Wenn Männlichkeit sich hauptsächlich über einen Beruf und die damit verbundene finanzielle Versorgung der Familie definiert, die Erwerbsarbeit aber immer unsicherer wird und Väter vielmehr als partizipierende Erzieher gefordert sind, ist der „Konflikt“ für die männliche Identitätskonstruktion absehbar. Ziel dieser Hausarbeit ist es deshalb, das (männliche) Geschlecht als „Struktur sozialer und individueller Praxis“ empirisch zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurde analysiert, wie in Online-Vätermagazinen jene Konflikte wahrgenommen werden und wie auf sie reagiert wird. Die empirische Untersuchung soll den Konflikt zwischen präsenter, fürsorglicher Vaterschaft und den Idealvorstellungen von Männlichkeit sichtbar machen. Die Frage ist, welche Identitätskonstruktionen den Vätern jenseits der Erwerbsarbeit angeboten werden, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht (länger) nur ein Frauenthema ist und Männer präsenter in der Kindererziehung und Hausarbeit sein wollen, sollen und müssen.
Tatsache ist, dass trotz der wachsenden Selbstverständlichkeit von Gleichstellung in der Partnerschaft, durch alle sozialen Schichten hindurch die Haus- und Erziehungsarbeit größtenteils in den Händen der Frauen geblieben ist bzw. mit der Geburt des ersten Kindes zurück in weibliche Hände geht. Fakt ist auch, dass jenes (männliche) institutionalisierte Normalarbeitsverhältnis zunehmend durch prekäre Arbeitssituationen erodiert und ein immer größerer Teil der Männer diesem Modell nicht mehr entsprechen kann. Und mehr noch, es treten den Männern zunehmend auch Frauen als Kolleginnen und Konkurrentinnen im Erwerbssystem gegenüber.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Männlichkeit(en)
- Hegemoniale Männlichkeit und Habitus
- (Männliche) Erwerbsarbeit und Familie
- Vater sein
- Analyse der Vätermagazine und erste Interpretationen
- Freshdads
- Vaterfreuden
- Daddylicious
- Väterzeit
- Analyse der Vätermagazine und erste Interpretationen
- Diskussion
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Konstruktion männlicher Identität im Wandel. Sie untersucht, wie die zunehmende Präsenz von Vätern in der Kindererziehung und Hausarbeit sowie die Unsicherheiten im Erwerbsleben die traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit in Frage stellen. Die empirische Untersuchung analysiert vier Online-Vätermagazine und beleuchtet, wie diese Konflikte wahrgenommen und beantwortet werden.
- Hegemoniale Männlichkeit und deren Konflikt mit veränderten Arbeitsbedingungen und Vaterrolle
- Die Rolle von Erwerbsarbeit und Familie in der Konstruktion männlicher Identität
- Identitätskonstruktionen, die Männern jenseits der Erwerbsarbeit angeboten werden
- Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Herausforderung für die männliche Identität
- Die Analyse von Online-Vätermagazinen als empirischer Ansatz zur Erforschung von Männlichkeitskonstruktionen im Wandel
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der veränderten Geschlechterverhältnisse und die daraus resultierenden Herausforderungen für die männliche Identität dar. Sie erläutert die Zielsetzung der Arbeit und den methodischen Ansatz.
- Männlichkeit(en): Dieses Kapitel analysiert die Konstruktion von Männlichkeit im Kontext der hegemonialen Männlichkeit und Bourdieus Konzept des männlichen Habitus. Es beleuchtet die Bedeutung von Erwerbsarbeit und Familie für die männliche Identität.
- Vater sein: Dieser Abschnitt analysiert vier Online-Vätermagazine und stellt erste Interpretationen der dargestellten Männlichkeitskonstruktionen vor. Er betrachtet die verschiedenen Ansätze der Magazine zur Bewältigung der Konflikte zwischen Erwerbsarbeit und Vaterrolle.
Schlüsselwörter
Hegemoniale Männlichkeit, Habitus, Erwerbsarbeit, Familie, Vaterschaft, Online-Vätermagazine, Geschlechterverhältnisse, Identitätskonstruktion, empirische Untersuchung, Konflikt.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet "hegemoniale Männlichkeit"?
Es beschreibt ein gesellschaftliches Modell von Männlichkeit, das auf Dominanz, Erwerbsarbeit und der Rolle als Hauptversorger basiert und andere Formen von Männlichkeit unterordnet.
Warum gerät die traditionelle Männlichkeit derzeit in einen Konflikt?
Durch unsichere Erwerbsverhältnisse und den Wunsch (oder die Notwendigkeit) von Vätern, präsenter in der Erziehung und Hausarbeit zu sein, erodiert das alte Identitätsmodell.
Welche Vätermagazine wurden in der Studie untersucht?
Die empirische Untersuchung analysiert die Online-Magazine Freshdads, Vaterfreuden, Daddylicious und Väterzeit.
Bieten Vätermagazine neue Identitätsmodelle an?
Die Arbeit untersucht genau dies: Welche Alternativen zur reinen Erwerbsarbeit werden Vätern angeboten, um Fürsorge und Männlichkeit zu vereinen.
Was ist das Ziel dieser empirischen Untersuchung?
Ziel ist es, den Konflikt zwischen fürsorglicher Vaterschaft und traditionellen Männlichkeitsidealen sichtbar zu machen und die soziale Praxis moderner Väter zu verstehen.
- Quote paper
- Laura Röhrs (Author), 2014, Zur Erosion der männlichen Hegemonie. Eine empirische Untersuchung von vier Vätermagazinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323177