Die Arbeit behandelt den Villenbau der Jahrhundertwende in Dresden und geht dabei besonders auf die Beiträge des Architekturbüros Schilling &Graebner ein.
Zunächst wird ein Überblick über die architektonische Beschaffenheit und städtebauliche Voraussetzung in Dresden gegeben, im Anschluss daran soll Aufschluss über die Entwicklung des Villenbaus seit den 1830er Jahren gegeben werden. Nachdem das Architekturbüro Schilling & Graebner und die Architekten selbst kurz vorgestellt werden, widmet sich der Hauptteil der Arbeit den Villenbauten Schilling & Graebners. Zunächst wird ein kurzer Überblick über die Villen allgemein und den derzeitigen Bestand gegeben, um anschließend exemplarisch auf sieben Villen, die von besonderer Bedeutung zeugen, einzugehen. Abschließend werden Problemstellungen zur Diskussion gebracht, die sich aus der Zuordnung zweier Villen zum Werk der Architekten ergaben.
Bei eingehender Betrachtung der Dresdner Stadtentwicklung nach der Industrialisierung wird deutlich, dass sich die Stadt zwar, ähnlich wie vergleichbare Metropolen, Problemen des Wohnraummangels stellen musste. Einem städtischen Bebauungsplan geschuldet, fand man hier jedoch galantere Lösungen, wodurch die Stadt eine andere Entwicklung als typische Industriestädte nahm.
Architekten, die in dieser Zeit einen guten Ruf genießen wollten, waren gezwungen, sich dem schnellen Wandel anzupassen und mit den verschiedenen stilistischen Prägungen vertraut zu sein, um nicht als rückständig geltend in der Masse unterzugehen. So gehörten auch die Architekten Rudolf Schilling und Julius Graebner, die sich Ende der 1880er im Architekturbüro Schilling & Graebner zusammenschlossen, zu denen, die sich zum Wechsel des Jahrhunderts in Dresden behaupten mussten.
Die Stadt stand zu jener Zeit für Tradition, Sachlichkeit und Funktion. Bis Anbruch des neuen Jahrhunderts berief man sich maßgeblich auf die klassischen Werte der italienischen Renaissance, was es jungen, motivierten Architekten, wie Schilling & Graebner es waren, jedoch erschwerte, neue Bauformen zu etablieren. Dennoch galt das Architekturbüro von Rudolf Schilling und Julius Graebner „in den beiden Jahrzehnten um die Jahrhundertwende [als] das einflussreichste in Dresden.“
Doch was beinhaltete das Alleinstellungsmerkmal Schilling & Graebners? Wieso waren sie so unverwechselbar und warum konnten sie sich, trotz ihres vielfach kritisierten Stils, gegen andere Architekturbüros der Stadt behaupten?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Städtebauliche Voraussetzungen in Dresden
- Die Entwicklung des Dresdner Villenbaus
- Die Entstehung von Villenvierteln
- Das Villenviertel Dresden Blasewitz
- Das Architekturbüro Schilling & Graebner
- Julius Wilhelm Graebner
- Georg Rudolf Schilling
- Die innerbetriebliche Organisation des Büros
- Die Villen und Landhäuser Schilling & Graebners
- Beispiele herausragender Villenarchitektur
- Das Pernwaldhaus
- Das Gärtnerhaus
- Villa Wolff
- Villa Friedrichsruh
- Villa Ginsberg
- Villa Gerhardt Hauptmann oder Villa Rautendelein
- Villa Würzburger
- Zuordnungsproblematik
- Die Villa Weigang
- Die Villa Basteistr. 26
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Villenbau des Architekturbüros Schilling & Graebner in Dresden. Die zentrale Fragestellung ist, wie sich die Architekten in der Dresdner Stadtentwicklung um die Jahrhundertwende behaupten konnten und welchen Stil sie prägten.
- Die Entwicklung des Villenbaus in Dresden
- Die architektonischen Merkmale von Schilling & Graebner
- Die städtebauliche Situation und die Rolle des Villenbaus
- Exemplarische Analyse der Villen von Schilling & Graebner
- Zuordnungsproblematik von Villenbauten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Dresdner Villenbaus ein und stellt das Architekturbüro Schilling & Graebner vor. Kapitel 2 untersucht die städtebaulichen Voraussetzungen in Dresden und die Entwicklung des Villenbaus im 19. Jahrhundert. Kapitel 3 beleuchtet das Architekturbüro Schilling & Graebner sowie die einzelnen Architekten. Kapitel 4 befasst sich mit den Villen und Landhäusern Schilling & Graebners und beleuchtet exemplarisch einige bedeutende Villenbauten. Kapitel 5 behandelt die Zuordnungsproblematik von zwei Villen zum Werk der Architekten.
Schlüsselwörter
Dresden, Jahrhundertwende, Villenbau, Architektur, Schilling & Graebner, Jugendstil, Eklektizismus, Stilpluralismus, Stadtentwicklung, Stadtlandschaft, Baukultur, Architekturgeschichte, Städtebau.
Häufig gestellte Fragen zu Villenbauten in Dresden
Wer waren Schilling & Graebner?
Rudolf Schilling und Julius Graebner führten um die Jahrhundertwende eines der einflussreichsten Architekturbüros in Dresden, bekannt für ihren innovativen Villenbau.
Was zeichnet den Dresdner Villenbau um 1900 aus?
Die Architektur war geprägt von einem Wechselspiel aus Tradition (Renaissance-Werte) und neuen Formen wie dem Jugendstil sowie funktionaler Sachlichkeit.
Welche Villen von Schilling & Graebner sind besonders bedeutend?
Zu den herausragenden Beispielen zählen das Pernwaldhaus, die Villa Wolff, die Villa Friedrichsruh und die Villa Rautendelein.
Was war das Alleinstellungsmerkmal ihres Baustils?
Trotz Kritik an ihrem Stilpluralismus gelang es ihnen, individuelle, künstlerisch anspruchsvolle Lösungen zu schaffen, die sich von der Masse der Industriebauten abhoben.
Warum ist das Viertel Blasewitz architektonisch relevant?
Blasewitz entwickelte sich zu einem Villenviertel, in dem städtebauliche Pläne galante Lösungen für Wohnraum boten und hochwertige Baukultur etabliert wurde.
- Quote paper
- Clara Göbel (Author), 2011, Villenbauten der Jahrhundertwende in Dresden. Die Beiträge des Architekturbüros Schilling & Graebner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342475