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Heimliches Lesen und Bücherschmuggel in der DDR

Title: Heimliches Lesen und Bücherschmuggel in der DDR

Bachelor Thesis , 2015 , 118 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Juliane Bonkowski (Author)

Communications - Media History
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In der heutigen Zeit und für unsere Generation ist es kaum mehr vorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der den Menschen bestimmte Literatur, Zeitungen, Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse vorenthalten wurden. Besonders die heutige Gesellschaft, die mit dem Internet und anderen Massenmedien aufwächst, kommt in den Genuss, jedes mediale Angebot überwiegend online nutzen zu können. Das bedeutet, dass wir jederzeit alle Informationen abrufen können, die wir benötigen.

Schauen wir jedoch 30 Jahre zurück, müssen wir feststellen, dass dies nicht immer selbstverständlich war. Eltern und Großeltern, die in der ehemaligen DDR gelebt haben, könnten uns diverse Geschichten darüber erzählen, welche Einschränkungen es damals gab, unter anderem im kulturellen Bereich. Es gab Unmengen an Literatur, die in der DDR entweder „nicht leicht zu haben, kulturpolitisch ausgegrenzt oder verboten war“. Doch nicht alle Bürger der DDR wollten sich vorschreiben lassen, was sie lesen durften und was nicht. Die Leser, die Verbotenes lesen wollten, waren durchaus einfallsreich in ihren Ideen, wie sie beispielsweise an Bücher aus dem westlichen Ausland herankamen. Nicht selten war dies mit enormen Risiken verbunden.

Prof. Dr. Rainer Eckert, bis vor Kurzem Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig, vertritt folgende Ansicht: „Meine These ist die, dass es in der DDR möglich war, wenn auch in sehr langen Zeiträumen, unter schwierigen Bedingungen, letztlich jedes Buch auch zu bekommen.“ Diese Aussage wirft die Frage auf, ob es tatsächlich jedem Leser möglich war, die Literatur zu erstehen, die ihm wichtig war. Dies erfordert ein gewisses Hintergrundwissen zum heimlichen Leser. Wie kennzeichnete er sich, wie verhielt er sich? Außerdem ist von großem Interesse, welche Möglichkeiten er hatte, die begehrte verbotene Literatur zu erlangen, mit welchem Ziel er dies tat und welche Folgen das für ihn persönlich und auch für sein Umfeld hatte. Diese Fragen finden in der folgenden Abschlussarbeit mit Hilfe von Zeitzeugeninterviews Beantwortung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Heranführung an das Thema

1.2 Aufbau und Struktur

2 Bestimmung des Ausgangsmaterials

2.1 Festlegung des Materials

2.1.1 Entstehungssituationen der Interviews

2.1.2 Formale Charakteristik des Ausgangsmaterials

2.1.3 Die Zeitzeugen

2.2 Methodisches Vorgehen

3 Heimliches Lesen in der DDR

3.1 Die Literaturpolitik in der DDR

3.2 Funktionen von Literatur aus Sicht der DDR

4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur

4.1 Baldur Haase

4.2 Vera Lengsfeld

4.3 Siegmar Faust

4.4 Thomas Dahnert

4.5 Siegbert Schefke

4.6 Holger Irmer

4.7 Matthias Chlebowski

5 Auswertung der Zeitzeugeninterviews

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des heimlichen Lesens und des Bücherschmuggels in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), um die Strategien der Bürger zur Umgehung kultureller Zensur sowie die persönlichen Konsequenzen ihres Handelns zu beleuchten. Basierend auf Zeitzeugeninterviews wird erforscht, ob und wie der Zugang zu verbotener Literatur das Weltbild und die politische Haltung der Leser prägte.

  • Die staatliche Literaturpolitik und Zensurpraktiken in der DDR.
  • Motive und Methoden der Leser zur Beschaffung unerwünschter Literatur.
  • Die Rolle von Literatur als Mittel zur Bildung und systemkritischen Auseinandersetzung.
  • Individuelle Erfahrungen der Zeitzeugen mit Überwachung und Sanktionen.
  • Der langfristige Einfluss des Lesens auf das Leben und die Identität der Zeitzeugen.

Auszug aus dem Buch

4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur

Synonyme für das Wort „heimlich“ sind beispielsweise „verborgen“ und „unerkannt“, es geschehen Dinge, die andere Menschen nicht erfahren sollen. Der Leser ist ein Rezipient schriftlicher Texte. Die Bevölkerung der DDR hatte Zugang zu Literatur, die der Staat für angemessen und ideologiekonform hielt. Dem gegenüber stand die Literatur aus der Bundesrepublik Deutschland und dem westlichen Ausland, die den Menschen vorenthalten wurde. Wer wirklich großes Interesse an Literatur hatte, musste den Konsum also im Verborgenen betreiben. Der heimliche Leser war demnach jemand, der in der DDR nicht öffentlich zugängliche Druckerzeugnisse rezipierte.

