Die Thesis befasst sich mit dem Thema, den Online-Handel als Vertriebsweg für den kleinen und mittleren stationären Fachhandel zu erschließen. Ziel der Ausarbeitung ist es, den Leser ganzheitlich für die Aufgabenstellungen des Online-Handels zu sensibilisieren. Daher geht es nicht ausschließlich um die Implementierung einer Online-Shop-Lösung, sondern vielmehr darum, einen Multi-Channel-Vertrieb 1 mit großer Reichweite zu realisieren. Die Thematik wird im Sinne eines Beratungsprojekts aufgearbeitet.
Das Thema wird anhand eines praktischen Projekts erläutert. Die in diesem Projekt gemachten Erfahrungen werden, soweit möglich, abstrahiert dargestellt. So bleiben die Anforderungen, Problemstellungen, betriebliche Integration und flankierende Maßnahmen allgemeingültig und branchenneutral auf kleine bis mittelgroße Fachhandelsgeschäfte übertragbar.
Um dem Anspruch der Übertragbarkeit gerecht zu werden, wird kein Schwerpunktthema gesetzt. Die Thesis behandelt die Themengebiete, die maßgeblich über Erfolg und Misserfolg entscheiden, mit entsprechender Informationstiefe. Lediglich bei den Themenkomplexen, die sich direkt der praktischen Umsetzung widmen, wird demgegenüber Bezug auf das praktische Projekt genommen, um detaillierte Lösungsansätze besprechen zu können.
Ansatzpunkt der Diskussion ist der Status Quo eines Fachhändlers, der sich dazu entschlossen hat das Internet in seine Vertriebsstrategie zu integrieren. Die Ausgangsituation, die hier beschrieben wird, kann in weiten Teilen als typisch für kleine und mittlere Fachhändler angesehen werden. Auf Basis dieser Annahme werden Lösungswege diskutiert, die sich an den personellen und finanziellen Möglichkeiten von Fachhändlern orientieren, deren Kerngeschäft der stationäre Handel ist. Insbesondere werden bei der Argumentation die infrastrukturellen Rahmenbedingungen des Fachhandels berücksichtigt. Die Ausarbeitung betrachtet die Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen, um das Internet effizient für den Multi-Channel-Vertrieb nutzen zu können. Ziel ist es, Absatzkanäle bzw. Angebotsplattformen miteinander zu verknüpfen und von positiven Wechselwirkungen der Multi-Channel-Strategie, in Form von Reichweitensteigerung, zu profitieren. Die Argumentation wird durch die wichtigsten Aspekte des Online-Marketings komplettiert. Es wird herausgestellt, dass die Erschließung des Online-Handels für den stationären Fachhandel ein massives Umdenken erfordert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation und Ziele
1.2 Gliederung und Aufbau
2 Marktbetrachtung
2.1 Der Versandhandel
2.2 Nutzer: Nutzerzahlen, Demographie, Motive
2.3 Anbieter: Markteilnehmer und Statistik
2.4 Bezahlverfahren
2.5 Gründe für Erfolg und Misserfolg
3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.1 Mediendienste
3.2 Teledienste
3.3 Herkunftslandprinzip
3.4 Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr
3.5 Widerrufs- und Rückgaberecht
3.6 Datenschutz
3.7 Verantwortlichkeit und Haftung
4 Ausgangssituation im Fachhandel
4.1 Entwicklungsstand im Fachhandel
4.2 Ablauforganisation im Fachhandel
4.3 Beschreibung einer Warenwirtschaft
4.4 Betriebliche Grundsatzentscheidungen
4.4.1 Kriterien für die Auswahl eines Shop-Systems
4.4.2 Kauf, Eigenentwicklung oder Open-Source
4.4.3 Auswahl der Bezahlverfahren
4.5 Auswahl der Partner
4.5.1 Provider- und Tarifauswahl
4.5.2 Reichweite und Vertriebsplattformen
4.5.3 Auswahl eines E-Payment-Providers
4.5.4 Logistikpartner
5 Technische Umsetzung
5.1 Notwendigkeit von Katalogmanagement
5.2 Informationsarchitektur - Veröffentlichung
5.3 Transaktionsarchitektur - Bestellung
5.4 Auswahl der Software am Beispiel
