Die Unternehmensbewertung für erbschaftsteuerliche Zwecke ermittelt den Wert des Unternehmens. Anschließend wird die Steuerschuld basierend auf der Vermögenshöhe berechnet, welche im Vorfeld durch die Bewertung ermittelt wurde. Aus diesem Grund ist letztendlich die Bewertung im Wesentlichen verantwortlich für die Bemessungsgrundlage und damit für die Höhe der Steuerschuld. Die Intention des Gesetzgebers liegt darin, einen möglichst präzisen, den tatsächlichen Umständen entsprechenden aktuellen Wert des Steuerobjektes zu ermitteln und den entstehenden Aufwand und somit die Kosten möglichst gering zu halten.Bewertungsvorschriften sind daher unerlässlich, um eine möglichst gerechte Besteuerung zu ermöglichen. Die starke Beeinflussung der Steuerschuld durch die Bewertung spiegelt folglich, sowohl deren Relevanz als auch eine durch ständige Rechtsprechung gegebenen Aktualität wider.
Inhaltsverzeichnis
- Relevanz und Motivation der erbschaftsteuerlichen Bewertung
- Erläuterung und Analyse der Unternehmensbewertung
- Prozess der Unternehmensbewertung
- Einordnung der Unternehmensbewertung in den Erbschaftsprozess
- Gesamtbewertung und der „gemeine Wert“ als Bewertungsmaßstab
- Hierarchie der Verfahren nach §11 BewG
- Stufe 1 und 2 - Börsenkurs und Verkaufswert
- Stufe 3- Öffnung des §11 BewG
- Bewertungsverfahren
- Ertragswertverfahren nach IDW S1
- Discounted Cashflow
- Vereinfachtes Ertragswertverfahren §199-203 BewG
- Substanzwertverfahren
- Prozess der Unternehmensbewertung
- Kritische Gegenüberstellungen der Verfahren nach §11 BewG
- Abschließendes Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Unternehmensbewertung im Kontext der Erbschaftsteuer. Sie analysiert die verschiedenen Bewertungsverfahren, die im deutschen Erbschaftsteuerrecht Anwendung finden, und beleuchtet ihre Stärken und Schwächen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der erbschaftsteuerlichen Bewertung zu vermitteln und die relevanten Kriterien für eine korrekte und faire Bewertung von Unternehmen aufzuzeigen.
- Die Bedeutung der erbschaftsteuerlichen Unternehmensbewertung
- Die verschiedenen Bewertungsverfahren nach §11 BewG
- Die Anwendung von Discounted Cashflow-Methoden
- Die kritische Analyse der Verfahren und ihrer Grenzen
- Die Relevanz des „gemeinen Werts“ als Bewertungsmaßstab
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel behandelt die Relevanz und Motivation der erbschaftsteuerlichen Bewertung. Es beleuchtet die Bedeutung der Unternehmensbewertung im Rahmen der Erbschaftsteuer und zeigt die Herausforderungen auf, die sich im Zusammenhang mit der Bewertung von Unternehmen stellen.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Erläuterung und Analyse der Unternehmensbewertung. Es erläutert den Prozess der Unternehmensbewertung und die Einordnung der Bewertung in den Erbschaftsprozess. Darüber hinaus werden die verschiedenen Bewertungsverfahren nach §11 BewG vorgestellt, inklusive der Hierarchie der Verfahren und der jeweiligen Stärken und Schwächen.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel befasst sich mit einer kritischen Gegenüberstellung der verschiedenen Verfahren nach §11 BewG. Es analysiert die Vor- und Nachteile der Verfahren und zeigt die potenziellen Probleme und Herausforderungen bei der Anwendung der einzelnen Verfahren auf.
Schlüsselwörter
Erbschaftsteuer, Unternehmensbewertung, §11 BewG, Bewertungsverfahren, Ertragswertverfahren, Discounted Cashflow, Substanzwertverfahren, gemeiner Wert, Steuerrecht, Bewertungskriterien, Unternehmensanalyse, Finanzdaten, Kapitalisierungsfaktor, Tax Shield, WACC, Kapitalkosten, Risikoanalyse, Bewertungspraktiken.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird ein Unternehmen für die Erbschaftsteuer bewertet?
Die Bewertung erfolgt nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes (§ 11 BewG), wobei der „gemeine Wert“ als Maßstab dient.
Was ist das vereinfachte Ertragswertverfahren?
Ein gesetzlich geregeltes Verfahren (§§ 199-203 BewG), um den Wert eines Unternehmens basierend auf zukünftigen Erträgen mit einem festen Kapitalisierungsfaktor zu ermitteln.
Wann wird das Substanzwertverfahren angewendet?
Es dient als Mindestwert, falls der Ertragswert niedriger ist als der Wert der Summe aller Wirtschaftsgüter des Unternehmens.
Was bedeutet „gemeiner Wert“?
Es ist der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr bei einer Veräußerung zu erzielen wäre (Verkehrswert).
Welche Rolle spielt der Börsenkurs bei der Bewertung?
Bei börsennotierten Unternehmen ist der Börsenkurs die vorrangige Stufe der Wertermittlung gemäß der Hierarchie im BewG.
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- Johannes Seidel (Author), 2015, Unternehmensbewertung anhand erbschaftsteuerlicher Kriterien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338900