Das Ziel der aktuellen Unterrichtseinheit ist es, dass die SchülerInnen erkennen, dass jeder Mensch auch Verantwortung für Fremde, also Mitglieder der Gemeinschaft, die er nicht persönlich kennt, trägt. Da es die erste Stunde in dieser Sequenz ist und davon auszugehen ist, dass die SchülerInnen noch nicht zu dieser Erkenntnis gelangt sind, handelt es sich um eine Erarbeitungsstunde.
Die Stundenplanung folgt dem Konzept der Lernzielorientierung, denn durch die angegebenen Lernziele wird der Lernprozess der SchülerInnen organisiert und strukturiert. Die Lernziele knüpfen dabei an die Fähigkeiten der SchülerInnen an, die in den vorangegangenen Sequenzen erarbeitet wurden und sind prozess- bzw. ergebnisorientiert. Das Konzept der Lernzielorientierung wurde gewählt, um den SchülerInnen Einsicht in die Lernziele zu gewähren und ihnen Sicherheit und Orientierung während des Unterrichtsverlaufs zu bieten.
Kriege in Syrien und anderen Ländern Vorderasiens führen aktuell dazu, dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen und in europäischen Ländern Schutz und Sicherheit suchen. Mittlerweile treffen zahlreiche dieser Schutzsuchenden (auch Flüchtlinge genannt) in Deutschland und auch Halle/Saale ein. Politik und Bürger sind teilweise überfordert und fühlen sich nicht immer verantwortlich für die Situation der Flüchtlinge. Dies zeigt sich u.a. in fremdenfeindlichen Verhaltensweisen. Die thematische Behandlung einer Geschichte in der eine Person ihre Lebensgrundlage verliert und Hilfe bei ihren Mitmenschen sucht, hat für die SchülerInnen damit eine Gegenwartsbedeutung.
Da die SchülerInnen auch in der Zukunft als Teil einer Gemeinschaft mit anderen Menschen (u.a. Flüchtlingen) zusammenleben, hat die Stunde ebenfalls eine Zukunftsbedeutung für die Lerngruppe. Die Erfahrungen und Möglichkeiten verantwortungsbewusst am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, entwickeln dabei eine wichtige Qualifikation für das weitere Leben der SchülerInnen.
Die kooperative Lernform Think-Pair-Share bietet dabei jedem/jeder SchülerIn die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren und sich über ethische Fragestellungen mit Gleichaltrigen auszutauschen.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Einheit
2. Ziel der Einheit
3. Sequenzen der Einheit
4. Lehrplanbezug
5. Thema der Stunde
6. Stundentyp
7. Ziel der Stunde
8. Teilziele der Stunde
9. Beschreibung der Lerngruppe
10. Individualziel
Schüler I
Schüler C
11. Sachanalyse
12. Lernvoraussetzungen
Verfahrensbezogene Lernvoraussetzungen:
Sachbezogene Lernvoraussetzungen:
13. Didaktisch-methodisches-Konzept
Didaktische Überlegungen
Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit im Fach Ethik ist es, dass Schülerinnen und Schüler ihre Verantwortung gegenüber Mitmenschen in verschiedenen Lebensbereichen – Familie, Peer Group und Gesellschaft – erkennen, reflektieren und in Bezug auf ihr eigenes Handeln einschätzen lernen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Übernahme von Verantwortung für fremde Personen innerhalb einer Gemeinschaft.
- Entwicklung von Empathie für hilfebedürftige Mitmenschen
- Reflexion von verantwortungsbewusstem und verantwortungslosem Handeln
- Einsatz der kooperativen Lernform „Think-Pair-Share“
- Förderung der Urteilsbildung durch die fiktive Geschichte „Karlinchen“
- Übertragung ethischer Fragestellungen auf die aktuelle Lebenswelt
Auszug aus dem Buch
11. Sachanalyse
Die Philosophie versteht unter dem Begriff Verantwortung ,,eine wesentliche Beziehung des Menschen zur Gesellschaft, zur Natur und zu sich selbst." (Sandkühler, 1990, S. 690) Die Grundlage diese Begriffsfassung beruht auf der Annahme, dass der Mensch mit der Fähigkeit der Vernunft ausgestattet ist. Außerdem geht die Philosophie davon aus, dass der Mensch in der Lage ist, Handlungen auf Grundlage der Vernunft rational zu bewerten und die Wahl zwischen verschiedenen praktischen Handlungen treffen kann. Mit dieser Wahlmöglichkeit geht das Bewusstsein für gewisse Verpflichtungen einher. Dieses Bewusstsein hat Einfluss auf die Zielsetzung, denn der Mensch besitzt außerdem die Fähigkeit und das Bemühen, Handlungsfolgen vorauszusehen und abzuschätzen (vgl. Sandkühler, 1990, S. 690).
