Kindsmord als Motiv in der Literatur spielte vor allem in deutschsprachigen Texten des 18. Jahrhunderts eine große Rolle. Insbesondere unter den Autoren des „Sturm und Drang“ gab es kaum einen Schriftsteller, der sich nicht mit diesem Thema befasste. Innerhalb anderssprachiger Literaturen ist eine solche Konzentration nicht feststellbar. In Vorbereitung auf die vorliegende Arbeit, habe ich sowohl im Internet, als auch im Kindler Literaturlexikon und verschiedenen Motivlexika versucht fremdsprachige Texte zu finden, die sich mit diesem Thema befassen. Die Ausbeute ist sehr spärlich. Zum einen „Adam Bede“(1859) von George Eliot und „The Heart of Midlothian“ (1818) von Sir Walter Scott. Aus der deutschsprachigen Literatur werde ich mehrere Texte kurz behandeln, um auch in dieser Arbeit die Textvielfalt zu zeigen. Ich habe mich für folgende Texte entschieden „Des Pfarrers Tochter von Taubenhain“ (1775) von Gottfried August Bürger, „Die Kindermörderin“ (1776) von Heinrich Leopold Wagner, „Das Nusskernen“ (1776) von Maler Müller, „Ida“ (1777) von Anton M. A. Sprickmann, „Die Kindermörderin“ (1782) von Friedrich Schiller und „Faust I“ (1808) von Johann Wolfgang von Goethe. Ich möchte mich in der vorliegenden Hausarbeit damit befassen, wie das Thema in den einzelnen Texten behandelt wird und in wie weit die Autoren die realen Begebenheiten der Zeit mit einbeziehen. Zu Beginn werde ich einen kurzen sozial- und rechtsgeschichtlichen Abriss zum Kindsmorddelikt liefern. Im Anschluss werde ich die literarischen Texte beleuchten. Eckpunkte meiner Untersuchung werden die Darstellung der Frau, die Charakterisierung des Mannes, die Ursache und Ausführung der Tat, die Strafe und die Reaktion der Umwelt sein.
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt
- Einleitung
- Hauptteil
- Sozial- und rechtsgeschichtliche Aspekte des Kindsmordes
- Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert
- Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
- Kindsmord in der Literatur
- Die Kindsmörderinnen
- Die Verführer
- Die Tat und das Motiv
- Das Urteil und die Reaktion der Umwelt
- Sozial- und rechtsgeschichtliche Aspekte des Kindsmordes
- Schlussbemerkungen
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit analysiert das Motiv des Kindsmordes in literarischen Texten des 18. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie befasst sich mit der Darstellung des Themas in einzelnen Texten und untersucht, inwieweit die Autoren reale Begebenheiten ihrer Zeit mit einbezogen haben.
- Sozial- und rechtsgeschichtliche Aspekte des Kindsmordes
- Darstellung der Frau im Kontext des Kindsmordes
- Charakterisierung des Mannes im Kontext des Kindsmordes
- Ursachen und Ausführung der Tat
- Strafe und Reaktion der Umwelt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Kindsmordes als Motiv in der Literatur, insbesondere im 18. Jahrhundert. Sie stellt die ausgewählten Texte vor und gibt einen Überblick über die Forschungslage.
Der Hauptteil befasst sich zunächst mit den sozial- und rechtsgeschichtlichen Aspekten des Kindsmordes von der Antike bis ins 18. Jahrhundert. Anschließend werden die literarischen Texte beleuchtet, wobei die Darstellung der Frau, die Charakterisierung des Mannes, die Ursache und Ausführung der Tat, die Strafe und die Reaktion der Umwelt im Fokus stehen.
Die Schlussbemerkungen fassen die Ergebnisse der Arbeit zusammen und liefern einen Ausblick auf weitere Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Kindsmord, Literatur, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Frauendarstellung, Männlichkeit, Motiv, Tat, Strafe, Reaktion der Umwelt.
Häufig gestellte Fragen
Warum war Kindsmord ein so häufiges Thema in der Literatur des 18. Jahrhunderts?
Besonders Autoren des „Sturm und Drang“ griffen das Thema auf, um soziale Missstände, die Verzweiflung verführter Frauen und die unbarmherzige Rechtsprechung ihrer Zeit anzuprangern.
Welche bekannten Werke der deutschen Literatur behandeln den Kindsmord?
Zu den zentralen Texten gehören Goethes „Faust I“ (Gretchen-Tragödie), Schillers „Die Kindermörderin“ und Wagners gleichnamiges Drama sowie Bürgers Ballade „Des Pfarrers Tochter von Taubenhain“.
Gibt es das Motiv des Kindsmordes auch in der englischen Literatur?
Ja, wenn auch seltener als im Deutschen. Beispiele sind George Eliots „Adam Bede“ (1859) und Sir Walter Scotts „The Heart of Midlothian“ (1818).
Wie wurden die „Verführer“ in diesen literarischen Werken dargestellt?
Die Männer werden oft als verantwortungslose Verführer aus höheren sozialen Schichten charakterisiert, die die Frauen in ihrer Not im Stich lassen, was letztlich zur Verzweiflungstat führt.
Welche rechtshistorischen Aspekte spielen in den Erzählungen eine Rolle?
Die Literatur spiegelt die drakonischen Strafen der damaligen Zeit wider (oft die Todesstrafe) sowie die soziale Ächtung unehelicher Mütter, die kaum eine Überlebenschance für sich und ihr Kind sahen.
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- Jenny Maus (Author), 2004, Verführt - verlassen - verurteilt. Kindsmord als Motiv in der englischen und der deutschen Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31512