Seit der gezielten Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften, die Ende der 1950er Jahre begann, hat sich Deutschland von einem sogenannten Gastarbeiterland zu einem der bedeutendsten Einwanderungsländer der modernen Welt entwickelt. Dieser Wandel macht sich besonders im Schulsystem infolge der steigenden Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund bemerkbar. Laut des statistischen Bundesamtes hat mittlerweile jeder fünfte Schüler einen Migrationshintergrund.
Doch seitdem internationale Vergleichsstudien wie PISA und IGLU die mangelnde Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems empirisch belegt haben, werden von einigen Politikern vor allem Schüler(innen) mit Migrationshintergrund für dieses Ergebnis verantwortlich gemacht. In der Tat schneiden sie im deutschen Schulsystem zwar durchschnittlich schlechter ab als Schüler(innen) ohne Migrationshintergrund, doch muss sich die Frage gestellt werden, was die Ursache für diese Disparität ist. Werden Kinder aufgrund ihres Migrationshintergrundes im deutschen Schulsystem benachteiligt? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Definition: Migration
- Bildungsbeteiligung von Schüler(inne)n mit Migrationshintergrund
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit untersucht die Ursachen für die mangelnde Leistungsfähigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem. Sie analysiert die Ursachen für die Disparität im Bildungserfolg zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und hinterfragt, ob Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt werden.
- Definition des Begriffs "Migration" und "Kind mit Migrationshintergrund"
- Analyse der Bildungsbeteiligung von Schüler(inne)n mit Migrationshintergrund
- Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
- Bedeutung von vorschulischer Betreuung für Kinder mit Migrationshintergrund
- Untersuchung von Kompetenzunterschieden in der Grundschulzeit
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert den Hintergrund der Untersuchung. Sie beleuchtet die Entwicklung Deutschlands zu einem Einwanderungsland und den damit verbundenen Anstieg der Schüler(innen) mit Migrationshintergrund im Schulsystem. Außerdem wird die Forschungsfrage gestellt und der theoretische Ansatz der Arbeit erläutert.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Definition von "Migration" und "Kind mit Migrationshintergrund". Es zeigt die verschiedenen Definitionen des Begriffs "Migration" auf und stellt die Kriterien für die Zuweisung eines Migrationshintergrundes dar. Darüber hinaus werden die sozioökonomischen und soziokulturellen Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund betrachtet.
Im dritten Kapitel wird die Bildungsbeteiligung von Schüler(inne)n mit Migrationshintergrund untersucht. Es werden die Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu deutschen Mitschüler(inne)n analysiert und die Verteilung auf verschiedene Schulformen betrachtet. Außerdem werden die Ergebnisse von internationalen Vergleichsstudien wie PISA und IGLU herangezogen, um die soziale Ungleichheit im deutschen Schulsystem zu beleuchten.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Schulsystem, Leistungsunterschiede, soziale Ungleichheit, vorschulische Betreuung, Kindertagesstätte, Grundschule, PISA-Studie, IGLU-Studie.
Häufig gestellte Fragen
Werden Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem benachteiligt?
Statistiken zeigen, dass sie im Durchschnitt schlechtere Leistungen erzielen. Die Forschung untersucht, ob dies an institutioneller Benachteiligung oder an der sozialen Herkunft liegt.
Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft auf den Bildungserfolg?
In Deutschland ist der Schulerfolg stark an den sozioökonomischen Status der Eltern gekoppelt. Da viele Migrantenfamilien zur Unterschicht gehören, wirkt sich dies negativ aus.
Warum ist vorschulische Betreuung so wichtig?
Der Besuch einer Kindertagesstätte fördert die Sprachkompetenz und gleicht Startnachteile aus, was den Übergang in die Grundschule erheblich erleichtert.
Was zeigen PISA- und IGLU-Studien über Migrantenkinder?
Diese Studien belegen signifikante Kompetenzunterschiede in Lesen und Mathematik, die oft auf mangelnde individuelle Förderung im deutschen System hinweisen.
Wie definiert man ein "Kind mit Migrationshintergrund"?
Als solche gelten Kinder, die selbst zugewandert sind oder bei denen mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.
- Arbeit zitieren
- Mascha Matri (Autor:in), 2014, Migration und Bildungschancen. Werden Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem benachteiligt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318725