Dieser Arbeit behandelt drei Texte zum literarischen Lernen im Deutschunterricht. Hierzu werden die Texte kurz vorgestellt und dann kritisch analysiert.
Zu Beginn wird je ein Text der Autorin Andrea BERTSCHI-KAUFMANN referiert. „Kinderliteratur und literarisches Lernen. Lese- und Schreibentwicklungen im offenen Unterricht“ und „Leseverhalten beobachten – Lesen und Schreiben in der Verbindung“. In beiden Texten geht es um den Erwerb literarischen Lernens durch den einsatz eines Lesetagebuchs im offenen Unterricht.
Unabhängig von den Leseinteressen und den Leseerfahrungen der Schüler sollen die Lehrer durch das Instrument der Beobachtung die entwickelten Fähigkeiten der Kinder erkennen und ihnen angemessene Förderungen anbieten, damit sie sich weiterentwickeln können. Der dritte Teil des Textes beschäftigt sich mit dem Aufsatz von Ingrid HINTZ „Förderung und Intensivierung des privaten und schulischen Lesens mit Hilfe des Lesetagebuchs“ und ver-sucht die Frage zu beantworten, warum der Einsatz des Lestagebuchs im Deutschunterricht sinnvoll ist. Am Ende der drei referierten Aufsätze erfolgt eine persönliche Stellungnahme des Autors zu den Texten von BERTSCHI-KAUFMANN und zu dem Text von HINTZ.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. RICHTER, Karin/ HURRELMANN, Bettina: Kinderliteratur im Unterricht: Theorien und Modelle zur Kinder- und Jugendliteratur im pädagogischen Kontext
2.1 BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Kinderliteratur und literarisches Lernen. Lese- und Schreibentwicklungen im offenen Unterricht
3. BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Lesekompetenz, Leseleistung, Leseförderung. Grundlagen, Modelle und Materialen.
3.1 BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Leseverhalten beobachten – Lesen und Schreiben in der Verbindung
4. HINTZ, Ingrid: Das Lesetagebuch: intensiv lesen, produktiv schreiben, frei arbeiten
4.1 HINTZ, Ingrid: Förderung und Intensivierung des privaten und schulischen Lesens mit Hilfe des Lesetagebuchs
5. Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, den Einsatz des Lesetagebuchs als methodisches Instrument im Deutschunterricht auf Basis theoretischer Fachliteratur zu beleuchten, dessen didaktischen Mehrwert für das literarische Lernen zu prüfen und durch eine eigene Reflexion zu bewerten.
- Didaktische Bedeutung der Schulbibliothek und Buchauswahl
- Funktionsweise des Lesetagebuchs im offenen Unterricht
- Beobachtung und Förderung individueller Leseleistungen
- Bedeutung der Leseinteressen und Lesehaltungen bei Schülern
- Rolle des Lehrers als beratende Instanz
Auszug aus dem Buch
Der Einsatz der Methode des Lesetagebuchs im Unterricht
Der Einsatz der Methode des Lesetagebuchs im Unterricht bereichert den Unterricht selbst, besonders die Lese- und Schreibstunde. Beim Schreiben der Lesetagebücher interagieren die Schüler mit ihrem Buch und mit ihrem Lehrer. Nach BERTSCHI-KAUFMANN zeigt sich diese Interaktion darin, wenn das Kind in seinem Lesetagebuch schreibt, malt und mit Freude durch sein Journal blättert und liest. Mit seinem Lehrer interagiert der Schüler, wenn er den Lehrer um Hilfe oder um eine kleine Beratung bittet, was er in sein Lesetagebuch eintragen kann. Durch schriftliche Formulierungen und Zeichnungen der Kinder kann der Lehrer den Zugang zu den Gefühlen und Emotionen gewinnen, die die Kinder beim Lesen des Buches empfunden haben. Durch diesen Zugang versteht der Lehrer weiterhin, wie die Schüler auf „[…] das offene literarische Angebot im freien, zwar begleiteten, aber nicht angeleiteten Unterricht […]“5 reagiert haben.
Bei der Analyse der Reaktionen der Kinder auf die Bücher, die sie im Unterricht gelesen haben, stellt BERTSCHI-KAUFMANN in den Vordergrund, dass Mädchen und Jungen verschiedene Leseinteressen haben. Das zeigt sich bei den Titeln, die „[…] von beiden Geschlechtern gewählt und gelesen, aber auffallend unterschiedlich verarbeitet werden. […]“6. Einerseits identifizieren sich die Mädchen mit Buchhelden oder lieber mit einer Buchheldin, weil sie sich leichter mit dem eigenen Geschlecht identifizieren. Dieses Erkennen taucht bei der Schülerin Daniela aus einer vierten Klasse auf. Sie schreibt, es sei toll für sie, dass sie endlich ein Buch gelesen habe, wo Protagonisten Mädchen und keine Jungen seien. Im Gegensatz zu den Mädchen lesen die Jungen lieber Sachbücher und Bücher, die wegen der Handlung spannend sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Kontext des Proseminars dar und erläutert den Aufbau der Hausarbeit anhand der referierten Autoren und deren thematischen Schwerpunkte.
