Stellt sich die Frage nach der Erfassung einer Faschismus-Debatte im Dritten Reich, deren Art und Ausprägung sowie deren Zeitzeugen, dann ist gerade aus kommunikations-wissenschaftlicher Perspektive eine Systematisierung äußerst herausfordernd.
Mag eine qualitative Analyse thematischer Publikationen in den letzten Jahren der Weimarer Republik – zunehmend reduziert – formal zwar noch möglich sein, spätestens mit der ungeschminkten Repression und Zensur des nationalsozialistischen Regimes verliert das klassische Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft, die Analyse frequentierter, massenmedialer Publikationen, in Hinblick auf die benannte Themenstellung seinen originären Forschungsgegenstand.
Nichtsdestotrotz sollte aber gerade das Szenario des intellektuellen, widerständischen und enttarnenden Kommunikationsprozesses in den Jahren des Dritten Reiches besondere Berücksichtigung finden. Denn neben der analytischen und präventiven Charakterisierung des nationalsozialistischen Faschismus stellen die persönlichen Züge und existenzgefährdenden Anstrengungen antifaschistischer Autoren und Publizisten ein besonderes (kommunikations-) historisches Zeitdokument dar.
Klaus Manns persönliche Wahrnehmung und autobiografisch Verschriftlichung dieser Debatte ist daher Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Hierbei ist "Der Wendepunkt" Ausgangspunkt und primärer Gegenstand der Untersuchung, ist sie doch die intendierte Dokumentation und Reaktion eines Exilanten-Schicksals, das aus einer literarischen und intellektuellen Faschismus-Debatte heraus schwerwiegende individuellen Konflikte und persönlichen Konsequenzen bezeugt: Das Leben eines stets kritisch beäugten antifaschistischen Literaten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Klaus Mann - Thematische Kurzbiografie
- 2. Der Wendepunkt - Die Autobiografie
- 3. Methodisches Vorgehen
- 4. Ergebnisse
- 4.1 Politisierung Klaus Manns
- 4.2 Auf der Suche nach dem Kollektiv - Debatte vor dem Exil
- 4.3 Die Sammlung - Im europäischen Exil
- 4.4 - Decision Exil in den USA
- Fazit
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Autobiografie „Der Wendepunkt“ von Klaus Mann, um die Faschismusdebatte in der Weimarer Republik und im Exil aus der Perspektive eines antifaschistischen Autors zu beleuchten. Sie untersucht, wie Mann in seinen eigenen Lebenserfahrungen die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erlebte und wie diese in seiner autobiografischen Schrift zum Ausdruck kommt.
- Die Entwicklung von Klaus Manns politischem Bewusstsein und seine Positionierung als antifaschistischer Literat
- Die intellektuelle Faschismusdebatte in der Weimarer Republik und im Exil
- Die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das Leben und Schaffen von Klaus Mann
- Die Bedeutung von Manns Autobiografie als Zeitdokument und als literarische Reflexion der Faschismusdebatte
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und den Kontext der Arbeit dar. Sie erläutert die Herausforderungen der Faschismusforschung in der Zeit des Dritten Reiches und die Bedeutung antifaschistischer Autoren und Publizisten als Zeitzeugen.
- 1. Klaus Mann - Thematische Kurzbiografie: Dieses Kapitel zeichnet einen biographischen Überblick über Klaus Manns Leben und Werk, insbesondere seine frühen Schriften und seine Auseinandersetzung mit den politischen Entwicklungen in der Weimarer Republik.
- 2. Der Wendepunkt - Die Autobiografie: Hier wird die Autobiografie „Der Wendepunkt“ von Klaus Mann als zentrales Forschungsobjekt der Arbeit vorgestellt. Es wird die Entstehung und die Struktur des Textes beschrieben, sowie seine Relevanz für die Untersuchung der Faschismusdebatte.
- 3. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Forschungsmethodik der Arbeit und die verwendeten Quellen.
- 4. Ergebnisse: In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Ergebnisse der Analyse von „Der Wendepunkt“ vorgestellt.
Schlüsselwörter
Klaus Mann, Autobiografie, Der Wendepunkt, Faschismusdebatte, Weimarer Republik, Exil, Antifaschismus, Intellektuelle, Literatur, Zeitdokument, Politisierung.
Häufig gestellte Fragen
Welches Werk von Klaus Mann steht im Zentrum der Untersuchung?
Zentraler Gegenstand der Untersuchung ist die Autobiografie „Der Wendepunkt“.
Wie entwickelte sich das politische Bewusstsein von Klaus Mann?
Die Arbeit analysiert Manns Politisierung und seine Positionierung als antifaschistischer Literat angesichts der nationalsozialistischen Repression.
Was thematisiert die Faschismusdebatte in der Weimarer Republik?
Es geht um die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Nationalsozialismus und die Suche nach kollektiven Widerstandsformen vor dem Exil.
Welche Bedeutung hat das Exil für Klaus Mann?
Die Arbeit beleuchtet verschiedene Stationen seines Exils in Europa und den USA („Decision“) und die damit verbundenen persönlichen Konsequenzen.
Warum ist die Autobiografie als Zeitdokument wichtig?
Sie dokumentiert die persönlichen und existenzgefährdenden Anstrengungen eines antifaschistischen Autors während der Zensur im Dritten Reich.
- Arbeit zitieren
- Andreas Joos (Autor:in), 2010, Literatur und Antifaschismus in der Autobiografie Klaus Manns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321239