Die Bereiche Reisen und Tourismus sind im Laufe der Jahre zu einem weltweit bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Bedeutung vom Tourismus noch weiter steigen wird. Laut einer Prognose des WTO soll sich die Zahl der internationalen Gästeankünfte bis zum Jahre 2020 verdreifachen.1 Die Globalisierung der Märkte und das Zusammenwachsen von Europa haben dazu beigetragen, dass auch in der Touristik – Branche zu einer Beschleunigung der Konsolidierung gekommen ist. „ Ob Airlines, Hotelketten, Reisebüros oder – veranstalter – überall wird fusioniert, teils horizontal, aber auch vertikal.“2 Horizontal um durch Kooperationen, Kettenbildung und Franchisesysteme die Einkaufsmacht zu erhöhen und vertikal durch Verbinden von Vertrieb, Hotels und Fluggesellschaften unter einem Dach, die Wertschöpfungsketten lückenlos zu knüpfen. Dadurch erhofft man sich eine bessere Position den Wettbewerbern gegenüber, aber auch gleichzeitig Steigerung der Margen. Auf diesem Wege entstanden große Touristik – Konzerne wie zum Bespiel Preussag mit TUI Group, ReWe mit LTU Touristik, Thomas Cook (ehem. C&N Touristic) mit Condor und Neckermannreisen oder FTI.
Nicht nur das Gesicht der Branche, sondern auch die Produkte unterliegen einer Veränderung. Zu einem ist hier anzusprechen, die steigende Bedeutung der Geschäfteabwicklung über die elektronischen Informations- und Buchungswege d.h. über das Internet oder Fernsehen. Was sich noch verändert, sind die Reisegewohnheiten. Es entwickelt sich ein Trend zu mehr Erlebnisorientierung, mehr Action und mehr Genuss und das zu einem angemessenen Preis. Nicht zu vergessen ist auch der Wandel der Altersstruktur der Bevölkerung und der steigende Anteil älterer Menschen. Die Veranstalter werden dazu „gezwungen“, den neuen Anforderungen mit ihrer Angebotspalette stand zu halten. Sie werden ihre Produkte anpassen müssen und über völlig neue Alternativen nachzudenken. Die bestimmten Altersgruppen werden nicht über Ziele oder Unterkunftsformen angesprochen, sondern über die thematische und inhaltliche Ausrichtung der Reise. Jede einzelne Reise wird ein umfangreiches Bündel von verschiedenen Motiven, Wünschen und Erwartungen bedienen müssen und über einen gelungenen Urlaub werden schöne und positive Erlebnisse entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aktuelle Entwicklungen in der Tourismusbranche
- Verbund und touristische Leistung - Abgrenzung und Fragestellung
- Verbundbeziehungen - eine Systematisierung
- Arten von Verbundbeziehungen
- Bedarfsverbund
- Nachfrageverbund
- Kaufverbund
- Wirkungen von Verbundbeziehungen
- Touristische Dienstleistungen
- Begriffliche Abgrenzung
- Besonderheiten von touristischen Dienstleistungen
- Arten touristischer Produkte
- Verbundbeziehungen in touristischen Dienstleistungen
- Pauschalreise
- Individualreise
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Systematisierung von Verbundbeziehungen und deren Übertragbarkeit auf touristische Dienstleistungen. Sie analysiert die verschiedenen Arten von Verbundbeziehungen, wie den Bedarfs-, Nachfrage- und Kaufverbund, und untersucht deren Auswirkungen auf den Tourismussektor. Zudem beleuchtet die Arbeit die Besonderheiten von touristischen Dienstleistungen und erörtert die Frage, ob sich die Prinzipien der Verbundbeziehungen auf die touristische Leistung übertragen lassen.
- Systematisierung von Verbundbeziehungen
- Übertragbarkeit von Verbundbeziehungen auf touristische Dienstleistungen
- Besonderheiten von touristischen Dienstleistungen
- Analyse von Bedarfs-, Nachfrage- und Kaufverbund
- Auswirkungen von Verbundbeziehungen auf den Tourismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung befasst sich mit den aktuellen Entwicklungen in der Tourismusbranche, insbesondere der Globalisierung und der Konsolidierung des Sektors. Zudem wird die Bedeutung von Verbundbeziehungen im Kontext der Tourismusindustrie beleuchtet.
Kapitel 2 bietet eine Systematisierung von Verbundbeziehungen, wobei die verschiedenen Arten, Merkmale und Wirkungen von Bedarfs-, Nachfrage- und Kaufverbund erläutert werden.
In Kapitel 3 werden touristische Dienstleistungen mit ihren spezifischen Eigenschaften und Besonderheiten definiert. Die Arbeit geht außerdem auf die verschiedenen Arten von touristischen Produkten ein.
Kapitel 4 widmet sich der Frage, ob sich die Verbundbeziehungen, die im Konsumgüterbereich üblich sind, auf touristische Dienstleistungen übertragen lassen. Anhand von Beispielen wie Pauschalreisen und Individualreisen werden die Übertragbarkeit und die Implikationen der Verbundbeziehung für den Tourismussektor diskutiert.
Schlüsselwörter
Touristische Dienstleistungen, Verbundbeziehungen, Bedarfsverbund, Nachfrageverbund, Kaufverbund, Globalisierung, Konsolidierung, Pauschalreise, Individualreise.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Verbundbeziehungen im Tourismus?
Verbundbeziehungen beschreiben die Verknüpfung verschiedener Leistungen. Man unterscheidet zwischen Bedarfsverbund (Produkte ergänzen sich funktional), Nachfrageverbund (Kunden fragen Leistungen gemeinsam nach) und Kaufverbund (Leistungen werden gleichzeitig erworben).
Wie äußert sich ein Bedarfsverbund bei einer Reise?
Ein Bedarfsverbund liegt vor, wenn verschiedene touristische Dienstleistungen funktional zusammengehören, wie zum Beispiel Flug, Unterkunft und Mietwagen, die gemeinsam das "Bündel" der Reiseerfahrung bilden.
Warum fusionieren so viele Unternehmen in der Touristik-Branche?
Unternehmen fusionieren horizontal (z. B. Hotelketten), um Einkaufsmacht zu stärken, und vertikal (z. B. Reiseveranstalter mit eigenen Airlines), um die Wertschöpfungskette lückenlos zu schließen und Margen zu steigern.
Wie verändern sich die Reisegewohnheiten der Konsumenten?
Es gibt einen Trend zu mehr Erlebnisorientierung, Action und Genuss. Zudem spielt die Digitalisierung (Buchung über das Internet) eine immer größere Rolle, und die alternde Bevölkerung stellt neue Anforderungen an die thematische Ausrichtung von Reisen.
Was ist der Unterschied zwischen Pauschal- und Individualreisen im Kontext des Verbunds?
Bei der Pauschalreise wird der Verbund bereits vom Veranstalter als fertiges Produkt erstellt (Kaufverbund). Bei der Individualreise stellt der Kunde den Verbund aus verschiedenen Einzelleistungen selbst nach seinem spezifischen Bedarf zusammen.
- Quote paper
- Adam Lach (Author), 2003, Bedarf-, Nachfrage- und Kaufverbund. Die Systematisierung von Verbundbeziehungen und touristische Dienstleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34098