2. RICHTER, Karin/ HURRELMANN, Bettina: Kinderliteratur im Unterricht: Theorien und Modelle zur Kinder- und Jugendliteratur im pädagogischen Kontext: Dieses Kapitel analysiert die didaktische Bedeutung von Schulbibliotheken und die Rolle des Lesetagebuchs bei der individuellen Lern- und Leseentwicklung.
2.1 BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Kinderliteratur und literarisches Lernen. Lese- und Schreibentwicklungen im offenen Unterricht: Hier wird der Fokus auf die aktive Rolle der Schüler bei der Buchauswahl und die Interaktion durch das Lesetagebuch gelegt.
3. BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Lesekompetenz, Leseleistung, Leseförderung. Grundlagen, Modelle und Materialen.: Der Abschnitt befasst sich mit dem Instrument der Beobachtung zur individuellen Förderung der Leseleistung.
3.1 BERTSCHI-KAUFMANN, Andrea: Leseverhalten beobachten – Lesen und Schreiben in der Verbindung: Das Kapitel reflektiert, wie unterschiedliche Leseinteressen durch Lehrer gezielt unterstützt werden können, um den Erwerb von Lesekompetenz zu fördern.
4. HINTZ, Ingrid: Das Lesetagebuch: intensiv lesen, produktiv schreiben, frei arbeiten: Dieses Kapitel erörtert die Sinnhaftigkeit des Lesetagebuchs im Deutschunterricht und dessen Beitrag zur Lesemotivation.
4.1 HINTZ, Ingrid: Förderung und Intensivierung des privaten und schulischen Lesens mit Hilfe des Lesetagebuchs: Es wird die Verbindung zwischen privatem Leseerlebnis und schulischem Unterricht thematisiert sowie die beratende Rolle der Lehrkraft hervorgehoben.
5. Persönliche Stellungnahme: Die Autorin reflektiert die referierten Texte kritisch und zieht eine positive Bilanz hinsichtlich des Nutzens von Lesetagebüchern für Schüler.
Schlüsselwörter
Lesetagebuch, Deutschunterricht, Lesekompetenz, Kinderliteratur, Leseförderung, offener Unterricht, Leseinteresse, Schüler, Lehrerberatung, Leseverhalten, literarisches Lernen, Leseentwicklung, Grundschule, Motivation, Schreibförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Lesetagebuch als methodisches Instrument, um Kinder im Deutschunterricht zum Lesen zu motivieren und ihre individuelle Lese- und Schreibentwicklung zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kinderliteratur, dem offenen Unterricht, der Beobachtung von Leseleistungen, der Bedeutung der individuellen Buchwahl und der beratenden Funktion der Lehrkraft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen des Lesetagebuchs darzustellen, um Schülern einen persönlichen Zugang zur Literatur zu ermöglichen und dabei ihre unterschiedlichen Leseinteressen professionell zu begleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Hausarbeit verwendet?
Die Methode besteht aus der Literaturanalyse und dem Referieren relevanter Fachtexte von Andrea Bertschi-Kaufmann und Ingrid Hintz, ergänzt durch eine eigene persönliche Reflexion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Leseförderung, die praktische Anwendung des Lesetagebuchs, Möglichkeiten der Schülerbeobachtung und die didaktische Verknüpfung von freiem Lesen und schulischer Arbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Lesetagebuch, Lesekompetenz, offener Unterricht, Schüler-Lehrer-Interaktion und die individuelle Förderung durch Leseinteresse.
Wie unterscheidet sich die Reaktion von Mädchen und Jungen laut den zitierten Autoren?
Die Autoren stellen fest, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Interessen haben; Mädchen bevorzugen oft eine Identifikation mit weiblichen Protagonisten, während Jungen häufiger Sachbücher oder spannungsreiche Handlungsverläufe wählen.
Warum sollte laut der Arbeit im Lesetagebuch auf den Rotstift verzichtet werden?
Der Verzicht auf die Korrektur von Rechtschreib- oder Grammatikfehlern im Lesetagebuch ist wesentlich, um die Freude am Schreiben und die Motivation für das private Lesen bei Schülern nicht zu hemmen.
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- Anonym (Autor), 2016, Das Lesetagebuch als Unterrichtsmethode im Fach Deutsch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339430