Wie begründet die Psychoanalyse die Entstehung von Essstörungen, insbesondere von Magersucht, in der weiblichen Adoleszenz? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die Therapie und Beratung ziehen und welche Präventionskonzepte lassen sich für die pädagogische Praxis ableiten?
Vorliegende Hausarbeit untersucht die Ätiologie der Magersucht basierend auf psychoanalytischen Erklärungsmodellen und arbeitet deren Relevanz für die pädagogische Arbeit der Prävention von Magersucht heraus.
Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch- Instituts (RKI), der von 2003 bis 2006 erstmals umfassende und bundesweit repräsentative Daten zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhoben hat, brachte alarmierende Ergebnisse. Mehr als ein Fünftel der Jugendlichen in Deutschland im Alter von 11 bis 17 Jahren zeigen demnach erste Symptome einer Essstörung und zum überwiegenden Teil sind junge Frauen von dieser Störung betroffen.
Vertreter*innen der Psychoanalytischen Pädagogik stellen sich in vielfältiger Weise der Aufgabe, den Erkenntnisschatz der Psychoanalyse auf die Pädagogik zu beziehen. Im Laufe der Zeit hat sich die Psychoanalytische Pädagogik einen großen Wissensvorrat angereichert, dessen Potential in vielfältiger Weise ausgeschöpft wird und in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Pädagogik zur Anwendung kommt.
Innerhalb der Psychoanalytischen Pädagogik kann Beratung und (Ess-)Suchtprävention mit dem Ziel der Förderung psychischer Gesundheit in Zusammenhang gebracht werden. Auf dieses Ziel verweist Figdor mit den Worten Freuds, der psychische Gesundheit als die „Fähigkeit eines Menschen, arbeiten, lieben und Glück erleben zu können“ (Figdor 2007) beschreibt.
Damit rückt im Überschneidungsbereich von Pädagogik und Psychoanalyse ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Die Suchtprävention im Rahmen von Essstörungen als Aufgabe der Pädagogik, verbunden mit psychischer Gesundheit als ein Ziel der psychoanalytisch-pädagogisch orientierten Erziehung.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung in den Themenbereich.
- Einleitung
- Abgrenzung Adoleszenz und Pubertät - Begriffsklärung..
- Essstörungen bei Mädchen in der Adoleszenz
- Essstörungen als Sucht
- Magersucht als eine Form von Essstörungen.
- Psychoanalytische Erklärungsansätze für Essstörungen bei Mädchen.
- Entstehung von Magersucht auf Grundlage der Triebtheorie
- Entstehung der Magersucht auf Grundlage der Objektbeziehungstheorie...
- Relevanz für die pädagogische Praxis.
- Hilfen zur Bewältigung der Magersucht..
- Beratung und Therapie magersüchtige Mädchen .......
- Beratung als Vorbereitung auf eine Therapie.....
- Mögliche Therapieansätze bei einer Magersucht........
- Mögliche Präventionsansätze von Magersucht auf Grundlage psychoanalytischer Erklärungsansätze
- Beratung und Therapie magersüchtige Mädchen .......
- Resümee und Beantwortung der Forschungsfrage
- Kritik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Essstörungen, insbesondere Magersucht, bei Mädchen in der Adoleszenz aus psychoanalytischer Perspektive. Ziel ist es, die psychoanalytischen Erklärungsmodelle für diese Thematik zu beleuchten und daraus resultierende Schlussfolgerungen für die Therapie, Beratung und Präventionsarbeit in der pädagogischen Praxis zu ziehen.
- Psychoanalytische Erklärungsansätze für Essstörungen bei Mädchen
- Relevanz von Essstörungen für die pädagogische Praxis
- Mögliche Therapie- und Beratungsansätze für magersüchtige Mädchen
- Entwicklung von Präventionskonzepten für Essstörungen in der Adoleszenz
- Bedeutung psychischer Gesundheit in der Adoleszenz
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird das Thema Essstörungen eingeführt und das Forschungsinteresse dargestellt. Das zweite Kapitel klärt die Begriffe Adoleszenz und Pubertät in Abgrenzung zueinander. Kapitel drei widmet sich der Essstörung Magersucht bei Mädchen während der Adoleszenz. Hier werden die Merkmale und Diagnosekriterien für Anorexia Nervosa beschrieben, die Erkrankung als Sucht identifiziert und psychoanalytische Erklärungsmodelle für die Entstehung von Magersucht beleuchtet. Abschließend wird die Relevanz dieser Modelle für die pädagogische Praxis herausgestellt. Kapitel vier behandelt wichtige Aspekte der Beratung und Therapie anorektischer Mädchen und leitet daraus Präventionskonzepte für die pädagogische Praxis ab.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Magersucht, Adoleszenz, Pubertät, Psychoanalyse, Triebtheorie, Objektbeziehungstheorie, pädagogische Praxis, Beratung, Therapie, Prävention, psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Wie erklärt die Psychoanalyse die Entstehung von Magersucht?
Die Arbeit nutzt Erklärungsmodelle der Triebtheorie und der Objektbeziehungstheorie, um Magersucht als Symptom tieferliegender psychischer Konflikte in der Adoleszenz zu deuten.
Was ist der Unterschied zwischen Adoleszenz und Pubertät?
Während die Pubertät primär die körperliche Geschlechtsreifung beschreibt, umfasst die Adoleszenz den gesamten psychosozialen Reifungsprozess vom Kind zum Erwachsenen.
Welche pädagogischen Präventionsansätze gibt es bei Essstörungen?
Präventionskonzepte zielen auf die Förderung der psychischen Gesundheit und die Stärkung der „Fähigkeit zu lieben und zu arbeiten“ ab, basierend auf psychoanalytisch-pädagogischen Erkenntnissen.
Wie verbreitet sind Essstörungen laut KiGGS-Studie?
Laut dem Robert Koch-Institut zeigen mehr als ein Fünftel der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren erste Symptome einer Essstörung, wobei Mädchen besonders betroffen sind.
Welche Rolle spielt die Beratung vor einer Therapie?
Beratung fungiert oft als Brücke und Vorbereitung, um betroffenen Mädchen den Zugang zu einer spezialisierten Therapie zu ermöglichen und erste Hilfe zu leisten.
Was versteht man unter psychoanalytischer Pädagogik?
Dies ist ein Ansatz, der Erkenntnisse der Psychoanalyse auf Erziehungs- und Bildungsprozesse anwendet, um psychische Dynamiken besser zu verstehen und pädagogisch zu intervenieren.
- Quote paper
- Sarah G. (Author), 2015, Magersucht in der weiblichen Adoleszenz. Ätiologie aus psychoanalytischer Sicht und pädagogische Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314817