Wie hoch sind die Kosten für die Abwicklung eines Kundenauftrages? Welche Kunden und Produkte erbringen auch nach Hinzurechnung der Leistungen des indirekten Bereiches noch einen positiven Deckungsbeitrag? Wie groß sind die Kosten für einen Beschaffungsvorgang bzw. von welchen Einflussgrößen hängen diese Kosten ab? Stecken in den Abläufen des Betriebes noch Optimierungspotentiale? Wie kann ein Unternehmen verursachungsgerechte innerbetriebliche Verrechnungspreise bilden, die allgemein Akzeptanz finden?
Eine moderne Kostenrechnung im Handel muss es ermöglichen, die oben gestellten Fragen zu beantworten und dem Management somit adäquate Informationen an die Hand zu geben, um den gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, ob die Prozesskostenrechnung in der Lage ist, diese Aufgaben zu erfüllen und wo ihre Stärken und Schwächen liegen.
Zunächst betrachten wir den Handel, wobei insbesondere die wesentlichen Merkmale dieses Wirtschaftszweiges, der Wandel der Kontextbedingungen der Branche und die dadurch veränderten Anforderungen an die Kostenrechnung erläutert werden. Anschließend werden die Grundlagen der Prozesskostenrechnung vor allem die theoretische Konzeption, die Funktionen und die Ziele dargestellt. Durch die isolierte Betrachtung der beiden Aspekte – Handel und Prozesskostenrechung - wird das theoretische Fundament und eine einheitliche Argumentationslogik geschaffen, um eine Analyse der Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung im Handel zu ermöglichen. Hierzu wird der induktive Weg gewählt, in dem zunächst am Modell eines Handelsunternehmens die Anwendungsmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung verdeutlicht werden. Im Anschluss wird ein Überblick über die in der Literatur anzufindende Darstellung der PKR im Handel gegeben. Zur abschließenden Beurteilung findet eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus der modelltheoretischen Betrachtung und den in den gemeinhin aufgeführten Argumenten statt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Aufbau der Arbeit
- Struktur und Entwicklungen des Handels und Auswirkungen auf die Kosten im Handel
- Der Handel – Grundbegriffe, Abgrenzung und wirtschaftliche Bedeutung
- Struktur und Entwicklungstrends des Handel
- Auswirkungen auf die Kostenstruktur
- Anforderungen an eine Kostenrechnung im Handel
- Grundlagen der Prozesskostenrechnung
- Entwicklung, Begriff und Ziele der Prozesskostenrechnung
- Konzeption der Prozesskostenrechnung
- Kritische Würdigung der Prozesskostenrechnung
- Darstellung der Prozesskostenrechnung im Handel am Beispiel eines Modellunternehmens
- Das Modell - Annahmen und Erläuterungen
- Modelltheoretische Betrachtung der Funktionen und Ziele
- Kostenverrechnung mit Hilfe der PKR
- Entscheidungsunterstützung bei Rationalisierungsmaßnahmen
- Verhaltenssteuerung mit Hilfe der Budgetierung und durch Verrechnungspreise
- Schlussfolgerungen aus der Modelluntersuchung
- Allgemeine Beurteilung der Prozesskostenrechnung im Handel
- Abschließende Beurteilung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung im Handel. Sie zielt darauf ab, die Funktionsweise und den Nutzen der Prozesskostenrechnung für Handelsunternehmen aufzuzeigen und deren Einsatzpotenzial zu bewerten.
- Struktur und Entwicklung des Handels
- Kostenstruktur im Handel
- Grundlagen der Prozesskostenrechnung
- Anwendung der Prozesskostenrechnung im Handel
- Bewertung der Prozesskostenrechnung im Handel
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit führt in die Problemstellung ein und erläutert den Aufbau der Diplomarbeit. Kapitel 2 beschreibt die Struktur und Entwicklungen des Handels sowie deren Auswirkungen auf die Kostenstruktur im Handel. Kapitel 3 behandelt die Grundlagen der Prozesskostenrechnung, einschließlich ihrer Entwicklung, ihres Begriffs und ihrer Ziele. Kapitel 4 analysiert die Anwendung der Prozesskostenrechnung im Handel anhand eines Modellunternehmens. Schließlich wird in Kapitel 5 eine allgemeine Beurteilung der Prozesskostenrechnung im Handel vorgenommen.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Handel, Kostenstruktur, Modellunternehmen, Entscheidungsunterstützung, Verhaltenssteuerung, Budgetierung, Verrechnungspreise
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Prozesskostenrechnung (PKR) im Handel?
Ziel ist es, die Kosten in indirekten Bereichen (wie Beschaffung oder Verwaltung) verursachungsgerecht auf Produkte und Kunden zu verteilen und Optimierungspotenziale in den Abläufen aufzudecken.
Warum reicht die klassische Kostenrechnung im Handel oft nicht aus?
Die klassische Rechnung arbeitet oft mit pauschalen Zuschlagssätzen, die der modernen Kostenstruktur mit hohen Gemeinkostenanteilen nicht mehr gerecht werden.
Wie unterstützt die PKR Rationalisierungsmaßnahmen?
Durch die Analyse von Teilprozessen und Kostentreiber (Cost Driver) wird sichtbar, welche Abläufe ineffizient sind und wo Kosten durch Prozessänderungen gespart werden können.
Was sind die Stärken der Prozesskostenrechnung?
Sie bietet eine höhere Transparenz über die Gemeinkosten, ermöglicht eine genauere Kalkulation von Kundenaufträgen und dient als Basis für ein prozessorientiertes Management.
Welche Kritikpunkte gibt es an der Prozesskostenrechnung?
Kritisiert werden oft der hohe Aufwand bei der Datenerhebung und die Schwierigkeit, geeignete Kostentreiber für komplexe Prozesse zu definieren.
- Quote paper
- Arne Warncke (Author), 2001, Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung im Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3146