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Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung

Titel: Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung

Hausarbeit , 2016 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anna Mindlina (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Ausarbeitung soll erläutern, inwieweit sich die Gesellschaft mit ihren Ansichten über die Norm (normal) und Normabweichung (anormal) gewandelt hat, sie soll auch beantworten, ob behinderte Menschen tatsächlich eine Integration in die Gesellschaft oder deren Ausschluss erfahren. Ebenso ist zu beantworten, ob Integration in der heutigen Gesellschaft möglich geworden ist. Das Ergebnis der Forschungsfrage ist abhängig von den erzielten Erkenntnissen.

Innerhalb der Recherche zu dieser Ausarbeitung hat sich folgende Frage als Forschungsfrage herauskristallisiert: Wie ist Normalität im Kontext der Behindertenfeindlichkeit zu verstehen? Werden Menschen mit Behinderungen ‚normal‘ behandelt oder ist es ‚normal‘, ihnen mit Behindertenfeindlichkeit zu begegnen? Meine Leitfragen beziehen sich vor allem auf die Frage der Integration und Ausgrenzung, da Ausgrenzung einen Teil von Diskriminierung und Behindertenfeindlichkeit darstellt: Wie lassen sich Integration und Ausgrenzung im Rekurs auf die soziologischen Normalitätskonzeptionen deuten?

Das zweite Kapitel leitet im Besonderen in die Thematik der Behindertenfeindlichkeit ein. Hierbei bezieht sich die vorliegende Arbeit vor allem auf den Begriff der Normalität. Es ist vorab zu klären, was unter Norm und was unter Normabweichung zu verstehen ist. In diesem Zusammenhang geht die Arbeit auf das gängige Normalitätskonzept ein und betrachtet den Begriff der Normalität im Hinblick auf Integration und Ausgrenzung.

Der zweite wichtige Block im zweiten Kapitel setzt sich mit Behinderungen und dem Ausdruck „behinderter Mensch“ auseinander. An dieser Stelle erfolgt ein enges Arbeiten mit dem Buch „Soziologie der Behinderten. Eine Einführung“ von Günther Cloerkes. Zu Beginn steht die Klärung, was Cloerkes unter „Soziologie der Behinderten“ begreift; des Weiteren gilt es, das abweichende Verhalten in Bezug auf Behinderungen zu definieren. Ebenfalls befasst sich die Arbeit mit dem sozialen Problem Behinderung und dem Minoritätsansatz.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich insbesondere mit den Verhaltensweisen und dem Umgang Nicht-Behinderter gegenüber Behinderten. Hier besteht die Hoffnung auf die Möglichkeit des Rückschlusses hinsichtlich der Integration im Zusammenhang mit dem Verständnis über Normalität und Normalitätskonzepten.

Nicht zuletzt liegt der Fokus auf der Einbeziehung der Elternsicht zur Integration und auch auf dem Betrachten der Möglichkeiten der Integration behinderter Menschen in das Berufsleben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Normalität – Norm, Normabweichung und Normalitätskonzept

2.1 Norm und Normabweichung

2.2 Normalität – Integration oder Ausgrenzung?

2.3 Behinderung und „behinderter Mensch“ aus soziologischer Sicht oder „Soziologie der Behinderten“

2.4 Das soziale Problem: Behinderung und Minoritätsansatz

3. Zwischen Integration und Ausgrenzung

3.1 Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber behinderten Menschen

3.2 Wie äußert sich Behindertenfeindlichkeit?

3.3 Umgang mit Behinderungen

3.3.1 „Integration und Ausgrenzung aus Elternsicht“

3.3.2 Möglichkeiten der Integration von Behinderten in das Arbeitsleben

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Normalität im soziologischen Kontext und deren Einfluss auf die Integration bzw. Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob Menschen mit Behinderungen in der heutigen Gesellschaft tatsächlich als gleichwertige Individuen behandelt werden oder ob ihnen aufgrund von Normabweichungen mit systematischer Behindertenfeindlichkeit begegnet wird.

