„Der peruanische Psychologe Baldomero Cáceres, bezeichnet das aktuelle Verbot von Kokablättern als Zeichen westlicher Arroganz. ‘Kokain wurde in Deutschland, nicht in Peru, entdeckt. (...)’ “ (BMZ / gtz 1998, S. 10)
Dieses Zitat erinnert an zwei wichtige Fakten. Erstens ist in der Drogendiskussion der natürliche Ausgangsstoff (z.B. Kokablätter) keinesfalls dem Endprodukt (z.B. Kokain) gleichzusetzen. Zweitens ist die Drogenproblematik der sogenannten Industrienationen wie in diesem Fall ‘hausgemacht’. Die Endprodukt-Drogen (z.B. Kokain, Heroin, LSD) wurden zumindest in den Ländern erfunden und verbreitet, in denen sie nun mehrheitlich ge- und missbraucht werden. Dazu kommt, dass oft erst in westlichen bzw. westlich geprägten Gesellschaften der Konsum psychoaktiver Pflanzen und Substanzen zu Problemen geführt hat. Das komplexe Drogenproblem ist einerseits maßgeblich von den Hauptkonsumländern selbst verursacht; andererseits maßen sich diese an, es durch Eingriffe in und Angriffe auf die Hauptanbauländer zu lösen.
Bei näherer Beschäftigung mit den Ursachen und Wirkungen der Problematik, sowie der auf sie einwirkenden Drogenpolitik, tauchen Fragen auf: Ist der Anbau oder der Konsum der Anfang allen Übels? Wer hängt wie von wem ab? Wie sehen die Verbindungen aus? Wer sind die Gewinner der Drogengeschäfte, wer die Verlierer? Bildet das Einwirken auf die Hauptanbauländer einen oder gar den Schwerpunkt der Drogenpolitik? Wie sehen diese Eingriffe aus? Gibt es auch versteckte Zielsetzungen drogenpolitischer Maßnahmen? Was bewirkt die aktuelle Drogenpolitik? Besteht die Notwendigkeit, diese Drogenpolitik zu verändern und wie sehen konkrete Vorschläge aus?
Diesen Fragen folgend, gestaltet sich der Aufbau meiner vorliegenden Arbeit. Zunächst versuche ich, den Weg vom Anbau bis zum Konsum zu skizzieren und dabei bedeutsame Zusammenhänge und Abhängigkeiten herauszuarbeiten. Im Anschluss stelle ich in drei Schritten die weltweit vorherrschende Drogenpolitik dar: Ihre konkreten Umsetzungsformen, die hinter ihr stehenden Interessen und die Folgen dieser Vorgehensweise. Schließlich gebe ich einen Einblick in fortschrittliche Ansätze notwendiger drogenpolitischer Alternativen. Im Anhang zitiere ich einen Text, der weitere wichtige und dringende Fragen stellt und zum kritischen Weiterdenken anstößt.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Zusammenhängende Abhängigkeiten: Konsum - Handel - Anbau
- III. Einseitige und repressive Drogenpolitik
- 1. Rücksichtsloser Drogenkrieg
- 2. Verdeckte aber gewichtige Interessen
- 3. Verheerende Folgen
- IV. Alternative Ansätze wirksamer und gerechter Drogenpolitik
- V. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der globalen Drogenproblematik und analysiert die Zusammenhänge zwischen Anbau, Handel und Konsum von Drogen. Sie hinterfragt die Wirksamkeit der aktuellen, einseitigen und repressiven Drogenpolitik und zeigt die verheerenden Folgen für die betroffenen Personen und Länder auf. Darüber hinaus werden alternative Ansätze einer gerechteren und effektiveren Drogenpolitik vorgestellt.
- Die globalen Abhängigkeiten zwischen Konsum, Handel und Anbau von Drogen
- Die Folgen des Drogenkriegs für die betroffenen Personen und Länder
- Die Interessen, die hinter der aktuellen Drogenpolitik stehen
- Alternative Ansätze einer gerechteren und effektiveren Drogenpolitik
- Die Rolle von Kleinbauern im Drogenhandel und deren prekären Lebensumstände
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung führt in das Thema der Drogenproblematik ein und stellt den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Drogen in Industrieländern und dem Anbau in Entwicklungsländern heraus. Es wird die Frage aufgeworfen, ob der Anbau oder der Konsum von Drogen das eigentliche Problem darstellt und wer von den Drogengeschäften profitiert.
II. Zusammenhängende Abhängigkeiten: Konsum - Handel - Anbau
Dieses Kapitel beschreibt die komplexe Kette von Abhängigkeiten zwischen Konsum, Handel und Anbau von Drogen. Es wird deutlich, dass der illegale Drogenhandel ein lukratives Geschäft ist, das von transnationalen Organisationen betrieben wird und von staatlichen Stellen oft unterstützt wird.
III. Einseitige und repressive Drogenpolitik
In diesem Kapitel wird die aktuelle Drogenpolitik als einseitig und repressiv dargestellt. Die Folgen dieser Politik werden als verheerend für die betroffenen Personen und Länder beschrieben. Es werden auch die Interessen hinter der Politik beleuchtet, die zum Teil die Interessen von Drogenkartellen unterstützen.
Schlüsselwörter
Drogenpolitik, Drogenhandel, Drogenkonsum, Drogenkrieg, Kleinbauern, Abhängigkeit, Globalisierung, Alternativen, Repression, Interessen, Folgen, Kritik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Kernaussage zum Thema Kokablätter und Kokain?
Die Arbeit betont, dass der natürliche Ausgangsstoff (Kokablatt) nicht mit dem chemischen Endprodukt (Kokain) gleichzusetzen ist und kritisiert das Verbot als Zeichen westlicher Arroganz.
Welche Kritik wird an der aktuellen westlichen Drogenpolitik geübt?
Die Politik wird als einseitig und repressiv kritisiert. Sie versuche, ein hausgemachtes Konsumproblem der Industrienationen durch Angriffe auf die Anbauländer in der Dritten Welt zu lösen.
Welche Folgen hat der globale „Drogenkrieg“ laut der Arbeit?
Die Folgen werden als verheerend für die betroffenen Personen und Länder beschrieben, wobei insbesondere Kleinbauern in prekäre Abhängigkeiten geraten.
Wer profitiert laut der Untersuchung am meisten vom illegalen Drogenhandel?
Profit schlagen vor allem transnationale Handelsorganisationen und teilweise korrupte staatliche Stellen, während die Erzeuger (Kleinbauern) oft Verlierer des Systems sind.
Gibt es alternative Ansätze zur aktuellen Drogenpolitik?
Ja, die Arbeit stellt fortschrittliche Alternativen vor, die auf Gerechtigkeit, Wirksamkeit und der Berücksichtigung globaler Abhängigkeiten basieren, anstatt auf reiner Repression.
Welche Rolle spielt die Globalisierung in der Drogenproblematik?
Die Globalisierung verbindet Konsum, Handel und Anbau untrennbar miteinander, was nationale Alleingänge bei der Drogenbekämpfung oft wirkungslos macht.
- Arbeit zitieren
- Thomas Haug (Autor:in), 2002, Globale Abhängigkeiten, Drogenkrieg und mögliche Alternativen durch neue drogenpolitische Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33029