Sprachen sind das wichtigste Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation. In der Regel werden sie von Menschen unter Zuhilfenahme von Organen produziert und wahrgenommen. Doch nicht jedem Menschen ist es möglich Sprachen wahrzunehmen und in der Folge zu reproduzieren. Aus dieser Notwendigkeit entstand die Gebärdensprache, mit der es möglich ist, über Zeichen zu kommunizieren.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit zwei Sprachen des Deutschen, der Lautsprache und der Gebärdensprache. Dabei wird ein Fokus auf die Phonologie gelegt und letztendlich ein kontrastiver Vergleich hergestellt.
Im zweiten Kapitel wird auf die deutsche Lautsprache hinsichtlich der Produktion von Vokalen und Konsonanten näher eingegangen, wohingegen in Kapitel drei die manuellen und nichtmanuellen Komponenten einer Gebärde in der deutschen Gebärdensprache genauer betrachtet werden. Das vierte Kapitel liefert ausführliche Beschreibungen zur Phonologie, dem Phonem und der Minimalpaaranalyse und gibt so einen Einblick in phonologische Grundbegriffe. In Kapitel fünf werden die Phoneme der deutschen Laut- und Gebärdensprache untersucht indem die Minimalpaaranalyse angewandt wird. Abschließend erfolgt in einem Fazit eine Gegenüberstellung der deutschen Laut- und Gebärdensprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die deutsche Lautsprache
2.1 Vokale
2.2 Konsonanten
3. Die Deutsche Gebärdensprache
3.1 Manuelle Komponenten einer Gebärde
3.2 Nonmanuelle Komponenten einer Gebärde
4. Phonologische Grundbegriffe
4.1 Phonologie
4.2 Phonem
4.3 Minimalpaaranalyse
5. Phoneme in der deutschen Laut- und Gebärdensprache
5.1 Phoneme der deutschen Lautsprache
5.2 Phoneme der deutschen Gebärdensprache
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die phonologischen Strukturen der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache kontrastiv gegenüberzustellen und Gemeinsamkeiten in deren Funktionsweise aufzuzeigen.
- Phonologische Grundlagen und Definitionen
- Artikulation von Vokalen und Konsonanten in der Lautsprache
- Manuelle und nonmanuelle Parameter der Gebärdensprache
- Anwendung der Minimalpaaranalyse auf beide Sprachsysteme
- Gegenüberstellung des Phonemverständnisses in Laut- und Gebärdensprache
Auszug aus dem Buch
3.2 Nonmanuelle Komponenten einer Gebärde
Nonmanuelle Komponenten einer Gebärde sind sprachliche Informationen, die nicht mit den Händen gebildet werden. Sie werden allerdings in den meisten Fällen zeitgleich zu anderen Gebärden produziert. Hierzu zählen die Mimik, die Blickrichtung, die Kopf- und Oberkörperhaltung und die Mundbewegungen.
Einzelne Bewegungen der Gesichtsmuskulatur, besonders hervorgebracht durch Augen und Mund, lassen einen bestimmten Gesichtsausdruck entstehen und werden Mimik genannt. In Deutschland gibt es die nichtsprachliche Mimik und die sprachliche DGS-Mimik (Deutsche Gebärdensprachen Mimik). Die nichtsprachliche Mimik ist von den Kulturen der Menschen geprägt und nur wenige Gesichtsausdrücke, die durch Emotionen ausgelöst werden, sind universell (vgl. ebd, 69). So gehören lediglich Freude, Überraschung, Trauer, Wut, Angst und Ekel zu den sechs Basisemotionen (vgl. EKMAN, 1982, zit. In: PAPASPYROU/ VON MEYENN/ MATTHEI/ HERRMANN 2008, 69). Die Mimik übernimmt in der Deutschen Gebärdensprache weiterhin morphologische und pragmatische Funktionen. So kann zum Beispiel auf morphologischer Ebene, parallel zur Ausführung einer Gebärde, eine Mimik eine Information näher bestimmen, so dass aus der Gebärde ARBEITEN die Gebärde ARBEITEN-motiviert oder ARBEITEN-lustlos wird (vgl. PAPASPYROU/ VON MEYENN/ MATTHEI/ HERRMANN 2008, 71).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung zwischenmenschlicher Kommunikation und führt in das Thema des kontrastiven Vergleichs von Laut- und Gebärdensprache ein.
2. Die deutsche Lautsprache: Dieses Kapitel behandelt die physiologische Erzeugung von Lauten sowie die artikulatorische Klassifikation von Vokalen und Konsonanten.
3. Die Deutsche Gebärdensprache: Hier werden die manuellen Parameter (Handform, Stellung, Ort, Bewegung) und die nonmanuellen Komponenten (Mimik, Blick, Haltung) der Gebärdensprache erläutert.
4. Phonologische Grundbegriffe: In diesem Teil werden zentrale Begriffe wie Phonologie, Phonem, Allophon und Minimalpaar theoretisch definiert.
5. Phoneme in der deutschen Laut- und Gebärdensprache: Dieses Kapitel analysiert das Phoneminventar beider Sprachen mittels der Methode der Minimalpaaranalyse.
6. Fazit: Das Fazit stellt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Sprachen trotz unterschiedlicher Modalitäten auf phonologischer Ebene vergleichbare Strukturen aufweisen.
Schlüsselwörter
Phonologie, Phonem, Minimalpaaranalyse, Lautsprache, Gebärdensprache, Artikulation, Vokale, Konsonanten, manuelle Komponenten, nonmanuelle Komponenten, Mimik, Distinktive Merkmale, Sprachwissenschaft, Kommunikation, Kontrastiver Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den phonologischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Artikulation in der Lautsprache, der Aufbau von Gebärden, die phonologische Theoriebildung und deren Anwendung auf beide Sprachsysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der kontrastive Vergleich beider Sprachen, um zu belegen, dass die Begriffe Phonologie und Phonem auch für die Gebärdensprache gültig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Minimalpaaranalyse, um bedeutungsunterscheidende Einheiten in beiden Sprachen zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Phonetik und Phonologie sowie die Beschreibung der manuellen und nonmanuellen Parameter der Gebärdensprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Phonologie, Phonem, Minimalpaaranalyse, Artikulation und die manuelle/nonmanuelle Sprachproduktion.
Wie definiert die Arbeit ein Minimalpaar in der Gebärdensprache?
Ein Minimalpaar in der Gebärdensprache besteht aus Gebärden, die sich nur in einem einzigen Parameter (wie Handform oder Ausführungsstelle) unterscheiden und dadurch eine völlig andere Bedeutung erhalten.
Warum ist die Unterscheidung zwischen manuellen und nonmanuellen Komponenten wichtig?
Diese Unterscheidung ist essenziell, da Gebärdensprache visuell-manuell funktioniert und sowohl die Handzeichen als auch Begleitphänomene wie Mimik und Blickrichtung linguistische Informationen transportieren.
- Arbeit zitieren
- Maria Averkamp (Autor:in), 2014, Phonologie der deutschen Laut- und Gebärdensprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315311