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"Immer rein in die gute Stube" - Die Entwicklung des Wohnzimmers vom 19. Jahrhundert bis heute

Titel: "Immer rein in die gute Stube" - Die Entwicklung des Wohnzimmers vom 19. Jahrhundert bis heute

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 18 Seiten , Note: gut

Autor:in: Sara Walden (Autor:in)

Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Mensch verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Arbeits- und Wohnbereich (vgl. Deutscher Werkbund 1979: 5). Unter Wohnung wird „die Summe von Räumen, welche die Führung eines Haushaltes ermöglichen soll“ verstanden, dabei ist das bedeutendste Kennzeichen einer Wohnung die „Abgeschlossenheit“ (Rughöft 1992: 20). So sind Wohnungen immer baulich getrennt und separat zugänglich von anderen Wohnungen (vgl. ebd.). Seit jeher hat sich der Mensch Behausungen geschaffen, um sich vor klimatischen Einflüssen zu schützen (Flade/Roth 1987: 14). Er kann dort ungestört schlafen, essen, Kinder aufziehen usw. Gleichzeitig ermöglicht die Wohnung aber auch eine Abgrenzung. Das heißt, der Mensch kann sich jederzeit zurückziehen und vor zuviel Nähe zu anderen bewahren (vgl. ebd.). Dieses Bedürfnis nach Privatsphäre hat sich erst im Laufe des letzten Jahrhunderts herausgebildet, da man früher mit viel mehr Menschen unter einem Dach gelebt hat und die Bautechniken noch nicht so ausgereift waren. Heutige Kommunikations- und Unterhaltungsmöglichkeiten wie Telefon, Internet, Kino und Fernsehen gab es damals noch nicht und aus diesem Grund besuchten sich die Leute einfach öfter, vor allem auch ohne Vorankündigung und waren gezwungen war, sich gegenseitig selbst zu unterhalten.
Durch die Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz wurde es dem Menschen er-möglicht, sich abseits von seinem Beruf einen Ort zur Selbstdarstellung zu schaffen. So kann er sich in seiner Wohnung selbst verwirklichen, wie es im Beruf nicht immer möglich ist (vgl. Deutscher Werkbund 1979: 5). Das Wohnzimmer spielt dabei eine besondere Rolle, da es der Raum ist, in dem man Besuch empfängt und sich somit dort am besten darstellen kann. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung des Wohnzimmers seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert bis heute. Es wird untersucht, ob es sich bei unserem heutigen Wohnzimmer tatsächlich um ein Gemeinschaftszimmer handelt, dass von der ganzen Familie genutzt wird oder ob es sich zur „Guten Stube“ von früher entwickelt hat, die für Kinder verboten ist und nur zu „besonderen Anlässen“ genutzt wird. Dabei werde ich zunächst definieren, was in der Wohnsoziologie unter dem Begriff Wohnzimmer verstanden wird (1.) und auf die Größe (1.1), die Einrichtung (1.2) und die Funktion (1.3) dieses Raumes eingehen...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition des Wohnzimmers

1.1 Größe

1.2 Einrichtung

1.3 Funktion

2. Historische Wohnformen

2.1 Bäuerliche Lebensweise

2.2 Lebensweise der Handwerker

2.3 Heimarbeiterhaushalt

2.4 Bürgerlicher Haushalt

2.5 Proletarierhaushalt

3. Von der guten Stube zum Wohnzimmer

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Wohnzimmers vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, um zu analysieren, ob es sich heute um einen echten Gemeinschaftsraum handelt oder ob es eine Rückentwicklung zur rituell genutzten „guten Stube“ stattgefunden hat.

  • Soziologische Definition und Funktion des Wohnzimmers
  • Historische Einordnung verschiedener Wohnformen (Bauern, Handwerker, Bürgertum, Proletariat)
  • Wandel der Repräsentationsfunktion des Wohnraums
  • Einfluss moderner Medien und Kommunikation auf das Zusammenleben
  • Analyse des Wohnzimmers als Statussymbol versus Gemeinschaftsraum

Auszug aus dem Buch

1.2 Einrichtung

Die Repräsentationsfunktion des Wohnzimmers zeigt sich nicht nur in der Größe des Raumes, sondern auch in seiner teuren Einrichtung. Typische Möbelstücke, die bei kaum jemandem fehlen, sind eine Sitzgruppe, die aus Couch und Sesseln besteht, eine Schrankwand und ein Fernseher (vgl. Deutscher Werkbund 1979: 16).

