In dieser Hausarbeit möchte ich die Kompetenz beim Erstellen von Texten bei Kindern des dritten Schuljahres untersuchen. Zur Klassifikation dieser Texte habe ich das Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter gewählt.
2 Durchführung
Die beiliegenden Schülertexte wurden von Schülern1 des dritten Schuljahres während meines Orientierungspraktikums an der Katholischen Grundschule in Niederkassel-Mondorf verfasst. Als Grundlage dieser Texte diente die Bildergeschichte „Kunst schafft Gunst“ des Zeichners E.O. Plauen2. Die Geschichte handelt von einem Kind, das mit einem Tintenfass in der Hand über eine Teppichkante stolpert und deshalb versehentlich etwas Tinte auf den Teppich schüttet. Der dies beobachtende Vater schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und holt eine Rute, um sein Kind damit zu züchtigen. Seine Abwesenheit nutzt das Kind, um aus dem hässlichen Tintenfleck kleine Tiere auf dem Teppich zu malen. Als sein Vater zurückkommt, sieht er dem Treiben zuerst ratlos zu, bevor er ebenfalls beginnt, den Teppich zu bemalen. Mit Tinte gießt er eine große Schlange in die Mitte des Teppichs. Zum Schluss begutachten beide voller Zufriedenheit das gemeinsame Werk. Der Zorn des Vaters ist verflogen. Nach Absprache mit der Klassenlehrerin habe ich diese Bildergeschichte gewählt, da sie für die Schüler leicht verständlich ist. Die Handlung und besonders die Pointe sind leicht erkennbar und die Schüler können sich mit dem Geschehen identifizieren. Nahezu jeder war vermutlich in einer vergleichbaren Situation: Durch eine kleine Unachtsamkeit ist ein Schaden entstanden, aber trotzdem hat man es irgendwie geschafft, die zuerst wütenden Eltern wieder zu besänftigen.
1 Um einen besseren Lesefluss zu gewährleisten habe ich nur einen Genus benutzt, gemeint sind aber beide Geschlechter.
2 Plauen, E.O.: Vater und Sohn. Die letzten 50 Streiche und Abenteuer, Konstanz, 1982
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Durchführung
3 Das Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter
4 Schülertexte
4.1 Juliane (9;3)
4.2 Peter (9;2)
4.3 Elisabeth (9;7)
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Schreibkompetenz von Schülern des dritten Schuljahres anhand von selbst verfassten Texten zu einer Bildergeschichte zu untersuchen. Hierbei dient das Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter als theoretische Grundlage zur Klassifikation und Analyse der individuellen Texte.
- Analyse der Schreibkompetenz bei Grundschulkindern
- Anwendung des Schreibentwicklungsmodells nach Carl Bereiter
- Vergleich von Schülertexten unterschiedlicher Leistungsniveaus
- Untersuchung von Schreibstrategien und Adressatenorientierung
- Reflexion des Einflusses von Sprachstörungen und Motivation auf den Schreibprozess
Auszug aus dem Buch
3 Das Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter
Das hier dargestellte Modell der Schreibentwicklung von Carl Bereiter wurde 1980 veröffentlicht. In diesem Modell unterscheidet Carl Bereiter sechs verschiedene Fähigkeiten, die beim Schreiben identifiziert werden können. Diese sechs Fähigkeiten sind erstens, flüssig schreiben zu können, zweitens Ideen zu haben, die man schriftlich ausdrücken will, drittens sich Schreibkonventionen bewusst zu sein (im Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik), viertens sich dem zukünftigen Leser zuwenden zu können und sich dessen bewusst zu sein, fünftens Geschriebenes zu würdigen und kritisch zu betrachten, besonders auch die eigenen Texte. Hierbei soll der eigene Schreibstil ausgebildet und erkannt werden. Die sechste Fähigkeit ist schließlich, durch Schreiben die eigenen Gedanken zu reflektieren, also eine Kontiguität von Schreiben und Denken zu erreichen.
Jede dieser Fähigkeiten kann sich von den anderen unabhängig entwickeln. Von diesen Schreibfähigkeiten abhängig unterscheidet Bereiter fünf Schreibmodi. Ein höherer Modus wird immer dann erreicht, wenn eine neue Fähigkeit zu den bereits vorhandenen integriert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Vorhaben, die Schreibkompetenz von Drittklässlern mittels des Bereiter-Modells zu untersuchen.
2 Durchführung: Beschreibung der Rahmenbedingungen der Untersuchung, der verwendeten Bildergeschichte sowie der methodischen Vorgehensweise bei der Erstellung der Schülertexte.
3 Das Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter: Erläuterung der sechs Kernfähigkeiten und fünf Schreibmodi, die den theoretischen Rahmen für die Textanalyse bilden.
4 Schülertexte: Darstellung und detaillierte didaktische Auswertung dreier exemplarischer Schüleraufsätze vor dem Hintergrund des theoretischen Modells.
5 Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung, das die unterschiedlichen Leistungsniveaus innerhalb der adressatenbezogenen kommunikativen Schreibstufe hervorhebt.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Schreibentwicklungsmodell, Carl Bereiter, Grundschule, Drittklässler, Schreibmodi, Textanalyse, Kommunikatives Schreiben, Adressatenbezug, Sprachdidaktik, Schreibprozess, Performative Writing, Epistemic Writing, Assoziatives Schreiben, Bildgestütztes Schreiben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Schreibkompetenz von Schülern des dritten Schuljahres, indem ihre Aufsätze zu einer Bildergeschichte analysiert und nach dem Modell von Carl Bereiter klassifiziert werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der Schreibentwicklung, der praktischen Durchführung eines Schreibprojekts im Grundschulunterricht und der qualitativen Analyse individueller Schülertexte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Anwendung des Bereiter-Modells, um die unterschiedlichen Ausprägungen der Schreibfähigkeiten bei Kindern zu identifizieren und die Qualität ihrer Texte innerhalb bestimmter Entwicklungsstufen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirisch angeleitete Fallstudie, bei der Schülertexte unter Anwendung eines qualitativen kategorialen Rasters analysiert werden.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der methodischen Durchführung, die theoretische Herleitung des Schreibentwicklungsmodells sowie die detaillierte Einzelanalyse dreier ausgewählter Schülertexte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schreibkompetenz, Schreibentwicklungsmodell, Carl Bereiter, Textanalyse, Adressatenorientierung und Grundschuldidaktik.
Welche Rolle spielt die Bildergeschichte „Kunst schafft Gunst“?
Sie dient als strukturierender Impuls und inhaltliche Grundlage für das freie Schreiben der Schüler, um Vergleichbarkeit zwischen den Texten herzustellen.
Warum wird das Modell von Bereiter nicht als streng hierarchisch angesehen?
Die Analyse zeigt, dass Kinder bereits fortgeschrittene Fähigkeiten wie den Adressatenbezug zeigen können, während sie gleichzeitig noch rudimentäre Elemente assoziativen Schreibens oder Rechtschreibunsicherheiten aufweisen.
- Quote paper
- Simon Hink (Author), 2004, Kunst schafft Gunst - Schreibkompetenz bei Schülern des dritten Schuljahres klassifiziert nach dem Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31305