Die vorliegende Arbeit soll am Beispiel der Pressesprache zeigen, wie sich die zunehmende Popularität des Englischen auf die unterschiedlichen Sprachebenen des Deutschen auswirkt. Mit Blick auf das Eindringen von Anglizismen in die Sprache der Presse soll dargelegt werden, dass die letztere keineswegs als eine Varietät zu betrachten ist, sondern eher als eine Widerspiegelung der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und sprachlichen Zustände der Zeit gilt.
Die deutsche Sprache scheint heutzutage zunehmend von einem aus dem englischen und amerikanischen Sprachraum stammenden Sprachgut bedrängt zu sein. Diese Tatsache wird in der Sprache der Presse besonders deutlich, wie eine umfassende Kritik seit Mitte des 20. Jahrhunderts bereits gezeigt hat.
Dadurch, dass die Pressesprache eine hohe Gegenwartsbezogenheit aufweist, da sie „alle Gebiete des täglichen Lebens“ behandelt, kann sie als „ein sicheres Anzeichen für sprachliche Veränderungen“ betrachtet werden. Eine besondere Rolle dabei spielen Anglizismen und Amerikanismen, die bereits durch den Kolonialismus und Welthandel Großbritanniens im 17., 18. und 19. Jahrhundert und durch die Etablierung der USA als Weltmacht im 20. Jahrhundert ihren Weg in die deutsche Sprache gefunden haben. Es soll hierbei angemerkt werden, dass die damaligen Entlehnungen teilweise aus Bedarf an Bezeichnungen für bisher nicht vorhandene oder wenig populäre Sachverhalte übernommen wurden, während in der heutigen Debatte über eine „Verenglischung“ und „Amerikanisierung“ geklagt wird , da ein hoher Anteil an Wörter in die deutsche Sprache unhinterfragt aufgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffserklärung
- Pressesprache als Varietät?
- Definition und Status der Anglizismen in der deutschen Sprache
- Gesamtüberblick: Entwicklung des Englischen zum „neuen Latein“
- Auswirkung auf die unterschiedlichen Sprachebenen
- Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen der zunehmenden Popularität des Englischen auf die verschiedenen Sprachebenen des Deutschen am Beispiel der Pressesprache zu untersuchen. Dabei soll gezeigt werden, dass die Pressesprache nicht als eigenständige Varietät betrachtet werden kann, sondern vielmehr als ein Spiegelbild der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und sprachlichen Gegebenheiten der Zeit fungiert.
- Analyse des Einflusses von Anglizismen und Amerikanismen auf die deutsche Sprache
- Bedeutung der Pressesprache als Indikator für sprachliche Veränderungen
- Untersuchung der unterschiedlichen Ebenen der Sprache, insbesondere Syntax und Lexik
- Diskussion der Gründe und Folgen der verbreiteten Verwendung von Anglizismen in der Presse
- Kritik an der These von einer „Verenglischung“ der deutschen Sprache
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die Problematik der „Verenglischung“ der deutschen Sprache dar und erläutert die Bedeutung der Pressesprache als Spiegelbild dieser Entwicklung.
- Das Kapitel „Begriffserklärung“ definiert die zentralen Begriffe der Pressesprache, der Varietät und der Anglizismen/Amerikanismen.
- Das dritte Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Englischen zum „neuen Latein“ und dessen Auswirkungen auf die deutsche Sprache.
- Das vierte Kapitel untersucht, wie sich der Einfluss von Anglizismen auf die verschiedenen Ebenen der deutschen Sprache, insbesondere auf Syntax und Lexik, auswirkt.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Amerikanismen, Pressesprache, Varietät, Sprachebenen, Syntax, Lexik, Semantik, Verenglischung, Sprachentwicklung, Mediensprache, Journalismus.
Warum werden in der Presse so viele Anglizismen verwendet?
Anglizismen spiegeln gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen wider. Die Presse nutzt sie aufgrund ihrer hohen Gegenwartsbezogenheit, um moderne Sachverhalte präzise oder trendy zu benennen.
Ist die Pressesprache eine eigene Varietät des Deutschen?
Die Arbeit argumentiert, dass die Pressesprache weniger eine Varietät ist, sondern eher ein Spiegelbild der sprachlichen Zustände der Zeit, die alle Gebiete des täglichen Lebens abdeckt.
Wie beeinflusst das Englische die deutsche Syntax und Lexik?
Neben neuen Wörtern (Lexik) schleichen sich auch englische Strukturen in den Satzbau (Syntax) ein. Das Englische wird in der Arbeit als das „neue Latein“ bezeichnet.
Gibt es einen Unterschied zwischen alten und neuen Entlehnungen?
Frühere Entlehnungen (17.-19. Jh.) füllten oft echte Bezeichnungslücken, während heute oft kritisiert wird, dass englische Wörter unhinterfragt übernommen werden, obwohl deutsche Begriffe existieren.
Was bedeutet der Begriff „Verenglischung“ der Sprache?
Der Begriff beschreibt die Sorge vor einem übermäßigen Einfluss des Englischen/Amerikanischen auf das Deutsche, was in der Sprachkritik seit Mitte des 20. Jahrhunderts intensiv diskutiert wird.