Durch die Interaktion mit unseren Mitmenschen und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft entsteht soziale Verantwortung. Jeder Mensch, der in einer Gemeinschaft handelt, muss sich für eventuelle Folgen seine Handelns rechtfertigen und verantworten. Voraussetzung dafür ist, dass der Mensch zurechnungsfähig ist, da ihm seine gegenwärtige Situation und die Folgen seines Handelns bewusst sein müssen. Entsteht als Folge einer Handlung ein Schaden, so sucht man dafür einen Verantwortlichen, das bedeutet, es gibt einen Menschen, der deterministisch die Ursache dafür ist. Hat nun ein Mensch einen Schaden verursacht (und er ist zurechnungsfähig), so wird er dafür verantwortlich gemacht, da er aus freiem Willen - nicht-deterministisch - gehandelt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Einheit: Definiert das übergeordnete Thema „Verantwortung für Mitmenschen“ als Kompetenzschwerpunkt.
2. Ziel der Einheit: Beschreibt das Ziel, die eigene Verantwortung in verschiedenen Lebensbereichen zu erkennen und Handlungsoptionen zu orientieren.
3. Sequenzen der Einheit: Detaillierte Auflistung der Stoffkomplexe und der zugehörigen inhaltlichen sowie prozessbezogenen Kompetenzen.
4. Lehrplanbezug: Ordnet die Einheit in den Rahmenrichtlinien für den Ethikunterricht in Sekundarschulen (Schuljahrgang 5/6) ein.
5. Thema der Stunde: Benennt die Erarbeitung der Geschichte „Karlinchen“ als zentrales Thema.
6. Stundentyp: Definiert die Stunde als eine Erarbeitungsstunde.
7. Ziel der Stunde: Fokus auf die Beschreibung, Bewertung und Reflexion der Verantwortungsübernahme im Film „Karlinchen“.
8. Teilziele der Stunde: Umfasst sechs spezifische Teilziele, von Verhaltensregeln bis hin zur Selbsteinschätzung.
9. Beschreibung der Lerngruppe: Analyse des Sozial- und Arbeitsverhaltens einer fünften Klasse mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung.
10. Individualziel: Detaillierte individuelle Förderziele und Angebote für Schüler I und Schüler C.
11. Sachanalyse: Fundierte theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Verantwortung, Empathie und Identität.
12. Lernvoraussetzungen: Auflistung der verfahrens- und sachbezogenen Kompetenzen sowie Darstellung der individuellen Lernausgangslage.
13. Didaktisch-methodisches-Konzept: Erläutert die lernzielorientierte Planung und die Bedeutung der Unterrichtseinheit für die Lebenswelt der Schüler.
Verlaufsplanung: Bietet eine detaillierte, phasenweise Übersicht des Unterrichtsablaufs inklusive Begründungen für Methoden und Sozialformen.
Schlüsselwörter
Verantwortung, Ethikunterricht, Empathie, Identität, Förderschule, Sozialkompetenz, Lernvoraussetzungen, Didaktik, Handlungsplanung, Karlinchen, soziale Entwicklung, Unterrichtsvorbereitung, Think-Pair-Share, moralisches Urteilen, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst die Vorbereitung einer Ethikstunde für eine fünfte Klasse an einer Förderschule zum Thema „Verantwortung für Mitmenschen“ anhand der Geschichte „Karlinchen“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Empathie, die Reflexion des eigenen sozialen Verhaltens und das Verständnis von Verantwortung in der Gemeinschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler Formen und Motive von Verantwortungsübernahme erkennen und ihr eigenes Handeln gegenüber Fremden reflektieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine lernzielorientierte Didaktik angewandt, ergänzt durch die kooperative Lernform „Think-Pair-Share“ und eine fundierte sachanalytische Herleitung der Begriffe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sachanalyse, die Beschreibung der Lerngruppe mit individuellen Förderzielen und die detaillierte Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Verantwortung, Ethikunterricht, Empathie, soziale Entwicklung und individuelle Förderung.
Warum wird die Geschichte „Karlinchen“ im Unterricht eingesetzt?
Sie dient als didaktisches Mittel, um die abstrakten Begriffe wie Verantwortung und Empathie durch eine kindgerechte Erzählung in die Lebenswelt der Schüler zu überführen.
Wie werden individuelle Lernschwierigkeiten in der Planung berücksichtigt?
Durch spezifische Individualziele (IZ) und differenzierte Förderangebote für einzelne Schüler wird auf unterschiedliche Lernstände und Verhaltensbesonderheiten eingegangen.
Welche Rolle spielt die „Think-Pair-Share“-Methode in dieser Stunde?
Sie ermöglicht den Schülern, sich zunächst eigenständig mit den ethischen Fragen auseinanderzusetzen und anschließend in den konstruktiven Austausch mit einem Partner zu treten.
Wie erfolgt die Evaluation des Lernerfolgs?
Der Lernerfolg wird durch eine gemeinsame Zusammenfassung der Stunde, eine anschließende Auswertung anhand von Verhaltenskriterien sowie eine Selbsteinschätzung der Schüler kontrolliert.
- Quote paper
- Maria Schmidt (Author), 2015, Verantwortung für Mitmenschen anhand Annegert Fuchshubers "Karlinchen". Unterrichtsentwurf im Fach Ethik, Förderschule, 5. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321440