren der Haushaltsaufstellung anzusehen, „die Zuteilung eines Globalbudgets versetzt die Schulen in die Lage, durch Rücklagenbildung entsprechende Finanzmittel anzusparen.“ So wird nicht mehr der Schulhaushalt nach dem Buttom-up-Verfahren, also der Anmeldung der Haushaltwünsche aufgestellt, sondern es wird in der Budgetierung ein Top-Down-Verfahren angewandt. Die politischen Entscheidungsgremien stellen den Budgetverantwortlichen der Schulen ein bestimmtes Finanzvolumen für einen festen Zeitraum, meistens ein Jahr, zur Verfügung. Ein Problem des kameralistischen Systems ist auch die Zeitkomponente, da ein Schuljahr nicht dem Haushaltsjahr entspricht. Dieses Problem kann in der Budgetierung umgangen werden. Nun verteilen die Budgetverantwortlichen das Budget auf ihre Organisationseinheiten, in dem diese ihre Haushaltswünsche anmelden. Die Selektion dieser Wünsche und deren Realisation können aufgrund der fachlich/pädagogischen Kompetenz der Budgetverantwortlichen erfolgen. Dieses wird im verwaltungstechnischen Vokabular als Gegenstromverfahren bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel im Bildungswesen hin zu einer Qualitäts- und Effizienzdiskussion und führt in die Fragestellung zur betriebswirtschaftlichen Steuerung der Schule ein.
2. Begriffliche Annäherungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Arbeit, wie Qualität, Management, Neue Steuerung und Budgetierung, und ordnet sie ökonomisch sowie pädagogisch ein.
3. Grundlagen der neuen Steuerung im Schulbereich: Es werden die Instrumente der Neuen Steuerung, insbesondere die dezentrale Ressourcenverantwortung und das Globalbudget, detailliert erläutert sowie kritisch hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile abgewogen.
4. Budgetierung am Beispiel der Regionalen Berufsbildungszentren in Schleswig-Holstein: Der Abschnitt überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Pilotprojekt der RBZ in Schleswig-Holstein und analysiert die neuen Anforderungen an die Schulleitung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt davor, die pädagogische Qualität zugunsten einer rein ökonomischen Effizienz zu opfern.
Schlüsselwörter
Budgetierung, New Public Management, Neue Steuerung, Schule, Bildungsqualität, Globalbudget, Dezentralisierung, Teilautonomie, Schulleitung, Effizienz, Kontraktmanagement, Ressourcenallokation, RBZ, Bildungsauftrag, Kameralistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung des Schulwesens durch betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente, insbesondere durch das Konzept der Budgetierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffen des Managements in der Schule, den Prinzipien des New Public Management (NPM) und der praktischen Anwendung von Globalbudgets.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen einer dezentralen Ressourcenverantwortung und Budgetierung auf die Qualität und den staatlichen Bildungsauftrag der Schule kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Literaturanalyse der gängigen wirtschafts- und bildungswissenschaftlichen Fachbegriffe und eine Einzelfallbetrachtung von Pilotprojekten in Schleswig-Holstein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Qualitäts- und Managementbegriffs, die Vorstellung der Neuen Steuerungsmodelle sowie die praktische Analyse der RBZ-Modellschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Budgetierung, New Public Management, Teilautonomie, dezentrale Ressourcenverantwortung und Bildungsqualität.
Welche Risiken sieht der Autor bei der Budgetierung in Schulen?
Der Autor warnt insbesondere vor einer Überforderung des Personals, dem Kompetenzmangel in betriebswirtschaftlichen Fragen und der Gefahr, dass ökonomische Effizienz die pädagogische Qualität beeinträchtigt.
Wie wird das Konzept der "Regionalen Berufsbildungszentren" (RBZ) bewertet?
Das RBZ-Modell wird als notwendiger Schritt zur Flexibilisierung und Selbständigkeit gesehen, wobei der Autor kritisch hinterfragt, wie das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Selbständigkeit und dem staatlichen Bildungsauftrag dauerhaft gelöst werden kann.
- Quote paper
- Björn Mokwinski (Author), 2005, Budgetierung im Schulbereich - Chancen, Probleme und Risiken des New Public Managements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34936