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Die Optimalität einer hohen Verschuldungsquote für Banken

Title: Die Optimalität einer hohen Verschuldungsquote für Banken

Seminar Paper , 2015 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Arne Klar (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Das Ziel der Arbeit liegt in der Gegenüberstellung der Argumente, die für und gegen eine hohe Verschuldungsquote von Banken sprechen. Zunächst sollen – ausgehend vom MODIGLIANI-MILLER-Theorem – diverse Marktfriktionen vorgestellt werden, die einen Einfluss auf die Kapitalstruktur ausüben. Insbesondere wird das bei Banken ausgeprägte Phänomen der Überinvestition anhand der Optionspreistheorie dargestellt.

Den zweiten Teil der Arbeit bildet die Diskussion, ob nicht schon ein natürlicher Anreiz für eine hohe Verschuldungsquote existiert, der sich auch ohne etwaige Marktfriktionen begründen lässt. Hierzu wird die Grundidee des Modells von STULZ und die DEANGELO (2013) erörtert und im Anschluss kritisch hinterfragt. Den Schlussteil bildet eine allgemeine Diskussion der Thematik.

Das Argument der Banken, eine höhere Eigenkapitalquote schade der Wirtschaft, fußt bisweilen auf wenig überzeugenden Annahmen. Aus Sicht der Finanzierungstheorie unterscheidet die Banken im Grunde nichts von herkömmlichen Unternehmen. Sie sehen sich lediglich besonderen Friktionen ausgesetzt, die einen Einfluss auf die Verschuldungsquote ausüben.

Die Kapitalstrukturanalyse der Banken zeigt, dass insbesondere die staatlichen Subventionen ein Umfeld kreieren, das besondere Anreize zur Durchführung riskanter Projekte schafft. Solche Investitionen vermögen im günstigen Fall den Wert des Eigenkapitals zu steigern. Im ungünstigeren Kasus werden die Verluste auf die Fremdkapitalgeber beziehungsweise im Extremfall auf den Staat, ergo den Steuerzahler abgewälzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Eine Einführung in die Verschuldung von Banken

2 Die Banken in der Welt von Modigliani-Miller

2.1 Die Kapitalkosten auf vollkommenen Märkten

2.2 Die Eigenkapitalkosten von Banken

2.3 Der Einfluss von Marktfriktionen auf die Wahl der Kapitalstruktur

2.4 Übermäßige Risikobereitschaft

2.5 Eigenkapital als Call-Option

3 Das natürliche Streben nach Verschuldung

3.1 Die Banken als Liquiditätserzeuger

3.2 Das DeAngelo-Stulz-Modell

3.2.1 Theoretische Rahmenbedingungen

3.2.2 Die Optimale Kapitalstruktur

3.2.3 Kritische Betrachtung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomische Begründung für die exzessiv hohe Verschuldungsquote von Banken. Dabei wird hinterfragt, ob eine hohe Verschuldung tatsächlich eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit darstellt oder lediglich durch unzureichende Marktfriktionen und staatliche Anreize begünstigt wird.

  • Analyse der Kapitalstruktur von Banken unter den MM-Theoremen.
  • Untersuchung von Marktfriktionen wie Steuervorteilen und Insolvenzkosten.
  • Diskussion der übermäßigen Risikobereitschaft als Agency-Problem.
  • Kritische Würdigung des DeAngelo-Stulz-Modells zur Liquiditätserzeugung.
  • Bewertung staatlicher Subventionen und deren Einfluss auf das systemische Risiko.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Kritische Betrachtung

DEANGELO und STULZ erschaffen ein theoretisches Konstrukt, in dem Schulden keinerlei negative Auswirkungen haben und begründen darauf aufbauend den positiven Effekt derselben. Laut PFLEIDERER (2014) ist das vergleichbar mit einem Modell über die Auswirkungen von Alkohol, in dem es allerdings keine negative Auswirkung von Alkohol gibt: „To establish that high intake of alcohol is the natural (distortion free) result of human liquid - drink consumption, the model rules out liver disease, DUIs, health benefits, spousal abuse, job loss and all other distortionary factors. By positing these idealized conditions, the model obviously ignores some important determinants of human alcohol consumption in the real world. However, in contrast to the alcohol neutral framework – and generalizations that include only overconsumption - related distortions – it allows a meaningful role for humans as producers of that pleasant “buzz” one gets by consuming alcohol, and shows clearly that if one extends the alcohol neutral model to take that role into account, it is optimal for humans to be drinking all of their waking hours“.

