In den späten 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts haben östliche Philosophien und Meditationspraktiken einen regelrechten Boom bei vielen, vor allem jungen Menschen in den Gesellschaften des Westens erlebt. Richtet man den Blick auf die USA und schaut sich die dortigen buddhistischen Strömungen einmal etwas genauer an, so wird man sehr bald feststellen, dass sich unter den Anhängern und Lehrern einiger Gruppierungen unerwartet viele Menschen mit einem jüdischen Hintergrund befinden.
Unerwartet wohl deshalb, weil sich Buddhismus und Judentum auch bei näherem Hinblick als zwei völlig verschiedene, Kultur prägende Religionen mit sich zum Teil ausschließenden Konzepten und Praktiken zeigen. Und doch scheint es eine Reihe von Berührungs- bzw. Ergänzungspunkten zu geben, die es diesen Menschen ermöglichen, „praktizierende Buddhisten und observante Juden“ (Sylvia Boorstein) zu sein .
Dieser Beitrag will der Frage nachgehen, was den Buddhismus in den USA gerade für Menschen mit einem jüdischen Hintergrund so außerordentlich attraktiv macht, und worin diese gemutmaßten Berührungs- bzw. Ergänzungspunkte bestehen könnten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zum Befund
- Zur Entwicklung des Phänomens
- JuBus - Ein amerikanisches Phänomen?
- Anstelle einer Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Beitrag untersucht die Gründe für die Attraktivität des Buddhismus in den USA, insbesondere für Menschen mit jüdischem Hintergrund. Er analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum und Buddhismus und versucht, zu verstehen, wie „JuBus“ diese vermeintlichen Gegensätze vereinbaren.
- Das Wachstum des Buddhismus in den USA und die Unterscheidung zwischen „ethnischen“ und „westlichen“ Buddhisten
- Die Schwierigkeit, die genaue Anzahl von „JuBus“ zu ermitteln
- Die scheinbar unvereinbaren Grundprinzipien von Judentum und Buddhismus: Monotheismus vs. Vielgötterglaube, Umgang mit der physischen Welt, spirituelle Zentren
- Die Frage, wie „JuBus“ die Differenzen zwischen Judentum und Buddhismus theoretisch und praktisch überwinden
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Der Beitrag stellt das Phänomen „JuBu“ vor und beleuchtet den Hintergrund des zunehmenden Interesses an östlichen Philosophien und Meditationspraktiken im Westen.
- Zum Befund: Dieses Kapitel analysiert die zwei Hauptgruppen von Buddhisten in den USA: „ethnische“ und „westliche“ Buddhisten. Es beleuchtet den Mangel an zuverlässigen Statistiken zum „JuBu“-Phänomen und zeigt die Schwierigkeit, die Anzahl der jüdischen Konvertiten zum Buddhismus zu beziffern.
- Zur Entwicklung des Phänomens: Der Abschnitt untersucht die Entstehung des „JuBu“-Phänomens und beleuchtet die Faktoren, die zum wachsenden Interesse von Juden an buddhistischen Lehren geführt haben.
- JuBus - Ein amerikanisches Phänomen?: Dieses Kapitel analysiert die kulturellen und religiösen Unterschiede zwischen Judentum und Buddhismus und stellt die Frage, wie „JuBus“ diese scheinbar unvereinbaren Konzepte in ihrem Leben integrieren.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen des Beitrags sind der Buddhismus in den USA, jüdische Konvertiten zum Buddhismus, „JuBu“-Phänomen, Religionswechsel, Judentum, Buddhismus, Vergleichende Religionswissenschaft, kulturelle und religiöse Identität, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Wer sind die sogenannten „JuBus“?
„JuBus“ sind Menschen mit jüdischem Hintergrund, die buddhistische Philosophien und Meditationspraktiken in ihr Leben integriert haben und sich oft als jüdische Buddhisten bezeichnen.
Warum ist der Buddhismus für Juden in den USA so attraktiv?
Die Arbeit untersucht Berührungs- und Ergänzungspunkte wie Meditationspraktiken, die eine spirituelle Tiefe bieten, die viele in ihrer traditionellen jüdischen Erziehung vermissen.
Gibt es fundamentale Unterschiede zwischen Judentum und Buddhismus?
Ja, die Konzepte unterscheiden sich stark, etwa beim Monotheismus des Judentums gegenüber dem eher atheistischen oder vielgöttergeprägten Charakter einiger buddhistischer Strömungen.
Ist das „JuBu“-Phänomen rein amerikanisch?
Obwohl es in den USA besonders ausgeprägt ist, wird die Frage untersucht, ob es sich um ein allgemeines westliches Phänomen der Identitätssuche handelt.
Wie viele „JuBus“ gibt es in den Vereinigten Staaten?
Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln, da Statistiken oft nur eine Religionszugehörigkeit erfassen und die Gruppe der „westlichen Buddhisten“ sehr heterogen ist.
- Arbeit zitieren
- Frank Drescher (Autor:in), 2008, Das Phänomen der Jewish Buddhists („JuBus“) in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314483