Die Wahl wird zur Qual. Es kann eine Art Überforderung beim Konsumenten eintreten, die ihn dazu veranlasst seine Entscheidung zu verschieben. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, welche Faktoren zu einer Überforderung des Konsumenten führen, um im Anschluss Gegenmaßnahmen zu entwerfen. Es sollen Reduktionsmaßnahmen identifiziert und im Rahmen einer Online-Umfrage getestet werden, die dazu geeignet sind den Konsumenten in seinem Kaufprozess zu unterstützen, um ihn schlussendlich dazu zu bewegen, eine Kaufentscheidung zu treffen.
"Should I kill myself, or have a cup of coffee?" Dieses dem Autor und Philosoph Albert Camus nachgesagte Zitat verdeutlicht, dass die Menschen in der heutigen Gesellschaft mit einer Vielzahl von Entscheidungsmöglichkeiten konfrontiert werden. Einer Untersuchung zufolge sind es ungefähr 70 Entscheidungen, die ein Mensch an einem gewöhnlichen Tag zu treffen hat. Dies fängt beispielsweise bei der Entscheidung aufzustehen an und endet mit der Entscheidung das Licht auszuschalten oder doch noch ein paar Seiten zu lesen. Mit dieser Fülle von Entscheidungen geht eine kontinuierlich steigende Anzahl von Alternativen einher, die alle Bereiche des täglichen Lebens durchzieht.
Die heutige Gesellschaft scheint der Annahme 'je mehr, desto besser' zu folgen, weshalb eine große Auswahl von vielen als die größte Errungenschaft der heutigen Märkte angesehen wird. Deshalb werben Händler auch mit riesigen Sortimenten, da sie davon ausgehen, dass große Sortimente immer besser als kleinere sind. Coca Cola bietet z. B. neben der ursprünglichen Cola noch über zehn weitere Sorten an, Starbucks brüstet sich damit über 19.000 Getränkevariationen anzubieten und die Amerikaner haben über 400.000 Pensionspläne, aus denen sie wählen können. Der Tatsache, dass die Entscheidungsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht und als Ausdruck des freien Willens angesehen wird, ist es wohl geschuldet, dass die meisten Menschen den endlosen Wunsch nach Entscheidungen hegen. So vertraten auch Wissenschaftler lange die Meinung, dass mehr Möglichkeiten besser sind, doch viele empirische Untersuchungen des letzten Jahrzehnts beweisen das Gegenteil. Große Sortimente bzw. eine große Auswahl von Alternativen können negative Auswirkungen auf den Konsumenten haben.
Inhaltsverzeichnis
- Je mehr, desto besser oder die Qual der Wahl?
- Wie treffen Konsumenten (Kauf-)Entscheidungen?
- Der homo oeconomicus als Leitbild des Handelns.
- Ansätze zur Erklärung des Konsumentenverhaltens
- Verhaltenswissenschaftliche Ansätze
- Determinanten und Kaufentscheidungstypen als Erklärungsansätze
- Der Einfluss von Entscheidungsprozess Bewertungsmöglichkeiten
- Auswirkungen gestiegener Entscheidungsmöglichkeiten auf den Kaufprozess
- Positive Auswirkungen gestiegener Entscheidungsmöglichkeiten
- Autonomie und Motivation
- Abwechslung und Spaß
- Präferenzübereinstimmung und Reduktion von Suchkosten
- Negative Auswirkungen gestiegener Entscheidungsmöglichkeiten: Der Overload-Effekt
- Explikation von Overload
- Wie entsteht Overload?
- Moderatoren von Overload
- Maßnahmen zur Reduktion von Overload
- Kategorisierung
- Sequentielle Darbietung
- Rückgaberecht
- Informationsbereitstellung
- Rezensionen
- Empirische Prüfung der theoretischen Erkenntnisse
- Untersuchungsdesign
- Auswertung
- Win-Win-Situation durch gestiegene Möglichkeiten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit untersucht die Auswirkungen gestiegener Entscheidungsmöglichkeiten auf den Kaufprozess von Konsumenten. Dabei wird der Fokus auf die positiven und negativen Folgen von Overload gelegt, der durch eine große Auswahl an Produkten oder Dienstleistungen entstehen kann. Die Arbeit analysiert die Ursachen und Moderatoren von Overload und beleuchtet Maßnahmen zur Reduktion dieses Phänomens.
- Der Einfluss von Entscheidungsmöglichkeiten auf Konsumenten
- Die Entstehung von Overload im Kaufprozess
- Positive und negative Auswirkungen von Overload
- Moderatoren von Overload
- Strategien zur Reduktion von Overload
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Frage, ob mehr Wahlmöglichkeiten für Konsumenten immer positiv sind oder zu einer Überforderung führen können. Kapitel 2 analysiert die Entscheidungsfindung von Konsumenten und stellt verschiedene Ansätze zur Erklärung des Konsumentenverhaltens vor. Kapitel 3 untersucht die Auswirkungen gestiegener Entscheidungsmöglichkeiten auf den Kaufprozess und beleuchtet sowohl positive als auch negative Folgen, insbesondere den Overload-Effekt. Kapitel 4 präsentiert Maßnahmen zur Reduktion von Overload und erläutert deren Funktionsweise. Das Kapitel 5 stellt die empirische Untersuchung des Themas vor und analysiert die Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Die Masterarbeit befasst sich mit den Themen Entscheidungsmöglichkeiten, Overload, Kaufprozess, Konsumentenverhalten, Entscheidungsfindung, Moderatoren, Maßnahmen zur Reduktion von Overload, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der "Overload-Effekt" beim Einkaufen?
Overload beschreibt die Überforderung von Konsumenten durch eine zu große Auswahl an Alternativen, was dazu führen kann, dass die Kaufentscheidung verschoben oder gar nicht getroffen wird.
Ist "mehr Auswahl" immer besser für den Kunden?
Obwohl viele Menschen sich viel Auswahl wünschen, beweisen Studien, dass zu viele Optionen die Motivation senken und die Unzufriedenheit nach dem Kauf erhöhen können.
Wie können Händler den Overload-Effekt reduzieren?
Maßnahmen sind eine klare Kategorisierung, die sequentielle Darbietung von Produkten, das Angebot von Rückgaberechten sowie die Bereitstellung von Rezensionen und Informationen.
Welche positiven Aspekte hat eine große Auswahl?
Sie fördert das Gefühl von Autonomie, bietet Abwechslung und erhöht die Chance, dass ein Produkt genau den individuellen Präferenzen entspricht.
Wie treffen Konsumenten laut dem Modell des "Homo Oeconomicus" Entscheidungen?
Der Homo Oeconomicus handelt rein rational und versucht, mit vollständiger Information seinen persönlichen Nutzen zu maximieren – ein Modell, das in der Realität oft an Grenzen stößt.
- Quote paper
- Nicolai Hellie (Author), 2014, Die Qual der Wahl. Unterstützung von Konsumenten im Kaufprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339743