Die folgende Arbeit wird sich mit dem Indikator der „Teilnahmequote“ beschäftigen. Hierzu wurden wie bereits erwähnt Daten des BSW aus dem Jahr 2000 genutzt. Zu Beginn wird eine Hypothese über den Zusammenhang von Schulabschluss und Beteiligung an beruflicher Weiterbildung formuliert. Diese wird anschließend mit einigen Berechnungen überprüft, bevor die dadurch gewonnenen Ergebnisse anschließend erneut in den aktuellen Forschungsstand eingebettet werden.
Der Beteiligung an Bildung – und somit auch an beruflicher Weiterbildung – wird im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs eine hohe Bedeutung zugeschrieben. Mit Blick auf Chancengleichheit ist neben einer generell hohen Teilnahmequote auch eine gleichförmige Verteilung zwischen Bevölkerungsschichten erstrebenswert. Aktuelle Studien beziehen sich meist auf Daten eines Referenzzeitraums von einem Jahr, so auch die für die folgende Arbeit genutzten Daten des GESIS Instituts „Berichtssystem Weiterbildung“ aus dem Jahr 2000.
Die Erhebungswellen des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) werden seit 1979 in dreijährigem Abstand durchgeführt, sodass sie neben aktuellen Querschnitten einen Überblick über Entwicklung im Verlauf der Zeit bieten können. Das BSW zeigt unter anderem, dass die gesamte Teilnahme an beruflicher Weiterbildung von 23% im Jahr 1979 auf 41% im Jahr 2003 gestiegen ist, allerdings lagen die Spitzenwerte von 48% im Jahr 1997.
Die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung kann anhand von drei Indikatoren erhoben werden:
- Die Teilnahmequote, welche sich auf den Anteil der Personen bezieht, welche an Weiterbildungsveranstaltungen teilgenommen haben;
- Die Teilnahmefälle, welche sich auf die Anzahl besuchter Veranstaltungen einer Person bezieht und;
- Die Teilnahmedauer, welche die Gesamtdauer der besuchen Veranstaltungen beschreibt.
Diese drei Indikatoren entsprechen dem Weiterbildungsverständnis des deutschen Bildungsrate, der Weiterbildung als „Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase“ beschreibt.
Seit dem Konzept des Lebenslangen Lernens gewinnen auch informelle Bildungsprozesse immer mehr an Bedeutung, sodass nach Eckert die oben genannten Indikatoren überarbeitet oder erweitert werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Schulabschluss und berufliche Weiterbildung
- 2.1. Varianzanalyse
- 2.2. Analyse der Hypothese mit SPSS
- 2.2.1. Korrelationstabelle
- 2.2.2. ANOVA
- 2.2.3. Deskriptive Statistik
- 2.2.4. Absolute und relative Häufigkeiten
- 2.2.5. Normalverteilungskurve
- 3. Aktueller Forschungsstand
- 4. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Schulabschluss und beruflicher Weiterbildung anhand von Daten des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) aus dem Jahr 2000. Ziel ist es, die Hypothese eines Zusammenhangs zwischen Schulabschluss und Teilnahme an beruflicher Weiterbildung zu überprüfen und die Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand einzubetten.
- Zusammenhang zwischen Schulabschluss und beruflicher Weiterbildung
- Analyse der Teilnahmequote an beruflicher Weiterbildung
- Anwendung multivariater Verfahren zur Datenanalyse
- Einbettung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand
- Bedeutung von beruflicher Weiterbildung im Kontext von Chancengleichheit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Schulabschluss und berufliche Weiterbildung ein und stellt den aktuellen Forschungsstand dar. Kapitel 2 analysiert den Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Teilnahme an beruflicher Weiterbildung mit Hilfe von multivariaten Verfahren, insbesondere der Varianzanalyse (ANOVA). Die Ergebnisse werden anhand von Tabellen und Diagrammen dargestellt und diskutiert. Kapitel 3 setzt die Ergebnisse der Analyse in den aktuellen Forschungsstand ein und diskutiert die Bedeutung der Erkenntnisse für die Praxis.
Schlüsselwörter
Schulabschluss, berufliche Weiterbildung, Teilnahmequote, Varianzanalyse, ANOVA, SPSS, Berichtssystem Weiterbildung (BSW), Chancengleichheit, Bildung, Lebenslanges Lernen, Forschungsstand
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst der Schulabschluss die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung?
Die Arbeit untersucht die Hypothese, dass ein höherer Schulabschluss mit einer höheren Teilnahmequote an beruflicher Weiterbildung korreliert.
Welche Datenquelle wurde für diese Untersuchung genutzt?
Es wurden Daten des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) aus dem Jahr 2000 vom GESIS Institut verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Teilnahmequote und Teilnahmefällen?
Die Teilnahmequote gibt den Anteil der Personen an, die überhaupt teilgenommen haben, während Teilnahmefälle die Anzahl der besuchten Veranstaltungen pro Person beschreiben.
Welche statistischen Verfahren wurden zur Analyse angewendet?
Die Analyse erfolgte mittels SPSS, wobei insbesondere die Varianzanalyse (ANOVA), Korrelationstabellen und deskriptive Statistiken zum Einsatz kamen.
Warum ist die Verteilung der Weiterbildung im Hinblick auf Chancengleichheit wichtig?
Eine ungleiche Verteilung nach Bildungsschichten kann bestehende soziale Ungleichheiten verstärken, weshalb eine gleichförmige Beteiligung bildungspolitisch erstrebenswert ist.
Wie hat sich die Teilnahme an Weiterbildung historisch entwickelt?
Laut BSW stieg die allgemeine Teilnahme von 23 % im Jahr 1979 auf einen Spitzenwert von 48 % im Jahr 1997 an.
- Quote paper
- Yannah Holzderber (Author), 2016, Schulabschluss und berufliche Weiterbildung. Wie wirkt sich der Schulabschluss auf die Anzahl besuchter Weiterbildungskurse aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341913