In einer Umfrage zum Wohnen der Deutschen von Silbermann im Jahre 1989 gaben 80 % der Befragten an, dass der Wohn- und Essbereich der am meisten genutzte, der persönlichste und gleichzeitig auch der wichtigste Raum für sie sei (vgl. Silbermann 1991: 34). Drei Viertel davon sagten, dass im wichtigsten Raum Gardinen, ein Fernseher, Blumen und Hängelampen vorhanden seien (vgl. Silbermann 1991: 35).

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind natürlich von den finanziellen Mitteln abhängig, im Durchschnitt gaben die Befragten „für die Kompletteinrichtung des wichtigsten Raumes“ in 80 % der Fälle einen Betrag von 12 931,- DM aus (Silbermann 1991: 37). Wichtig ist auch noch, dass nur Wenige gebrauchte oder übernommene Möbel im Wohnzimmer stehen haben, denn 84 % der Interviewten haben den Großteil ihrer Einrichtungsgegenstände gekauft (vgl. ebd.). Bei der Möbelauswahl wird vor allem auf die „Art und Qualität im Hinblick auf die Funktion des Raumes“ geachtet, aber auch auf den eventuell bereits vorhandenen „Einrichtungsstil des Raumes“, den Preis und den „Geschmack und/oder die Nutzungsabsichten einer bestimmten Person“ (Silbermann 1991: 38).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Wohnsoziologie und die Fragestellung zur Entwicklung des Wohnzimmers.

1. Definition des Wohnzimmers: Analyse der räumlichen und funktionalen Aspekte des Wohnzimmers sowie dessen Bedeutung für die Selbstdarstellung.

2. Historische Wohnformen: Darstellung der verschiedenen Lebens- und Wohnverhältnisse von Bauern bis hin zum Proletariat in der Geschichte.

3. Von der guten Stube zum Wohnzimmer: Untersuchung des Wandels vom repräsentativen, rituellen Raum hin zum modernen, multifunktionalen Gemeinschaftsraum.

Schlüsselwörter

Wohnzimmer, gute Stube, Wohnsoziologie, Repräsentation, Wohnkultur, Industrialisierung, Familienleben, Gemeinschaftsraum, Privatsphäre, Statussymbol, Wohnform, Wohnungsbau, Soziologie, Lebensweise, Einrichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Untersuchung des Wohnzimmers und dessen Entwicklung von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Wohnräumen, historische Lebensformen, den Einfluss von sozialem Status auf die Einrichtung und die veränderte Funktion des Wohnzimmers durch Medieneinflüsse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob das moderne Wohnzimmer ein wirklicher Gemeinschaftsraum für die Familie ist oder ob es, ähnlich wie die „gute Stube“ früher, eher als ungenutzter Repräsentationsraum dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die soziologische Grundlagentexte und Umfragedaten zum Wohnverhalten heranzieht, um den historischen Wandel zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung unterschiedlicher Wohnformen wie die bäuerliche, handwerkliche, bürgerliche und proletarische Lebensweise und vergleicht diese mit modernen Wohnansprüchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wohnzimmer, gute Stube, Repräsentation, Lebensweise, Gemeinschaftsraum und Wohnkultur.

Welche Rolle spielt der Fernseher laut der Autorin?

Der Fernseher wird als zentrales Element identifiziert, das den Raum zwar belebt hat, aber auch dazu führt, dass die Familie sich zwar im selben Raum befindet, aber passiv vor dem Gerät statt miteinander zu interagieren.

Was schlägt die Autorin zur Verbesserung der Wohnsituation vor?

Sie plädiert dafür, den Wohnraum weniger als Statussymbol zur Beeindruckung von Gästen zu betrachten und stattdessen die Geselligkeit und das echte Zusammenleben wieder in den Mittelpunkt der Wohnraumgestaltung zu stellen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Immer rein in die gute Stube" - Die Entwicklung des Wohnzimmers vom 19. Jahrhundert bis heute
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Wohnsoziologisches Seminar: Wohnverhältnisse und Wohnkulturen
Note
gut
Autor
Sara Walden (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V31880
ISBN (eBook)
9783638327626
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Immer Stube Entwicklung Wohnzimmers Jahrhundert Wohnsoziologisches Seminar Wohnverhältnisse Wohnkulturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sara Walden (Autor:in), 2004, "Immer rein in die gute Stube" - Die Entwicklung des Wohnzimmers vom 19. Jahrhundert bis heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31880
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Leseprobe aus  18  Seiten
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