Diese Arbeit untersucht eine mögliche Prozyklität makroökonomischer Auswirkungen der Bankenregulierung, speziell i m Hinblick auf die aktuelle Entwicklung des Baseler Eigen-kapitalakkords. Die steigende Anzahl von Bankenkrisen 1 und die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten 2 und Wohlfahrtsverluste lassen die Frage aufkommen, welche Auswirkungen Bankenregulierung auf eine Volkswirtschaft hat. Hier soll allerdings darüber hinausgehend die Frage diskutiert werden, ob Regulierungsinstrumente volkswirtschaftliche Schocks verstärken können. Die verwendete Literatur stammt vorwiegend aus der letzten Dekade und befasst sich hauptsächlich mit den erwarteten Auswirkungen von „Basel II“. Das Ergebnis wird sein, dass Bankenregulierung, speziell Eigenkapitalanforderungen, durchaus Konj unkturschwankungen verstärken kann. Sowohl kann die Phase der Erholung nach einer Rezession verlangsamt, als auch ein Aufschwung in dramatische Höhen getrieben werden.
In Kapitel 2 wird die prozyklische Eigenschaft der Bankenregulierung ökonomisch im Hinblick auf volkswirtschaftliche Auswirkungen dargestellt und erläutert. In Abschnitt 3 werden anhand eines Modells die Auswirkungen von Eigenkapitalanforderungen an Banken auf eine Volkswirtschaft belegt. Kapitel 4 befasst sich mit Basel II und den erwarteten makroökonomischen Auswirkungen. Die Arbeit endet mit einem Fazit in Kapitel 5.
2 Prozyklische Effekte der Bankenregulierung
Finanzielle Regulierung ist schon von sich aus prozyklisch 3 und trägt zur Verstärkung konjunktureller Schwankungen bei. In diesem Kapitel soll theoretisch gezeigt werden, wie Bankenregulierung Einfluss auf eine Volkswirtschaft haben kann, indem die Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus und den monetären Transmissionsmechanismus besprochen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Prozyklische Effekte der Bankenregulierung
- Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus
- Auswirkungen auf den monetären Transmissionsmechanismus
- Das Modell
- Beschreibung des Modells
- Gesamtwirtschaftliche Nachfrage und Angebot
- Verhalten der Banken
- Lösung des Modells
- Bewertung des Modells
- Basel II
- Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen
- Prozyklische Kreditvergabe
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die potenzielle prozyklische Auswirkung von Bankenregulierung auf die Makroökonomie, mit besonderem Fokus auf die aktuelle Entwicklung des Baseler Eigenkapitalakkords. Ziel ist es, die Frage zu beleuchten, ob Regulierungsinstrumente, insbesondere Eigenkapitalanforderungen, wirtschaftliche Schocks verstärken können. Die Analyse stützt sich vorwiegend auf die jüngste Literatur, die sich hauptsächlich mit den erwarteten Auswirkungen von Basel II befasst.
- Prozyklische Effekte der Bankenregulierung
- Die Auswirkungen von Eigenkapitalanforderungen auf den Konjunkturzyklus
- Der Einfluss von Bankenregulierung auf den monetären Transmissionsmechanismus
- Die erwarteten makroökonomischen Folgen von Basel II
- Das Modell von Blum/Hellwig (1995, 1996) zur Analyse der prozyklischen Wirkung von Eigenkapitalvorschriften
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 2 beleuchtet die theoretischen Grundlagen der prozyklischen Natur von Finanzregulierung und analysiert, wie Bankenregulierung durch ihre Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus und den monetären Transmissionsmechanismus die Volkswirtschaft beeinflussen kann.
- Kapitel 3 verwendet ein Modell von Blum/Hellwig, um die ex-ante Reaktionen auf exogene Störungen im Kontext von Eigenkapitalvorschriften zu untersuchen. Dieses Modell soll aufzeigen, wie bindende Eigenkapitalvorschriften zu einer Verstärkung exogener Nachfrageschocks führen können.
- Kapitel 4 widmet sich Basel II und seinen erwarteten makroökonomischen Folgen, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) und die potenziell prozyklische Kreditvergabe.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Bankenregulierung, Eigenkapitalanforderungen, prozyklische Effekte, Konjunkturzyklus, monetärer Transmissionsmechanismus, Basel II, kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) und die Auswirkungen von Regulierungsmaßnahmen auf die Volkswirtschaft. Die Analyse basiert auf Modellen und empirischen Studien, um die potenziellen Folgen von Bankenregulierung zu beleuchten.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Prozyklizität in der Bankenregulierung?
Prozyklizität beschreibt das Phänomen, dass Regulierungen (wie Eigenkapitalvorschriften) wirtschaftliche Schwankungen verstärken können – also den Aufschwung forcieren und die Rezession vertiefen.
Wie beeinflusst Basel II die Kreditvergabe?
Basel II knüpft Eigenkapitalanforderungen an das Risiko. In Krisenzeiten steigen die Risiken, Banken müssen mehr Kapital vorhalten und vergeben daher weniger Kredite, was die Krise verschärfen kann.
Welche Auswirkungen hat die Regulierung auf den Mittelstand (KMU)?
Durch strengere Eigenkapitalvorschriften kann es für kleine und mittlere Unternehmen schwieriger oder teurer werden, Kredite zu erhalten, da sie oft als risikoreicher eingestuft werden.
Was besagt das Modell von Blum/Hellwig?
Das Modell belegt theoretisch, dass bindende Eigenkapitalvorschriften dazu führen können, dass Banken bei Nachfrageschocks prozyklisch reagieren und so die Volatilität der Volkswirtschaft erhöhen.
Warum ist Bankenregulierung trotz prozyklischer Effekte notwendig?
Sie soll die Stabilität des Finanzsystems sichern und volkswirtschaftliche Kosten durch Bankenkrisen minimieren, auch wenn die Ausgestaltung der Instrumente (wie Eigenkapital) Nebenwirkungen hat.
- Quote paper
- Benjamin von Schenck (Author), 2004, Die Prozyklizität von Bankenregulierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32548