Die Fußball-Europameisterschaft (kurz EM) hat sich im Laufe der letzten fünfzig Jahre zu einem der größten Sportereignisse der Welt entwickelt. Mehr als zwei Milliarden Menschen verfolgten zuletzt die Spiele 2012 in Polen und der Ukraine. Ausgehend von einem Finalturnier 1960, an welchem vier Mannschaften teilnahmen, ist die EM heute zu einem mehrwöchigen Großereignis mit Umsätzen in Milliardenhöhe angewachsen. Damit ist die Europameisterschaft längst auch zu einem Wirtschaftsfaktor für alle Beteiligten geworden. Es locken hohe Einnahmen für die Tourismusindustrie und viel mediale Aufmerksamkeit für das Gastgeberland.
Einhergehend mit dem Wachstum des Teilnehmerfeldes und der Zuschauer wuchsen jedoch auch stetig die Anforderungen an den Ausrichter. Bei der EM 2016 in Frankreich werden erstmals zehn Spielstätten mit modernster Infrastruktur benötigt. Für den Gastgeber ergeben sich dadurch vorab riesige Investitionsbeträge. In Zeiten von Euro-Rettungsschirmen und wachsenden Krisenherden innerhalb Europas stellt sich jedoch immer wieder die Frage, welche Länder zukünftig noch den Anforderungen gerecht werden können und wollen. In diesem Umfeld präsentierte die UEFA für die EM 2020 erstmals die Idee einer länderübergreifenden Ausrichterschaft.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit diesem neuen Konzept der paneuropäischen Fußball-Europameisterschaft 2020, welche erstmals in dreizehn verschiedenen Ländern mit jeweils einer Host-City ausgetragen wird. Die Arbeit untersucht systematisch welche Interessen und Ziele die einzelnen Beteiligten an einem solchen Turnier haben und inwiefern diese mit dem bisherigen Turnierformat erreicht wurden. Anschließend werden die Unterschiede des neuen EM-Konzepts 2020 dem bisherigen gegenüber gestellt und die Vor-und Nachteile aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Am Ende soll die Untersuchung die Frage beantworten, inwiefern das EM-Konzept 2020 ein zukunftsfähiges Dauermodell darstellt, welches sowohl aus gesellschaftlicher als auch ökonomischer Sicht sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Abstract
- Abstract
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
- 1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit
- 1.3 Methoden der Erkenntnisgewinnung
- 2 Fußball in Europa
- 2.1 Der Zusammenschluss zu einem Kontinentalverband
- 2.1.1 Die Entstehung der europäischen Fußballunion
- 2.1.2 Die Mitgliedsverbände
- 2.1.3 Organisationsstruktur
- 2.1.4 Zweck und Aufgabe der UEFA
- 2.2 Die Fußball-Europameisterschaft
- 2.2.1 Die Anfangsjahre des Turniers
- 2.2.2 Das EM-Konzept ab 1996
- 3 Die Fußball-Europameisterschaft im 21. Jhd. – mehr als nur ein Fußballturnier
- 3.1 Die Interessensgruppen
- 3.2 Der Bewerbungs- und Auswahlprozess
- 3.3 Wachsende Anforderungen an den/die Gastgeber
- 3.3.1 Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit
- 3.3.2 Politische Rahmenbedingungen
- 3.3.3 Rechtliche Aspekte
- 3.3.4 Sicherheit
- 3.3.5 Spielstätten
- 3.3.6 Infrastruktur und Mobilität
- 3.3.7 Hospitality
- 3.4 Nutzenanalyse einer Europameisterschaft
- 3.4.1 Kurzfristiger Nutzen
- 3.4.1.1 Ausgaben
- 3.4.1.2 Einnahmen
- 3.4.1.3 Fazit der kurzfristigen Effekte
- 3.4.2 Langfristiger Nutzen
- 3.4.2.1 Langfristige volkswirtschaftliche Auswirkungen
- 3.4.2.2 Langfristige, qualitative Effekte
- 3.4.2.3 Fazit zu den langfristigen Effekten einer EM
- 4 Die Fußball-Europameisterschaft 2020
- 4.1 Konzept und Anforderungen
- 4.1.1 Spiele ohne Grenzen
- 4.1.2 Herausforderung Organisationskomitee
- 4.1.3 Regulatorische und organisatorische Anpassungen an das Konzept
- 4.1.4 Änderungen bezüglich der Anforderungen an den/die Gastgeber
- 4.2 Motive für die paneuropäische Endrunde
- 4.2.1 Sport und Politik – die EU als gelebte Union
- 4.2.1.1 Ziele der europäischen Integration
- 4.2.1.2 Die Rolle des Sports für die europäische Integration
- 4.2.2 Interessen der UEFA
- 4.3 Chancen und Risiken des paneuropäischen Konzepts
- 4.3.1 Kostenreduktion
- 4.3.1.1 Exkurs - Finanzlage Europas
- 4.3.1.2 Kostenminderung im Zuge der paneuropäischen EM
- 4.3.2 Chance für die kleinen Länder
- 4.3.3 Förderung kultureller Vielfalt/Stärkung des europäischen Gedanken
- 4.3.4 Perspektive der Fans
- 4.3.5 Umweltschutz/soziale Einrichtungen
- 4.3.6 Sponsoren und Medien
- 5 Conclusio
- 5.1 Limitationen der Arbeit
- 5.2 Schlusswort
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Die Masterarbeit analysiert das neue Konzept der paneuropäischen Fußball-Europameisterschaft 2020 und untersucht dessen Auswirkungen auf die verschiedenen Stakeholder. Sie befasst sich mit den Interessen und Zielen der beteiligten Parteien sowie den Chancen und Risiken des neuen Formats.