Eine tragende Rolle spielte auch die Neugier und der Reiz des Verbotenen, was mir auch von Herrn Faust bestätigt wurde: „Das nachvollziehen, was es noch in der Welt gibt, und ob das Indien ist, alles was eben verboten war oder alles, was einem vorenthalten wurde. Da war man neugierig.“ Es ging ja letztendlich nicht nur darum, dass man bestimmte Literatur nicht lesen durfte. Vielmehr war ja das ganze Leben von einer Ideologie bestimmt, die die Menschen von allem Unbekannten und nicht dem Sozialismus entsprechenden fernhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Lesens unter restriktiven Bedingungen in der DDR ein und umreißt den Aufbau der wissenschaftlichen Untersuchung.

2 Bestimmung des Ausgangsmaterials: Hier werden die methodische Grundlage der Oral History und der qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt sowie die Auswahl der Zeitzeugen und deren Interviews erläutert.

3 Heimliches Lesen in der DDR: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Literaturpolitik der DDR und analysiert die Funktionen, die Literatur aus der Sicht der SED erfüllen sollte.

4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur: Der Hauptteil präsentiert die individuellen Lebenswege und persönlichen Erfahrungen von sieben Zeitzeugen mit verbotener Literatur.

5 Auswertung der Zeitzeugeninterviews: Die Erkenntnisse aus den Interviews werden hier systematisch verglichen, kategorisiert und in den literaturhistorischen Kontext eingeordnet.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die individuelle Bedeutung von Bildung und Freiheit durch Literatur im Kontext der DDR-Diktatur.

Schlüsselwörter

DDR, Literaturpolitik, Zensur, Bücherschmuggel, Heimliche Leser, Oral History, Qualitative Inhaltsanalyse, SED, Unerwünschte Literatur, Zeitzeugen, Systemkritik, Bildung, Ideologie, Staatssicherheit, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des „heimlichen Lesens“ in der DDR, also den bewussten Konsum von staatlich nicht zugelassener Literatur und die verschiedenen Schmuggelmethoden der Bürger.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die staatliche Kulturpolitik, die Zensurmechanismen der DDR sowie die individuellen Handlungsspielräume und Motivationen der betroffenen Leser.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, wie DDR-Bürger durch das Lesen verbotener Literatur versuchten, ihren Wissenshorizont zu erweitern und eine kritische Auseinandersetzung mit ihrem Alltag und dem Staat zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der Methode der „Oral History“, unterstützt durch die „Qualitative Inhaltsanalyse“, um die Erfahrungen von Zeitzeugen wissenschaftlich auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich in ausführlichen Kapiteln den persönlichen Erlebnissen von sieben Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen mit verbotener Literatur und den damit verbundenen persönlichen Konsequenzen berichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

DDR-Literatur, Zensur, Bücherschmuggel, Systemkritik, Zeitzeugeninterviews und ideologische Kontrolle.

Inwieweit spielt die Staatssicherheit eine Rolle in den Interviews?

Die Überwachung durch die Stasi war für viele Interviewte ein ständiger Begleiter; einige erlebten direkte Repressionen wie Verhaftungen oder Haftstrafen, während andere eher im Verborgenen agierten.

Warum war der Zugang zu „westlicher“ Literatur für viele so wichtig?

Neben dem Reiz des Verbotenen bot diese Literatur alternative Perspektiven auf die Welt, die dem DDR-Einheitsbild des Sozialismus entgegenstanden und als „Fenster zur Welt“ dienten.

Gab es einheitliche politische Ziele der heimlichen Leser?

Nein, die Motive waren sehr individuell: Sie reichten von reinem intellektuellem Interesse und Unterhaltung bis hin zu explizit politischer Motivation und Widerstand gegen das SED-Regime.

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Details

Title
Heimliches Lesen und Bücherschmuggel in der DDR
College
University of Leipzig
Grade
1,3
Author
Juliane Bonkowski (Author)
Publication Year
2015
Pages
118
Catalog Number
V335646
ISBN (eBook)
9783668279575
ISBN (Book)
9783668279582
Language
German
Tags
DDR Bücherschmuggel heimlich lesen Lesen Zensur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Bonkowski (Author), 2015, Heimliches Lesen und Bücherschmuggel in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335646
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