5.4.1 Auswahl der Shop-Software: OS-Commerce
5.4.2 Auswahl des Katalogmanagementsystems: WEB Business Shop Manager
5.4.3 Auswahl der Bildbearbeitungssoftware: Microsoft Office Picture Manager
5.4.4 Nutzung der Ebay-API mit Turbo Lister
5.5 Funktionale Anpassung der Shop-Software am Beispiel
5.5.1 Anpassung an gesetzliche Vorgaben
5.5.2 Anpassung an die Anforderungen des Betreibers
5.5.3 Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit
5.6 Informationsarchitektur am Beispiel
5.6.1 Verzeichnisstruktur zur Ablage digitaler Produktinformationen
5.6.2 Export der Warenwirtschaftsdaten
5.6.3 Redaktionelle Aufarbeitung mit WEB Business Shop Manager
5.6.4 Veröffentlichung im Online-Shop
5.6.5 Veröffentlichung bei Ebay mit Turbo Lister
5.6.6 Veröffentlichung mit CSV-Feed für Metaplattform: Kelkoo
5.6.7 Katalogexport mit XML
5.7 Transaktionsarchitektur am Beispiel
5.8 Multi-Tier-Architektur am Beispiel
6 Organisatorische Umsetzung
6.1 Betriebliche Konsequenzen
6.2 Erweiterungen der Ablauforganisation
6.3 Organisation der Informationsbereitstellung
6.3.1 Beschaffung digitaler Produktinformationen
6.3.2 Redaktionelle Aufarbeitung der Produktinformationen
6.3.3 Veröffentlichung im Online-Shop
6.3.4 Veröffentlichung bei Ebay
6.4 Organisation des Fulfillment
6.4.1 Zahlungsabwicklung und Versand
6.4.2 Retourenmanagement
6.5 Personal und Schulung
7 Marketing und Werbung
7.1 Marketingstrategie
7.2 Suchmaschinen
7.3 Metaplattformen
7.3.1 Marktplätze und Preisvergleich
7.3.2 Shopverzeichnisse
7.4 Domain
7.5 Bannerwerbung
7.6 Online-Sponsoring
7.7 Partnerprogramme
8 Kundenbindung
8.1 Vertrauensbildung
8.1.1 Datenschutz und Privatsphäre
8.1.2 Verschlüsselung der Datenübertragung
8.1.3 Sichere Bezahlung
8.1.4 Gütesiegel
8.2 Gutscheine
8.3 Newsletter
8.4 Kundenservice
8.5 Weitere Formen der Kundenbindung
9 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, kleinen und mittleren Fachhändlern Wege aufzuzeigen, den Online-Handel als Multi-Channel-Vertrieb effizient und kostengünstig zu erschließen. Dabei werden die notwendigen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen analysiert und am Beispiel eines praktischen Projekts Lösungsansätze für die Integration von Web-Shops in die bestehende betriebliche Warenwirtschaft erarbeitet.
- Grundlagen des Online-Handels und Marktentwicklungen
- Rechtliche Anforderungen im elektronischen Geschäftsverkehr
- Technische Integration und Katalogmanagement
- Organisatorische Anpassung betrieblicher Abläufe
- Marketing, Kundenbindung und Fulfillment
Auszug aus dem Buch
4.4.1 Kriterien für die Auswahl eines Shop-Systems
Hergeleitet aus den marktmäßigen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen muss ein Online-Shop-System bestimmten Kriterien genügen. Die genannten Punkte decken die Anforderungen der meisten Fachhändler, können aber sicher nicht als erschöpfend angesehen werden. Ebenso sind hier einige Punkte genannt, die nicht für jeden Unternehmer und nicht in jedem Einsatzgebiet sinnvoll erscheinen.
Die Kriterien dienen der Einordnung verschiedener Systeme unabhängig von der benutzten Technologie und dem Lizenzmodell. Sie sind also anwendbar auf Mietshops, käuflich zu erwebende Shop-Lösungen, Open-Source-Lösungen und Eigenentwicklungen.
Grundsätzliche Kriterien
Welches Lizenzmodell (Kauf / Miete / Open-Source)?
Wie hoch ist der Anschaffungspreis (Preis, Mietkosten, Entwicklungskosten)?
Ist die Artikelanzahl beschränkt?
Besteht eine Umsatzbeschränkung?
Ist der Shop für hohe Lasten geeignet (Skalierbarkeit)?
Lässt sich der Funktionsumfang erweitern?
Wird die Software kontinuierlich weiterentwickelt?
Verfügbare Plattformen (Betriebssysteme, Webserver)
Welchen Support hat der Betreiber?