- Die europäische Integration im Kontext der Fußball-Europameisterschaft
- Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der paneuropäischen EM
- Die Herausforderungen der Organisation einer länderübergreifenden Großveranstaltung
- Die Interessen und Perspektiven der verschiedenen Stakeholder, wie z.B. UEFA, Nationalverbände, Gastgeberländer, Sponsoren und Fans
- Die Nachhaltigkeit des neuen EM-Konzepts im Hinblick auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Aspekte
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Kapitel 1: Einleitung - Die Masterarbeit führt in die Problemstellung und Zielsetzung ein, beschreibt den Aufbau und die Struktur der Arbeit und erläutert die verwendeten Methoden der Erkenntnisgewinnung.
- Kapitel 2: Fußball in Europa - Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der europäischen Fußballunion UEFA, die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft und die Veränderungen des Turniers im Laufe der Zeit.
- Kapitel 3: Die Fußball-Europameisterschaft im 21. Jhd. – mehr als nur ein Fußballturnier - Hier werden die verschiedenen Interessensgruppen vorgestellt, die im Zusammenhang mit der EM eine Rolle spielen. Außerdem werden die Anforderungen an die Gastgeberländer analysiert und die kurz- und langfristigen Nutzen einer Europameisterschaft untersucht.
- Kapitel 4: Die Fußball-Europameisterschaft 2020 - Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Konzept und den Anforderungen der paneuropäischen EM 2020, analysiert die Motive für dieses neue Format und beleuchtet die Chancen und Risiken, die damit verbunden sind.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen der paneuropäischen Fußball-Europameisterschaft 2020, darunter die europäische Integration, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Großveranstaltungen, die Interessen der verschiedenen Stakeholder und die Nachhaltigkeit des neuen Turnierformats. Wichtige Begriffe sind: UEFA, Nationalverbände, Gastgeberländer, Sponsoren, Fans, Fußball, Sport, Europa, Integration, Wirtschaft, Gesellschaft, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Besondere am Konzept der Fußball-EM 2020?
Es war eine paneuropäische Europameisterschaft, die nicht in einem oder zwei Ländern, sondern in 13 verschiedenen Städten über den gesamten Kontinent verteilt ausgetragen wurde.
Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgte die UEFA mit diesem Modell?
Ein Hauptziel war die Kostenreduktion für einzelne Gastgeberländer, da keine massiven Investitionen in zehn neue Stadien pro Land nötig waren, sondern bestehende Infrastrukturen genutzt wurden.
Wie fördert die EM 2020 den europäischen Gedanken?
Das Konzept sollte als Symbol für ein vereintes Europa dienen ("Spiele ohne Grenzen") und kulturelle Vielfalt durch die Einbindung vieler verschiedener Nationen als Gastgeber stärken.
Welche Risiken birgt eine länderübergreifende Großveranstaltung?
Zu den Herausforderungen gehören logistische Komplexität, unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen in den Austragungsländern, Sicherheitsaspekte und die hohe Reisebelastung für Fans.
Ist das paneuropäische Modell ein zukunftsfähiges Dauermodell?
Die Arbeit untersucht kritisch, ob dieses Format ökonomisch und gesellschaftlich nachhaltiger ist als die klassische Ausrichtung durch ein einzelnes Gastgeberland.
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- Robert Hesse (Author), 2015, Die Fußball EM 2020. Die paneuropäische Idee im Sinne eines vereinten Europa und wirtschaftlicher Vernunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313470