Das Recht des Einzelnen, seine autonomen Entscheidungen unabhängig von späteren Krankheits- oder Bewusstseinszuständen durchzusetzen oder durchsetzen zu lassen, ist nach Jahrzehnte lang währender Diskussion endlich formaljuristisch gestärkt worden, doch werden mit dieser Stärkung der Rechte des Verfügenden auch Probleme aufgeworfen.
So ist vielleicht die „frühere“ – die verfügende – Person in der „späteren“, krankheitsbedingt zu Willensbekundungen unfähigen Person, nicht wiederzuerkennen. Nicht selten lassen individuelle Entwicklung und Umfeld des Verfügenden auch daran zweifeln, ob die frühere Bekundung des Willens in dieser Form eine autonome Willensentscheidung darstellte.
Diskussionswürdig ist, in wie weit es im Alltag faktische Reichweitenbeschränkungen des vorab erklärten Willens gibt und ob das Patientenrechtegesetz in seiner aktuellen Formulierung dem Patienten zum Vorteil gereicht. Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und Problemstellung
- Hauptteil
- Zur geschichtliche Entwicklung der Patientenverfügung als schriftliche Form des vorab erklärten Willens
- Aktuelle gesetzliche Grundlagen und gesetzliche Reichweite der Patientenverfügung
- Anforderung an eine Patientenverfügung
- Autonomie
- Faktische Reichweitenbegrenzung der Patientenverfügung im Alltag
- Überwiegend ärztlich begründete Konflikte und Begrenzungen
- Überwiegend durch Patienten begründete Konflikte und Begrenzungen
- Überwiegend durch Angehörige begründete Konflikte und Begrenzungen
- Begrenzungen bei Demenz(entwicklung)
- Patientenverfügung bei Notfällen
- Patientenverfügung und Organspendeerklärung
- Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Reichweite und Anwendbarkeit des vorab erklärten Willens am Lebensende, insbesondere im Kontext der Patientenverfügung. Ziel ist es, die historische Entwicklung, die aktuellen rechtlichen Grundlagen und die faktischen Grenzen der Patientenverfügung im Alltag zu beleuchten.
- Die historische Entwicklung der Patientenverfügung in Deutschland
- Die rechtlichen Grundlagen und die Reichweite des Patientenrechtegesetzes von 2009
- Die Bedeutung von Autonomie und Selbstbestimmung am Lebensende
- Die Herausforderungen bei der Umsetzung von Patientenverfügungen in der Praxis
- Die Rolle von Ärzten, Patienten und Angehörigen bei der Entscheidungsfindung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Patientenverfügung ein und beleuchtet die Problematik der Selbstbestimmung am Lebensende. Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Patientenverfügung, die aktuellen rechtlichen Grundlagen und die Anforderung an eine gültige Patientenverfügung. Des Weiteren wird die Bedeutung von Autonomie im Kontext von medizinischen Entscheidungen und die faktischen Grenzen der Patientenverfügung im Alltag diskutiert.
Schlüsselwörter
Patientenverfügung, vorab erklärter Wille, Selbstbestimmung, Autonomie, Lebensende, Patientenrechtegesetz, ärztliche Behandlung, medizinische Entscheidung, Ethik, Recht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel einer Patientenverfügung?
Eine Patientenverfügung dient dazu, den autonomen Willen einer Person für medizinische Situationen festzulegen, in denen sie selbst nicht mehr kommunikationsfähig ist.
Welche Probleme gibt es bei der Umsetzung von Patientenverfügungen?
Oft besteht eine Diskrepanz zwischen der "früheren" verfügenden Person und der "späteren" kranken Person. Zudem können Zweifel an der damaligen Autonomie der Entscheidung oder faktische Reichweitenbeschränkungen im Alltag auftreten.
Was besagt das Patientenrechtegesetz von 2009?
Das Gesetz stärkte die formale Rechtskraft des vorab erklärten Willens, warf jedoch gleichzeitig neue Fragen zur praktischen Anwendbarkeit und Reichweite in Notfällen oder bei Demenz auf.
Wie beeinflussen Angehörige die Entscheidung am Lebensende?
Angehörige können Konflikte verursachen, wenn sie den mutmaßlichen Willen des Patienten anders interpretieren oder die Umsetzung der Patientenverfügung emotional ablehnen.
Gilt eine Patientenverfügung auch in Notfällen?
In Notfällen ist die Anwendung oft schwierig, da Ärzte sofort handeln müssen und die Verfügung möglicherweise nicht rechtzeitig vorliegt oder die Situation nicht präzise abdeckt.
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- Dr. Detlev Jäger (Author), 2014, Autonomie am Lebensende. Die Reichweite und Anwendbarkeit des vorab erklärten Willens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334575