Existiert ein Angebot für Händlerschulungen?
Wie hoch ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit?
Benutzerfreundlichkeit (Anzahl Klicks bis zum Verkauf, Übersichtlichkeit)
Ist der Online-Shop ohne Cookies nutzbar?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Motivation und Zielsetzung ein, den stationären Fachhandel durch einen Multi-Channel-Vertrieb zu stärken, wobei die betriebswirtschaftliche Komponente und das begrenzte Budget im Vordergrund stehen.
2 Marktbetrachtung: Das Kapitel bietet eine ökonomische Analyse des E-Commerce-Marktes, beleuchtet Nutzergruppen und deren Verhalten sowie die Bedeutung von Bezahlverfahren für den Online-Erfolg.
3 Rechtliche Rahmenbedingungen: Hier werden die essenziellen gesetzlichen Vorschriften wie das Teledienstgesetz und Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr zusammengefasst, die für Betreiber eines Online-Shops bindend sind.
4 Ausgangssituation im Fachhandel: Dieses Kapitel analysiert die typische Ausgangslage von kleinen und mittleren Fachhändlern, diskutiert Phasenmodelle der Entwicklung und behandelt strategische Grundsatzentscheidungen zur IT-Infrastruktur.
5 Technische Umsetzung: Der Schwerpunkt liegt auf der Notwendigkeit des Katalogmanagements und der praktischen Architektur zur Anbindung von Warenwirtschaftssystemen an Online-Kanäle wie Ebay und eigene Web-Shops.
6 Organisatorische Umsetzung: Hier werden die notwendigen betrieblichen Anpassungen, wie die Erweiterung der Ablauforganisation und die Gestaltung der Fulfillment-Prozesse, detailliert beschrieben.
7 Marketing und Werbung: Das Kapitel erläutert Strategien zur Reichweitensteigerung durch Suchmaschinenoptimierung, Metaplattformen, Bannerwerbung und Affiliate-Partnerprogramme.
8 Kundenbindung: Fokus liegt auf Maßnahmen zur Vertrauensbildung durch Datenschutz, SSL-Verschlüsselung und Gütesiegel sowie Instrumente wie Gutscheine und Newsletter.
9 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Notwendigkeit ständiger Anpassung und strategischer Planung für den langfristigen Erfolg im Online-Handel.
Schlüsselwörter
Online-Handel, Fachhandel, Multi-Channel-Vertrieb, Warenwirtschaft, E-Commerce, Katalogmanagement, Kundenbindung, Marketingstrategie, Suchmaschinenoptimierung, Bezahlverfahren, Fulfillment, Online-Shop, Prozessintegration, Web-Business, IT-Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Thesis untersucht, wie kleine und mittlere stationäre Fachhändler den Online-Handel erfolgreich als zusätzlichen Vertriebskanal integrieren können, um ihre Reichweite zu erhöhen.
Welche Themenfelder sind zentral?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab, von rechtlichen Rahmenbedingungen über technische Systemarchitekturen und organisatorische Abläufe bis hin zu Marketingstrategien und Kundenbindungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein ganzheitliches Verständnis für die Herausforderungen im E-Commerce zu vermitteln und praktische Lösungsansätze zu bieten, die auf ein begrenztes Budget abgestimmt sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit orientiert sich am Konzept eines Beratungsprojekts. Die theoretischen Grundlagen werden durch eine praktische Fallstudie (Busam's Sportmarkt) ergänzt und abstrahiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Marktbetrachtung, rechtliche Aspekte, technische Systemarchitektur sowie die organisatorische Umsetzung, inklusive Fulfillment und Marketing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Multi-Channel-Vertrieb, Warenwirtschaft, Katalogmanagement, Kundenbindung und Prozessintegration.
Wie geht die Arbeit mit dem begrenzten Budget von 5.000 Euro um?
Die Arbeit schließt kostenintensive Enterprise-Lösungen aus und setzt stattdessen auf den Einsatz von Open-Source-Software und modularer Anpassung der bestehenden IT-Systeme.
Warum wird dem Katalogmanagement eine so zentrale Rolle zugemessen?
Weil die effiziente Aufbereitung und Verteilung digitaler Produktinformationen die Grundvoraussetzung für die medienbruchfreie Anbindung der verschiedenen Vertriebsplattformen ist.
- Quote paper
- Bernd Busam (Author), 2004, Online-Handel als Vertriebsweg für den stationären Fachhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33159