Mit der Suspendierung der Pressefreiheit wurde die Berichterstattung im Ersten Weltkrieg eingeschränkt und eventuell beschönigt. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Zensur im Ersten Weltkrieg auch die literarische Meinungsfreiheit komplett einschränkte. Bei der Bearbeitung des Themas stellt sich vorab die Frage, was alles unter den Begriff der Zensur fällt.
Um einen adäquaten Einstieg zu bekommen, wird einleitend definiert, was Zensur ist, was literarische Zensur kennzeichnet und welcher Unterschied zur Selbstzensur besteht. Anschließend werden die gattungsspezifischen Merkmale herausgearbeitet, sowie die wesentlichen Besonderheiten der Zensur im Ersten Weltkrieg. Über das Thema „Zensur im Ersten Weltkrieg“ bieten viele Bücher kurze Informationsabschnitte.
Detaillierte Schilderungen, die die Gegenüberstellung von Zensur und literarischer Meinungsfreiheit erläutern sind, vor allem unter dem gattungsspezifischen Aspekt, nicht publiziert worden. Am Beispiel des Romans „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque wird anschließend der Umgang mit einem Werk nach Kriegsende erläutert, um die Wirkung der Zensur anschaulich zustellen, denn es wäre im Ersten Weltkrieg zensiert worden.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- WAS IST ZENSUR?
- FORMEN DER ZENSUR
- WAS IST LITERARISCHE ZENSUR?
- FORMEN DER LITERARISCHEN ZENSUR
- WAS IST SELBSTZENSUR?
- GATTUNGSSPEZIFISCHE ZENSUR
- TAGEBUCH
- BRIEF
- ROMAN
- BERICHT
- ZENSUR UND SELBSTZENSUR IM ERSTEN WELTKRIEG
- BERICHTERSTATTUNG IM ERSTEN WELTKRIEG
- KRIEGSROMANE
- FELDPOSTBRIEFE
- VERÖFFENTLICHUNGEN NACH DEM ENDE DES ERSTEN WELTKRIEGES AM BEISPIEL „IM WESTEN NICHTS NEUES“ VON ERICH MARIA REMARQUE
- FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Einschränkung der literarischen Meinungsfreiheit im Ersten Weltkrieg durch Zensur. Sie untersucht, inwiefern die Zensur den Bereich der literarischen Meinungsäußerung beeinflusste und welche Formen sie dabei annahm. Die Arbeit beleuchtet dabei den Unterschied zwischen Zensur und Selbstzensur und beleuchtet die gattungsspezifischen Merkmale der Zensur.
- Definition von Zensur und literarischer Zensur
- Unterscheidung zwischen Zensur und Selbstzensur
- Gattungsspezifische Merkmale der Zensur
- Die Auswirkungen der Zensur auf die Berichterstattung im Ersten Weltkrieg
- Der Umgang mit Literatur nach Kriegsende am Beispiel von „Im Westen nichts Neues“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Zensur ein und beleuchtet die Bedeutung der Pressefreiheit und die historische Entwicklung der Zensurdebatte. Sie verdeutlicht die Spannungen zwischen dem individuellen Recht der Meinungsfreiheit und dem staatlichen Eingriffsrecht.
Das zweite Kapitel definiert den Begriff der Zensur und unterscheidet zwischen formeller und informeller Zensur. Es beleuchtet verschiedene theoretische Ansätze zur Zensur, darunter die psychoanalytische Theorie von Freud und die soziologische Theorie. Die Definition von Zensur aus literarischer Sicht wird ebenfalls betrachtet.
Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die Zensur und Selbstzensur im Ersten Weltkrieg. Es analysiert die Auswirkungen der Zensur auf die Berichterstattung, Kriegsromane und Feldpostbriefe.
Schlüsselwörter
Zensur, literarische Meinungsfreiheit, Selbstzensur, Pressefreiheit, Erster Weltkrieg, Berichterstattung, Kriegsromane, Feldpostbriefe, „Im Westen nichts Neues“, Erich Maria Remarque.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fremdzensur und Selbstzensur?
Fremdzensur ist der staatliche Eingriff in die Meinungsfreiheit, während Selbstzensur die vorauseilende Anpassung oder das Verschweigen von Inhalten durch den Autor selbst beschreibt.
Wie wurde die Berichterstattung im Ersten Weltkrieg eingeschränkt?
Durch die Suspendierung der Pressefreiheit wurden Berichte oft beschönigt oder militärisch relevante Informationen komplett unterdrückt.
Wurden auch Feldpostbriefe zensiert?
Ja, Feldpostbriefe unterlagen einer strengen Kontrolle, um die Moral an der Heimatfront nicht zu gefährden und militärische Geheimnisse zu wahren.
Welche Rolle spielt Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ in dieser Debatte?
Der Roman dient als Beispiel für ein Werk, das während des Krieges aufgrund seiner realistischen und kritischen Darstellung der Front niemals hätte erscheinen dürfen (Zensurgefahr).
Was versteht man unter gattungsspezifischer Zensur?
Sie beschreibt, wie verschiedene Textformen (Tagebuch, Brief, Roman, Bericht) unterschiedlich stark oder auf verschiedene Weise von Zensurmaßnahmen betroffen waren.
Gab es im Ersten Weltkrieg noch literarische Meinungsfreiheit?
Die Arbeit untersucht, ob die Zensur die Meinungsfreiheit komplett einschränkte oder ob Autoren Wege fanden, Kritik subtil zu äußern.
- Quote paper
- Martha Müller (Author), 2014, Fremdzensur, Selbstzensur oder literarische Meinungsfreiheit? Berichterstattung, Kriegsromane und Feldpostbriefe im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324023