Die Aussage, das Modigliani-Miller-Theorem finde keine Anwendung, sofern eine Liquiditätsprämie von Marktteilnehmern mit eingeschränktem Marktzugang gezahlt wird, ist kritisch zu hinterfragen. Das Theorem ist eindeutig nur unter der Annahme vollkommener Kapitalmärkte gültig und wird deshalb schon durch die Existenz des Marktes II verletzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Eine Einführung in die Verschuldung von Banken: Das Kapitel führt in die Kontroverse um die Eigenkapitalquoten von Banken ein und diskutiert die verschiedenen theoretischen Sichtweisen auf die Notwendigkeit von Kapitalpuffern.

2 Die Banken in der Welt von Modigliani-Miller: Hier wird analysiert, inwieweit klassische Kapitalstrukturtheorien auf Banken übertragbar sind und welche Rolle Marktfriktionen, Risikoübernahme und Optionspreismodelle spielen.

3 Das natürliche Streben nach Verschuldung: Dieser Abschnitt widmet sich der Hypothese, dass Banken als Liquiditätserzeuger eine natürliche Tendenz zur Verschuldung haben, und unterzieht das DeAngelo-Stulz-Modell einer intensiven kritischen Prüfung.

4 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Argumente für eine hohe Verschuldung und fordert eine Abkehr von Anreizstrukturen, die exzessives Risiko fördern.

Schlüsselwörter

Eigenkapitalquote, Verschuldung, Modigliani-Miller, Banken, Liquiditätserzeugung, Insolvenzkosten, Marktfriktionen, Risikobereitschaft, Agency-Theorie, Finanzkrise, Bank Run, Kapitalstruktur, DeAngelo-Stulz-Modell, Hebelwirkung, staatliche Subventionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, warum Banken im Vergleich zu anderen Unternehmen eine sehr hohe Verschuldungsquote aufweisen und ob dies eine optimale ökonomische Struktur darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Kapitalstrukturtheorie, der Einfluss von staatlichen Subventionen, die Rolle von Banken als Liquiditätserzeuger sowie die agency-theoretischen Probleme exzessiver Risikoübernahme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Pro- und Kontra-Argumente für hohe Verschuldungsquoten gegenüberzustellen und zu prüfen, ob die Begründungen der Banken einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf einer Literaturanalyse finanzwissenschaftlicher Standardmodelle (wie Modigliani-Miller) und einer kritischen Auseinandersetzung mit modernen Forschungsansätzen.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden zunächst Marktfriktionen und Optionspreismodelle analysiert, bevor das DeAngelo-Stulz-Modell als Erklärungsansatz für eine "natürliche" Verschuldung intensiv diskutiert wird.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das "Tax Shield", Agency-Kosten, Liquiditätsprämie, Insolvenzkosten sowie die Rolle der Banken als Intermediäre.

Warum kritisieren Sie das DeAngelo-Stulz-Modell als "realitätsfern"?

Das Modell wird kritisiert, weil es unter idealisierten Bedingungen arbeitet, in denen Schulden per se keine negativen Effekte (wie Insolvenzkosten oder Reputationsverluste) nach sich ziehen, was der Realität des Bankgeschäfts widerspricht.

Welche Rolle spielen staatliche Subventionen laut dem Autor?

Der Autor argumentiert, dass staatliche Subventionen und die implizite Einlagensicherung ein Umfeld schaffen, in dem Banken Anreize zur exzessiven Verschuldung erhalten, da sie die Risiken ihrer Investitionen auf die Öffentlichkeit abwälzen können.

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Details

Title
Die Optimalität einer hohen Verschuldungsquote für Banken
College
Martin Luther University
Course
Seminar Finanzwirtschaft
Grade
1,0
Author
Arne Klar (Author)
Publication Year
2015
Pages
24
Catalog Number
V316779
ISBN (eBook)
9783668160149
ISBN (Book)
9783668160156
Language
German
Tags
Finanzwirtschaft Banken Eigenkapitalregulierung Verschuldungsquote Corporate Banking Corporate Finance Finance Leverage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Klar (Author), 2015, Die Optimalität einer hohen Verschuldungsquote für Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316779
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