  • Soziologische Analyse von Normalitätskonzepten und Normabweichungen
  • Die Rolle des Minoritätsansatzes bei der Diskriminierung von Behinderten
  • Psychologische und normative Barrieren in der Begegnung mit behinderten Menschen
  • Integration und Ausgrenzung in Bildung und Arbeitswelt
  • Die Perspektive der Angehörigen am Beispiel von Eltern behinderter Kinder

Auszug aus dem Buch

3.2 Wie äußert sich Behindertenfeindlichkeit?

Rommelspacher (1999) stellt in ihrem Buch 13 acht relevante Thesen 14 zur Behindertenfeindlichkeit vor. Behindertenfeindlichkeit äußert sich nach Rommelspacher (1999) aufseiten der Nichtbehinderten vor allem auf folgende Weisen: Erstens durch De-Thematisierung, d. h., man bringt Behinderten gegenüber kein Interesse und keine Erwähnung entgegen. Zweitens durch die Überbetonung der Behinderung, man reduziert den Menschen lediglich auf seine Behinderung.

Drittens durch direkte Feindseligkeit in Form von Beleidigungen oder verächtlicher Mimik und Gestik. Viertens durch den Paternalismus, behinderte Menschen werden in die Opfer- und Hilfsbedürftigen-Rolle gedrängt, sie nehmen immer nur und geben nie. Fünftens durch die Vermeidung, Nichtbehinderte gehen den Menschen mit Behinderungen aus dem Weg. Sechstens durch die Projektion eigner Ängste und Konflikte auf Behinderte, um andere für das eigene Unbehagen verantwortlich zu machen. Siebtens durch Einstellungen, die behinderten Menschen nur einen geringen Anteil an Glück, Erfolg, Sexualität und Leben zugestehen. Die achte These besteht aus vier Unterpunkten, die mit der Betonung von Mehrheitsnormen zu tun haben. Zum einen die Autonomie, d. h., dass sich jeder um sich selbst zu sorgen hat. Des Weiteren die Effizienz und Leistungsfähigkeit: Alles muss ohne viel Aufwand und möglichst schnell vonstattengehen. Der dritte Unterpunkt ist der Ökonomismus, d. h., dass der Wert eines Menschen daran gemessen wird, was er kostet und was er einbringt. Und zuletzt der Punkt der Ästhetik; es erfolgt die Orientierung am gängigen Schönheitsideal; was attraktiv ist, ist auch wertig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob und wie Normalität im Kontext der Behindertenfeindlichkeit zu verstehen ist, und skizziert den soziologischen Analyserahmen.

2. Normalität – Norm, Normabweichung und Normalitätskonzept: Das Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen von Normalität und zeigt auf, wie durch Abweichungen vom "Standard-Menschen" Ausgrenzung generiert wird.

2.1 Norm und Normabweichung: Hier werden statistische Normen und Idealnormen definiert, um das Verständnis für das Phänomen Behinderung als Normabweichung zu schärfen.

2.2 Normalität – Integration oder Ausgrenzung?: Dieses Kapitel beleuchtet das Normalisierungskonzept und hinterfragt, ob eine tatsächliche Annäherung an gesellschaftliche Lebensformen möglich oder lediglich eine "Scheinintegration" ist.

2.3 Behinderung und „behinderter Mensch“ aus soziologischer Sicht oder „Soziologie der Behinderten“: Basierend auf Cloerkes wird Behinderung als Dauerhaftigkeit und Sichtbarkeit bei gleichzeitiger Zuteilung negativer Werte soziologisch definiert.

2.4 Das soziale Problem: Behinderung und Minoritätsansatz: Dieser Abschnitt analysiert das soziale Problem durch den Minoritätsansatz und verdeutlicht, wie durch Fremdzuschreibungen Behinderte als weniger wertvoll kategorisiert werden.

