„Das Wahlrecht ist die Visitenkarte des Staates“. Hierzulande steht dieses Diktum für eine „Parteiendemokratie“, welche durch ein starres Verhältniswahlsystem und einem Listenwahlrecht gekennzeichnet ist.
In Österreich gibt es seit geraumer Zeit Kritik und Diskussionen bezüglich des Wahlsystems.
Die österreichischen Parteien sind sich zu diesem Thema erwartungsgemäß nicht einig!
Auf der einen Seite selbst, wenn sich die traditionellen Großparteien wie die Sozialdemokratische Partei und die Österreichische Volkspartei für eine Umwandlung in ein mehrheitsrechtliches Wahlsystem aussprechen, gibt es andererseits die oppositionellen und kleineren Parteien wie beispielsweise die Grünen, welche eher gegen eine Änderung auftreten.
Eine Mehrheitswahl würde die Kleinparteien schwächen und Mehrheiten der Großparteien fördern. Aufgrund dieser Logik ist der Aufschrei der Opposition nachvollziehbar. Die brennende Frage, welche sich im Zuge dieser Diskussion stellt, ist, ob und in welcher Form eine Wahlsystemreform in Österreich möglich sein kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
- Formulierung der Forschungsfrage
- Unterfragestellungen
- Thesen
- Methodische Vorgehensweise
- Theoretischer Ansatz
- Demokratietheorien
- Wahlrechtsprinzipien
- Wahlsysteme
- Das österreichische Wahlsystem
- Historische Besonderheiten
- Anfänge des Parlamentarismus
- Parlamentarische Demokratie (Zweite Republik)
- Das Verhältniswahlrecht
- Abgrenzung zum Mehrheitswahlrecht
- Parteien in Österreich
- Das britische Wahlsystem
- Historische Besonderheiten
- Ursprung und Entstehung
- Parlamentarische Demokratie (Westminster-System)
- Das Mehrheitswahlrecht
- Abgrenzung zum Verhältniswahlrecht
- Parteien in Großbritannien
- Konzepte in Österreich
- Reformvorschläge
- Relatives Mehrheitswahlrecht und Varianten
- Neisser'sche Personalisierung des Wahlrechts
- Mischformen (Broda-Gratz/Rösch)
- Aktueller Stand in Österreich
- Befragung der Parlamentsfraktionen
- Aussagenanalyse der Befragungen
- Situation und Kritik
- Mehrheitsförderndes Wahlrecht als Chance
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie das österreichische Wahlsystem reformiert werden kann, um die Demokratie zu stärken und die politische Partizipation zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Vergleich des österreichischen Verhältniswahlrechts mit dem englischen Mehrheitswahlrecht. Die Arbeit analysiert die historischen Entwicklungen beider Systeme, die jeweiligen Vor- und Nachteile und die aktuellen Reformdiskussionen in Österreich.
- Analyse der historischen Entwicklung des österreichischen und des englischen Wahlsystems
- Vergleich der Vor- und Nachteile von Verhältniswahlrecht und Mehrheitswahlrecht
- Bewertung von Reformvorschlägen für das österreichische Wahlsystem
- Analyse der aktuellen politischen Debatte um eine Wahlrechtsreform in Österreich
- Beurteilung der Chancen und Risiken eines mehrheitsfördernden Wahlrechts für die österreichische Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung der Diplomarbeit stellt die Themenstellung und die Relevanz der Forschungsfrage dar. Sie führt in die Problematik der Wahlsystemreform in Österreich ein und skizziert den methodischen Ansatz der Arbeit. Kapitel 2 beleuchtet den theoretischen Rahmen der Arbeit, indem es verschiedene Demokratietheorien, Wahlrechtsprinzipien und Wahlsysteme vorstellt. Kapitel 3 widmet sich dem österreichischen Wahlsystem und seiner historischen Entwicklung. Es analysiert das Verhältniswahlrecht und seine Auswirkungen auf die österreichische Parteienlandschaft. Kapitel 4 befasst sich mit dem britischen Wahlsystem, betrachtet seine historischen Besonderheiten und analysiert das Mehrheitswahlrecht. Kapitel 5 präsentiert verschiedene Reformvorschläge für das österreichische Wahlsystem und analysiert den aktuellen Stand der Debatte um eine Wahlrechtsreform in Österreich.
Schlüsselwörter
Die Diplomarbeit befasst sich mit den zentralen Themen der Wahlsystemreform in Österreich, insbesondere dem Vergleich von Verhältniswahlrecht und Mehrheitswahlrecht. Wichtige Schlüsselwörter sind: Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, Wahlsystemreform, Demokratie, politische Partizipation, Parteienlandschaft, Reformvorschläge, Österreich, Großbritannien.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptmerkmal des österreichischen Wahlsystems?
Es ist ein Verhältniswahlsystem mit Listenwahlrecht, das oft als typisch für eine 'Parteiendemokratie' angesehen wird.
Warum fordern Großparteien oft ein Mehrheitswahlrecht?
Ein Mehrheitswahlrecht begünstigt große Parteien und führt eher zu stabilen Ein-Partei-Regierungen, schwächt aber kleinere Parteien.
Was ist das 'Westminster-System'?
Es bezieht sich auf das britische Modell des relativen Mehrheitswahlrechts in Einerwahlkreisen, das hier als Vergleich zum österreichischen System dient.
Welche Reformvorschläge gibt es für Österreich?
Diskutiert werden unter anderem Mischformen, die stärkere Personalisierung des Wahlrechts (z.B. nach Neisser) oder mehrheitsfördernde Elemente.
Wie stehen die Grünen zu einer Wahlrechtsreform?
Als kleinere Partei lehnen sie eine Umwandlung in ein Mehrheitsrecht ab, da dies ihre parlamentarische Vertretung gefährden würde.
- Arbeit zitieren
- BA MA Thomas F. Eisenhut (Autor:in), 2015, Wahlsysteme und Entwicklungen des Wahlrechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338088