Angewandte Psychoanalyse nennt man die Anwendung psychoanalytischer Theorien außerhalb des ärztlichen Sprechzimmers, also ohne Rücksicht auf Behandlung von Patienten. Dies bezieht sich u. a. auf Psychologie, Kunst, Geschichte, Archäologie, alle Philologien, Literatur, Literaturwissenschaft, Philosophie, Biologie, Ethnologie, Soziologie, Pädagogik, Sexologie. In diesem Essay wird eine Einführung und ein Überblick dazu vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Humanwissenschaften
- Geschichtswissenschaft
- Literaturwissenschaft
- Psychobiographie
- Ethnopsychiatrie-Ethnospsychoanalyse
- Psychosoziologie
- Schlußbetrachtung
- Anmerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay „Die Zukunft der angewandten Psychoanalyse unter besonderer Berücksichtigung der Humanwissenschaften“ von Uwe Henrik Peters befasst sich mit der Rolle der Psychoanalyse in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Autor analysiert die besondere Machtposition der Psychoanalyse im deutschen Kontext und untersucht, wie diese Position die Entwicklung der Disziplin beeinflusst.
- Die besondere Rolle Deutschlands in der Geschichte der Psychoanalyse
- Die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Psychoanalyse in Deutschland
- Die Wiederbelebung und der Aufstieg der Psychoanalyse in Deutschland nach 1945
- Die Machtposition der Psychoanalyse in der deutschen Wissenschaft und Gesellschaft
- Die Bedeutung der klassischen humanistischen Bildung für die Psychoanalyse
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Autor stellt die besondere Rolle Deutschlands in der Geschichte der Psychoanalyse dar und beschreibt die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Disziplin. Er erläutert, wie die Psychoanalyse in Deutschland nach dem Krieg wiederbelebt wurde und eine dominante Position im akademischen und gesellschaftlichen Kontext erlangte.
Humanwissenschaften
Peters untersucht die Bedeutung der verschiedenen Humanwissenschaften für die Psychoanalyse. Er beleuchtet die Verbindungen zwischen Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Psychobiographie, Ethnopsychiatrie-Ethnospsychoanalyse und Psychosoziologie.
Schlußbetrachtung
In der Schlußbetrachtung fasst der Autor die wichtigsten Punkte seines Essays zusammen und diskutiert die Zukunft der angewandten Psychoanalyse in Deutschland.
Schlüsselwörter
Psychoanalyse, Deutschland, Humanwissenschaften, Nationalsozialismus, Machtposition, wissenschaftliche Erneuerung, klassische humanistische Bildung, Freudsches System.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „angewandter Psychoanalyse“?
Es ist die Anwendung psychoanalytischer Theorien auf Bereiche außerhalb der Medizin, wie Kunst, Geschichte, Literatur, Soziologie oder Pädagogik.
Welche Rolle spielte der Nationalsozialismus für die Psychoanalyse in Deutschland?
Der Nationalsozialismus führte zur Vertreibung jüdischer Analytiker und zur Unterdrückung der Disziplin, was nach 1945 eine mühsame Wiederbelebung erforderte.
In welchen Humanwissenschaften wird Psychoanalyse angewendet?
Wichtige Anwendungsfelder sind die Geschichtswissenschaft (Psychohistorie), Literaturwissenschaft, Ethnopsychiatrie und Psychosoziologie.
Was ist eine „Psychobiographie“?
Eine Psychobiographie nutzt psychoanalytische Konzepte, um die Lebensgeschichte und die Motive historischer oder literarischer Persönlichkeiten tiefenpsychologisch zu deuten.
Wie sieht die Zukunft der angewandten Psychoanalyse aus?
Trotz Kritik bleibt sie ein wichtiges Instrument zur Deutung kultureller und gesellschaftlicher Phänomene, sofern sie den Dialog mit anderen Wissenschaften pflegt.
Warum ist die humanistische Bildung für die Psychoanalyse wichtig?
Freuds System basiert stark auf klassischer Bildung; ein Verständnis von Mythen und Literatur ist oft Voraussetzung für tiefenpsychologische Interpretationen.
- Quote paper
- Uwe H. Peters (Author), 2016, Die Zukunft der angewandten Psychoanalyse unter besonderer Berücksichtigung der Humanwissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341420