Gerade in einem konjunkturellen Abschwung besteht die Befürchtung, dass viele befristet Beschäftigte nach Ablauf ihres Vertrags ihren Arbeitsplatz verlieren. In einer Studie von Hohendanner und Gerner 2010 gaben nur wenige Betriebe an, dass bei befristet Beschäftigten die Leistungsbereitschaft und Motivation höher sei als bei der Stammbelegschaft. Die Vermutung der beiden Wissenschaftler, Befristungen würden häufig zur Leistungssteigerung eingesetzt, wurde durch die Angaben der Betriebe dementsprechend nicht bestätigt. In meiner Arbeit möchte ich diesem Phänomen genauer auf den Grund gehen.
Was bewegt Arbeitgeber dazu befristete Vertragsverhältnisse auszustellen? Was motiviert Arbeitnehmer zu der Handlung befristete Verträge einzugehen? Wie reagieren Menschen, wenn sie beobachten, dass Kollegen mit einem befristeten Vertrag unfair behandelt werden?
Ich möchte mich in dieser Arbeit speziell auf eine der Prozesstheorien, und zwar die Gerechtigkeitstheorie (auch Gleichheitstheorie oder Equity-Theorie) nach Adams, beziehen. Damit möchte ich die zentrale Leitfrage aufstellen: Beeinflusst das Phänomen der befristeten Vertragsverhältnisse die Arbeitsmotivation der Arbeitnehmer?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Begriffsdefinitionen..
- 2.1 Motiv
- 2.2 Motivation.......
- 2.3 Intrinsische und extrinsische Motivation
- 3. Grundlagen...........
- 3.1 Normalarbeitsverhältnis..
- 3.2 Befristete Vertragsverhältnisse.....
- 3.3 Betriebliche Interesse an stabilen Beschäftigungsverhältnissen
- 3.4 Forschungsrichtung der Motivationstheorien….......
- 4. Hauptteil…………………………………
- 4.1 Funktion befristeter Beschäftigung aus Arbeitgebersicht...\n
- 4.2 Funktion befristeter Beschäftigung aus Arbeitnehmersicht.
- 4.4 Wandlung des psychologischen Vertrages durch befristete Beschäftigung...\n
- 4.4 Gerechtigkeitstheorie in der Praxis.
- 4.5 Führung
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern befristete Beschäftigungsverhältnisse die Arbeitsmotivation von Arbeitnehmern beeinflussen. Sie untersucht die Motive von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Entscheidung für oder gegen befristete Verträge und analysiert die Auswirkungen dieser Arbeitsform auf die Motivation im Kontext der Gerechtigkeitstheorie.
- Motivationstheorien im Kontext befristeter Beschäftigung
- Funktion und Auswirkungen befristeter Arbeitsverträge
- Gerechtigkeitstheorie als Analysemodell
- Zusammenhang zwischen befristeten Verträgen und Arbeitsmotivation
- Entwicklungen im Bereich der atypischen Beschäftigung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Themas befristete Beschäftigung im Kontext von Motivation und Führung vor. Sie beleuchtet die Bedeutung von Flexibilisierung in der heutigen Arbeitswelt und die wachsende Verbreitung atypischer Beschäftigungsformen.
- Kapitel 2: Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Arbeit wie Motiv, Motivation und intrinsische sowie extrinsische Motivation. Es legt den Grundstein für die spätere Analyse der Motivationsfaktoren im Kontext befristeter Beschäftigung.
- Kapitel 3: Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet die Grundlagen des Themas, indem es das Normalarbeitsverhältnis, befristete Vertragsverhältnisse und das betriebliche Interesse an stabilen Beschäftigungsverhältnissen beschreibt. Darüber hinaus werden die wichtigsten Forschungsrichtungen der Motivationstheorien vorgestellt.
- Kapitel 4: Hauptteil: Dieser Kapitel befasst sich mit der Funktion befristeter Beschäftigung aus Arbeitgebersicht und Arbeitnehmersicht. Er analysiert die Wandlung des psychologischen Vertrages durch befristete Beschäftigung und untersucht die Relevanz der Gerechtigkeitstheorie in diesem Kontext. Außerdem wird die Rolle der Führung im Umgang mit befristeten Beschäftigungsverhältnissen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Befristete Beschäftigungsverhältnisse, Motivation, Führung, Gerechtigkeitstheorie, Arbeitsmotivation, Flexibilisierung, atypische Beschäftigung, Human Resource Management, Human Process Advantage.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflussen befristete Verträge die Arbeitsmotivation?
Die Arbeit untersucht genau diese Frage und zeigt auf, dass Befristungen nicht zwangsläufig die Leistung steigern, sondern oft durch Unsicherheit die Motivation beeinträchtigen können.
Was besagt die Gerechtigkeitstheorie nach Adams in diesem Kontext?
Die Theorie besagt, dass Mitarbeiter ihre eigene Leistung und Belohnung mit der von Kollegen vergleichen. Werden befristet Beschäftigte bei gleicher Arbeit schlechter behandelt, sinkt ihre Motivation rapide.
Warum stellen Arbeitgeber befristete Verträge aus?
Hauptmotive sind die personelle Flexibilität in konjunkturellen Schwankungen, die Erprobung von Mitarbeitern über die Probezeit hinaus und die Risikominimierung bei Neueinstellungen.
Was ändert sich am "psychologischen Vertrag" durch eine Befristung?
Der psychologische Vertrag (gegenseitige Erwartungen) wandelt sich von einer langfristigen Bindung und Loyalität hin zu einer transaktionalen, kurzfristigen Beziehung, was das Vertrauensverhältnis stören kann.
Welche Rolle spielt die Führung bei befristeten Verhältnissen?
Führungskräfte müssen besonders sensibel agieren, um eine Spaltung zwischen Stammbelegschaft und befristet Beschäftigten zu verhindern und Fairness im Team zu gewährleisten.
- Quote paper
- Pia Koch (Author), 2014, Befristete Beschäftigungsverhältnisse im Kontext von Motivation und Führung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323904