Das Kooperationsprinzip wurde erstmalig durch Herbert Paul Grice als Teil der Pragmatik beschrieben. Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es zum einen, das Grice’sche Modell der Pragmatik vorzustellen und mit anderen sprachwissenschaftlichen Gebieten zu vergleichen. Anschließend sollen Fragen wie die folgenden beantwortet werden können: Wie kann ich wirklich meinen Gesprächspartner verstehen? Was muss ich beachten? Oder was spielt eine wichtige Rolle während der Kommunikation? In wie fern ist der Modell von Grice anwendbar?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1. Das Kommunikationsmodell von H.P. Grice
2.1.1. Kooperationsprinzip
2.1.2. Konversationsmaximen
2.1.3. Implikaturen
2.2. Werbesprachen
2.2.1. Vorüberlegungen
2.2.2. Sprachliche Besonderheiten
2.2.3. Funktionen
2.2.4. Bilanz
3. Anwendung: Analyse von Werbesprache ausgehend von Grices Ansätzen
3.1. Analysen von Slogans
3.1. Analyse einer Werbung
4. Schlusswort
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Kooperationsprinzip von Herbert Paul Grice und wendet dessen pragmalinguistische Ansätze auf die Sprache in Werbebotschaften an. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern sich die Grice’sche Theorie zur Analyse medialer Werbesprache eignet und ob die dort postulierten Konversationsmaximen in Werbeslogans und Werbevideos systematisch verletzt werden.
- Grundlagen der Pragmatik nach H.P. Grice
- Struktur und Funktionen der Werbesprache
- Analyse von Werbeslogans hinsichtlich ihrer Kooperativität
- Praktische Untersuchung eines Werbespots anhand der AIDA-Struktur und Grices Maximen
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Das Kooperationsprinzip
Nach der Vorstellung des Gedanken von Grice und der Bedeutungstheorie werden im kommenden Kapiteln die Merkmale sowie Zwecke des Kooperationsprinzips präsentiert.
Das Kooperationsprinzip beschäftigt sich vor allem mit Verhaltensweisen, die für alle Teilnehmer als selbstverständlich gelten müssen, die während eines Diskurses oder Unterhaltung stattfinden. Grice baut seine Struktur anhand dieser Faktoren, die die Konversation begleiten, auf und setzt den Schwerpunkt genau auf diese. Das Kooperationsprinzip lautet wie folgt:
„Mache deinen Gesprächsbeitrag jeweils so, wie es von dem akzeptierten, Zweck oder der akzeptierten Richtung des Gespräch, an dem du teilnimmst, gerade verlangt wird“.
Wichtig zu betonen ist, dass die Bedeutungstheorie von Grice mit dem Kooperationsprinzip zusammenhängt. Eine wichtige Rolle spielt dabei einerseits die Intention des Sprechers sowie die durch den Sprecher zu äußern beabsichtigte „meaning“, also der Kontext der gemeint ist, und andererseits „Speaker Meaning“ der Formulierung, also die Bedeutung, die während der Formulierung – die zusammen mit der Intention – hervorgehoben wird. Des Weiteren ist diese, laut Grice, wichtiger als der Inhalt des Satzes (also „ Speaker Meaning“), da diese durch den Effekt der Intention, die vom Hörer wahrgenommen wird, einen stärkeren Effekt produziert. Infolgedessen hat für Grice die Intention des Sprechers Priorität. Dies zeigt einen Kontrast zur Code-Theorie, in der nur die Grammatik sowie die Konvention der Bedeutung der Ausdrücke oder Terme die führenden Rolle spielen. Demnach wird die Theorie von Grice auch als internationale Theorie bezeichnet. Zu betonen ist auch die Aussage von Escandell Vidal:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die pragmalinguistische Theorie von Grice ein und definiert das Ziel der Arbeit, diese Theorie auf die Sprache der Werbung anzuwenden.
2. Theoretische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden Grices Kommunikationsmodell, inklusive des Kooperationsprinzips und der Konversationsmaximen, sowie Grundlagen der Werbesprache theoretisch fundiert.
3. Anwendung: Analyse von Werbesprache ausgehend von Grices Ansätzen: Dieser Teil belegt die Anwendbarkeit der Theorie durch konkrete Analysen von bekannten Werbeslogans und einer detaillierten Untersuchung eines Werbespots.
4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die theoretische und praktische Relevanz der Grice’schen Ansätze über die Sprachwissenschaft hinaus.
5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis enthält die zitierte Fachliteratur, die der Arbeit als theoretische Basis dient.
Schlüsselwörter
Pragmalinguistik, Herbert Paul Grice, Kooperationsprinzip, Konversationsmaximen, Implikaturen, Werbesprache, Kommunikation, Sprecherintention, AIDA-Modell, Sprachphilosophie, Inferenz, Werbeslogans, Kommunikationsanalyse, Sprachgebrauch, Werbebotschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das pragmalinguistische Kooperationsprinzip von Herbert Paul Grice und untersucht, wie dieses Modell auf die Sprache und Wirkung von Werbung angewendet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Konversationsmaximen, die Unterscheidung zwischen sagen und meinen sowie die mediale Gestaltung und Wirkung von Werbesprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Anwendbarkeit von Grices Modell auf Werbetexte und Werbespots zu prüfen und festzustellen, ob die für Konversationen aufgestellten Regeln in der kommerziellen Kommunikation eingehalten oder bewusst verletzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und führt anschließend eine qualitativ-analytische Untersuchung von Werbeslogans und einem Werbevideo durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Grices Kommunikationsmodell sowie einen praktischen Teil, in dem Slogans und ein Werbespot von Mr. Musculo auf Basis dieser Theorie analysiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind das Kooperationsprinzip, Konversationsmaximen, konversationelle Implikaturen, Werbesprache und das AIDA-Modell.
Inwiefern spielt das AIDA-Modell eine Rolle bei der Analyse des Werbespots?
Das AIDA-Modell dient als Strukturierungsrahmen für den Werbespot (Mr. Musculo), um die einzelnen Phasen der Kundenansprache (Attention, Interest, Desire, Action) mit den linguistischen Äußerungen zu verknüpfen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Verwendung von Sprache in der Werbung?
Der Autor schließt, dass Sprache in der Werbung eine Schlüsselrolle spielt und dass die Verstöße gegen Grices Konversationsmaximen oft gezielt eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen oder Implikaturen zu erzeugen.
- Quote paper
- Angelo Melli (Author), 2014, Das Kooperationsprinzips von Herbert Paul Grice. Analyse von Werbesprache hinsichtlich der Konversationsmaxime, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338660