Das Thema „Aachen als Krönungsstätte“ erweist sich als umfangreiches Forschungsfeld, welches bereits von den unterschiedlichsten Gesichtspunkten aus beleuchtet wurde. In dieser Arbeit sollen vor allem die wichtigsten Ereignisse besprochen werden, die für die Anfänge Aachens als Krönungsstätte von besonderer Bedeutung waren. Mit Karl dem Großen und Otto I. gelingt der Einstieg in die Thematik sowie eine erste Orientierung in den geschichtlichen Kontext. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, warum die Könige beinahe 600 Jahre lang an der Aachener Krönungstradition festhielten, obwohl die Stadt eher eine geografische Randposition innehatte und weder über eine verkehrsgünstige Lage verfügte, noch ein Handels- oder Verwaltungszentrum war. Tatsächlich wuchs das Ansehen Aachens aber stetig, verantwortlich dafür waren unter anderem die Herrscherpersönlichkeiten Otto III. und Friedrich I., die deshalb in diesem Kontext nicht unerwähnt bleiben dürfen. Im Zusammenhang der Königskrönung wird in den mittelalterlichen Quellen Aachen immer wieder als der „rechte Ort“ bezeichnet. Denn wer als rechtmäßiger Herrscher gelten wollte, kam an Aachen nicht mehr vorbei. Welch wichtigen Legitimationsfaktor Aachen deshalb für die Herrschererhebung ausübte, wird in dieser Arbeit ebenfalls von Bedeutung sein. Im weiteren Verlauf wird auf den Ablauf und die Bestandteile der Aachener Königskrönung eingegangen. Was waren die Krönungsordines und wozu dienten die Reichskleinodien, wie wichtig waren sie für eine legitimierte Herrschaft? Zentrale Quelle dieser Arbeit stellt der Krönungsbericht Widukinds von Corvey dar, der die Krönung Ottos I. beschreibt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Von der Provinzstadt zur Reichsstadt
- Karl der Große und seine Bedeutung für Aachen – Vom Auf- und Niedergang einer Pfalz und der Entstehung einer Reichsidee
- Otto I. und die Entstehung des Karlskults – Tradiertes Charisma?
- Die Krönung am „rechten Ort“ – Krönungsstätte der römisch-deutschen Könige
- Ablauf und Bestandteile der Aachener Königskrönung
- Die Krönungsordines
- Die Reichskleinodien
- Ablauf der Königserhebung Ottos I. nach dem Bericht Widukinds von Corvey
- Der Bedeutungsverlust Aachens als Krönungsort – Verblassendes Charisma
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Geschichte Aachens als Krönungsstätte der römisch-deutschen Könige. Sie beleuchtet die wichtigsten Ereignisse, die zur Entwicklung Aachens als Krönungsort beigetragen haben, und analysiert die Gründe für die lange Tradition der Aachener Krönungen.
- Die Bedeutung Karls des Großen für die Entwicklung Aachens als Pfalz und die Entstehung einer Reichsidee
- Die Rolle Ottos I. bei der Wiederbelebung des Karlskults und der Etablierung Aachens als Krönungsstätte
- Der Ablauf und die Bestandteile der Aachener Königskrönung, einschließlich der Krönungsordines und der Reichskleinodien
- Der Bedeutungsverlust Aachens als Krönungsort und die Gründe für den Niedergang dieser Tradition
- Die Bedeutung Aachens als „rechter Ort“ für die Legitimation der römisch-deutschen Könige
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung bietet eine Einführung in das Thema „Aachen als Krönungsstätte“ und skizziert die wichtigsten Forschungsfragen.
Kapitel 2 beleuchtet die Entwicklung Aachens von einer Provinzstadt zur Reichsstadt. Es wird die Rolle Karls des Großen bei der Entstehung einer Pfalz in Aachen und die Bedeutung der Marienkirche für die Entwicklung der Stadt hervorgehoben. Weiterhin wird die Rolle Ottos I. bei der Wiederbelebung des Karlskults und der Etablierung Aachens als Krönungsstätte untersucht.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Ablauf und den Bestandteilen der Aachener Königskrönung. Es werden die Krönungsordines und die Reichskleinodien vorgestellt und der Ablauf der Königserhebung Ottos I. nach dem Bericht Widukinds von Corvey analysiert.
Kapitel 4 untersucht den Bedeutungsverlust Aachens als Krönungsort und die Gründe für den Niedergang dieser Tradition.
Das Fazit fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und stellt die Bedeutung Aachens als Krönungsstätte in den historischen Kontext.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselbegriffe Krönungsstätte, römisch-deutsches Reich, Karl der Große, Otto I., Aachener Dom, Krönungsordines, Reichskleinodien und Legitimation.
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde Aachen zur Krönungsstätte der römisch-deutschen Könige?
Aachen wurde durch Karl den Großen zum Zentrum seines Reiches. Die Tradition, dort zu krönen, begründete Otto I., um sich in die Nachfolge Karls zu stellen und seine Herrschaft zu legitimieren.
Welche Bedeutung hatte Karl der Große für den Status der Stadt?
Karl errichtete hier seine Lieblingspfalz und die Marienkirche (den heutigen Dom). Er schuf damit die Reichsidee, auf die sich spätere Könige beriefen.
Was sind die „Reichskleinodien“?
Die Reichskleinodien (wie Krone, Zepter und Reichsapfel) waren die Herrschaftszeichen des Heiligen Römischen Reiches. Ihre Verwendung in Aachen war essenziell für eine rechtmäßige Krönung.
Wer war Widukind von Corvey?
Widukind war ein mittelalterlicher Chronist. Sein Krönungsbericht über Otto I. ist eine der wichtigsten Quellen für den Ablauf und die Symbolik der Aachener Königserhebung.
Warum hielten die Könige trotz Aachens Randlage an der Tradition fest?
Aachen galt als der „rechte Ort“. Die sakrale und historische Bedeutung der Stadt wog schwerer als geografische oder wirtschaftliche Nachteile.
Warum verlor Aachen später seine Bedeutung als Krönungsort?
Ab dem 16. Jahrhundert verschoben sich die politischen Zentren, und Frankfurt am Main wurde zum neuen dauerhaften Ort für die Wahl und Krönung der Kaiser.
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- Emanuel Schmidt (Author), 2012, Aachen als Krönungsstätte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324306