Zentraler Gegenstand dieser Arbeit ist die entsprechende Untersuchung, inwiefern Cluster in der administrativen Anwendung zurecht eine solch exponierte Stellung einnehmen und in diesem Zusammenhang auftretende Superlative und Lobeshymen („Wunderwaffe“) eine praxis- oder realitätskonforme Legitimität aufweisen. Oder sind sie etwa eine überschätzte Modeerscheinung und lediglich Ausfluss des evidenten Problem- und Handlungsdrucks, dem sich die regionale Wirtschaftsförderung in Anbetracht begrenzter Mittel und Instrumente gegenüber gestellt sieht?
Zur Beantwortung dieser Fragestellung liegt nach einem einführenden Kapitel, welches sich genauer damit befasst, auf welche Art und Weise Cluster als wirtschaftsfördernde Maßnahme instrumentalisiert werden, der Fokus dieser Ausarbeitung auf der Bewertung der staatlichen Clusterförderung. Diese erfolgt zunächst auf einer konzeptionellen Grundlage. Dabei werden die Ziele, Möglichkeiten und Grenzen auf einer deskriptiven Basis lediglich kontrastiert, ehe in einem weiteren Unterkapitel der davon weitestgehend losgelöste und mit großen Herausforderungen verbundene Versuch einer systematischen empirischen Evaluation bisheriger Praxisergebnisse vorgenommen wird.
Die Grundlage dieser praxisbezogenen Evaluation in Kapitel 3.2 bilden dabei diverse Sekundärquellen, weil eine Auswertung der Primärerhebungen nicht nur wegen des (öffentlich) kaum verfügbaren Datenmaterials nur sehr begrenzt möglich, sondern auch aus Platzgründen im Rahmen dieser Ausarbeitung nicht zu leisten war. Dabei erfolgt eine ausschließliche Betrachtung der kommunalen Wirtschaftsförderung, die per definitionem eine lokale und regional begrenzte Orientierung aufweist. Transregionale Initiativen – wie der bundesstaatliche „Spitzencluster-Wettbewerb“ – bleiben daher bewusst außer Betracht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problematik
- Vorgehensweise
- Cluster als Instrument der kommunalen Wirtschaftsförderung
- Was ist ein Cluster?
- Bedeutung in der kommunalen Wirtschaftsförderung
- Theoretische Legitimation
- Bewertung
- Konzeptionelle Bewertung
- Ziele und Möglichkeiten
- Potentielle Defizite
- Evaluierung von Cluster-Implementationen aus der Praxisperspektive
- Erfolgsmessung: Herausforderungen und Methodik
- Empirische Ergebnisse
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die Rolle von Clustern in der kommunalen Wirtschaftsförderung. Sie hinterfragt die häufig optimistische Einschätzung der Wirksamkeit von staatlichen Clusterförderungen und beleuchtet die Legitimität der Bezeichnung „Wunderwaffe“ für dieses Instrument.
- Definition und Bedeutung von Clustern
- Theoretische Legitimation von Clusterförderung
- Konzeptionelle Bewertung von Clusterförderung
- Empirische Evaluation von Cluster-Implementationen
- Herausforderungen und Chancen der Clusterpolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der Untersuchung dar und skizziert die Vorgehensweise der Arbeit. Kapitel 2 befasst sich mit der Definition von Clustern und deren Bedeutung in der kommunalen Wirtschaftsförderung. Die theoretische Legitimation von Clusterförderung wird ebenfalls beleuchtet. In Kapitel 3 wird die staatliche Clusterförderung sowohl konzeptionell als auch aus der Praxisperspektive bewertet. Dabei werden die Ziele, Möglichkeiten und Defizite der Clusterpolitik analysiert. Die Evaluierung von Cluster-Implementationen in Kapitel 3.2 umfasst eine Diskussion der Erfolgsmessung und die Analyse empirischer Ergebnisse. Die Zusammenfassung und der Ausblick runden die Arbeit ab.
Schlüsselwörter
Cluster, kommunale Wirtschaftsförderung, staatliche Förderung, Clusterpolitik, Wirtschaftsentwicklung, regionale Entwicklung, Silicon Valley, Erfolgsmessung, Evaluation, empirische Ergebnisse, Methodik, Chancen, Defizite, „Wunderwaffe“.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein wirtschaftliches Cluster?
Ein Cluster ist eine regionale Konzentration von miteinander verbundenen Unternehmen und Institutionen in einem bestimmten Wirtschaftszweig, die durch Kooperation und Wettbewerb Synergien nutzen.
Warum wird Clusterförderung oft als „Wunderwaffe“ bezeichnet?
Der Begriff wird oft metaphorisch für die hohe Erwartungshaltung verwendet, dass Cluster die regionale Wirtschaftskraft, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fast automatisch steigern können.
Welche Ziele verfolgt die kommunale Wirtschaftsförderung mit Clustern?
Ziele sind die Förderung von Innovationen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der regionalen Identität und die effiziente Nutzung begrenzter Fördermittel durch Spezialisierung.
Wie wird der Erfolg von Clustern in der Praxis gemessen?
Die Erfolgsmessung ist herausfordernd. Sie erfolgt oft über empirische Evaluationen, die Faktoren wie Unternehmenswachstum, Patentanmeldungen und die Intensität der Vernetzung untersuchen.
Was sind die Risiken einer einseitigen Clusterpolitik?
Ein Risiko ist die mangelnde Resilienz gegenüber branchenspezifischen Schocks. Zudem können Cluster zu einer „überschätzten Modeerscheinung“ werden, wenn sie ohne reale wirtschaftliche Basis künstlich gefördert werden.
Dient das Silicon Valley als allgemeingültiges Vorbild für Cluster?
Das Silicon Valley wird oft als Idealbeispiel genannt, doch die Arbeit hinterfragt, inwiefern sich solche Erfolgsmodelle einfach auf jede beliebige Region übertragen lassen.
- Quote paper
- Patrick Doedt (Author), 2015, Cluster. Wunderwaffe der kommunalen Wirtschaftsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339415