3. Zwischen Integration und Ausgrenzung: Dieses Hauptkapitel untersucht die konkreten zwischenmenschlichen Verhaltensweisen und die Schwierigkeit, Nichtbehinderte zur Akzeptanz zu bewegen.

3.1 Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber behinderten Menschen: Es wird dargelegt, wie psychologische Verdrängungsmechanismen und Ängste der Nichtbehinderten die Interaktion mit Menschen mit Behinderungen erschweren.

3.2 Wie äußert sich Behindertenfeindlichkeit?: Anhand von Rommelspachers Thesen werden acht Formen der Diskriminierung detailliert aufgezeigt, von der De-Thematisierung bis zum Paternalismus.

3.3 Umgang mit Behinderungen: Dieser Teil befasst sich mit den Anstrengungen zur Integration und der Kritik an bestehenden therapeutischen und sozialen Systemen.

3.3.1 „Integration und Ausgrenzung aus Elternsicht“: Anhand eines Praxisberichts werden die persönlichen Hürden und der Kampf um Anerkennung für ein schwerbehindertes Kind illustriert.

3.3.2 Möglichkeiten der Integration von Behinderten in das Arbeitsleben: Hier werden die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt und die Bedeutung von Werkstätten sowie gesetzlichen Förderungen thematisiert.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass eine vollständige Integration nur durch eine grundlegende Änderung der individuellen und gesellschaftlichen Einstellungen sowie politisches Engagement erreicht werden kann.

Schlüsselwörter

Normalität, Normabweichung, Behinderung, Behindertenfeindlichkeit, Integration, Ausgrenzung, Minoritätsansatz, Diskriminierung, Soziologie, Scheinintegration, Paternalismus, Leistungsgesellschaft, Inklusion, gesellschaftliche Normen, Arbeitswelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Konzepte von "Normalität" dazu führen, dass Menschen mit Behinderungen systematisch ausgegrenzt oder diskriminiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die soziologische Definition von Normalität, die Rolle des Minoritätsansatzes, die psychologischen Hintergründe von Behindertenfeindlichkeit sowie die Praxis von Integration in Bildung und Beruf.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu beantworten, ob Menschen mit Behinderungen heute in der Gesellschaft wirklich "normal" integriert werden oder ob sie aufgrund der gesellschaftlichen Erwartungshaltung dauerhaftem Ausschluss unterliegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Konzepte (u.a. von Luhmann, Cloerkes, Rommelspacher) sowie der Auswertung von Praxisberichten und statistischen Daten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Normalitätsbegriffs und die empirische bzw. erfahrungsbasierte Analyse der täglichen Ausgrenzungsmechanismen in der Begegnung zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Normabweichung", "Scheinintegration", "Paternalismus" und den "Minoritätsansatz" definiert.

Wie bewertet die Autorin die Situation von Eltern behinderter Kinder?

Die Autorin stellt durch das Beispiel der Familie Wimmer dar, dass Eltern oft doppelt kämpfen müssen: sowohl gegen strukturelle Barrieren der Gesellschaft als auch gegen Vorurteile in ihrem sozialen Umfeld.

Warum ist das "Leistungsprinzip" in unserer Gesellschaft ein Hindernis für die Integration?

Die Arbeit argumentiert, dass das heutige Verständnis von Normalität stark an Fitness, Gesundheit und wirtschaftlicher Verwertbarkeit orientiert ist, wodurch Menschen, die diese Leistungsvorgaben nicht erfüllen, gesellschaftlich abgewertet werden.

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Details

Titel
Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Anna Mindlina (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V317411
ISBN (eBook)
9783668168213
ISBN (Buch)
9783668168220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
behindertenfeindlichkeit normalität zwischen integration ausgrenzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Mindlina (Autor:in), 2016, Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317411
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Leseprobe aus  23  Seiten
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