Der Holzbau hat in den mitteleuropäischen Breiten eine lange Tradition. Neben dieser alten handwerklichen Baukunst erscheinen Holzbauten heute in einem neuen modernen Erscheinungsbild. Besonders in den 90er Jahren erlebte der Holzbau unter dem Gesichtspunkt von Ökologie und Ökonomie eine Renaissance.
Durch die Technologisierung in der Planung und Holzbearbeitung und vieler Innovationen bei Holzwerkstoffe und Verbindungsmittel entwickelte sich dieser Baustoff zum anspruchsvollen Rohstoff für hochkomplexe Bauprojekte. Aber auch im klassischen Hausbau erobert Holz seine frühere Rolle zurück.
Neben Mauerwerk und Stahlbeton hat Holz im Bereich bei Wandkonstruktionen an Bedeutung gewonnen. Über die Zeit haben sich Wandkonstruktionen in
• der Massivholzbauweise
• des Fachwerkbaus
• der Holzrahmenbauweise / Holztafelbauweise
etabliert.
Die Holzbauarten besitzen typische Konstruktionsmerkmale, die sie charakterisieren. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile den anderen Holzbauarten gegenüber, aber auch den Massivbauweisen in Mauerwerk und Stahlbeton.
Besonders für Außenwände sind hohe statische, bauphysikalische und architektonische Anforderungen zu erfüllen. Statistiken belegen, dass bauliche Schäden vermehrt in diesen Bereich auftreten. Ein Aufzeigen der relevanten Einflüsse, die richtige Ausführung und möglicher Fehlerquellen sind in allen Bereichen der Herstellung bei Architekten, Bauingenieuren oder ausführenden Handwerkern notwendig. So können teure und unnötige Sanierungen vermieden werden und eine lange Bestandsdauer gewährleistet werden.
Dieses Buch soll einen Einblick in das Thema der Außenwandkonstruktionen geben. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der verschiedenen Holzbauwände.
Anhand der Geschichte des Holzbauhandwerkes und der -industrie sollen die Entwicklungstendenzen aufgezeigt werden. Die Anforderungen an Außenwandkonstruktionen im Allgemeinen und speziell an Holzbauwänden werden beleuchtet. Die gängigen Holzwandkonstruktionen werden daraufhin differenziert in ihrer Entstehung, ihren Arten, dem Aufbau und den Vor- und Nachteilen untersucht. Im Abschluss führt ein Vergleich mit Wandkonstruktionen des Stahlbeton- und Mauerwerkbaus zu einer abschließenden Bewertung des Wandbaustoffes Holz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung des Holzbaus
2.1 Früher Holzbau in Mitteleuropa
2.2 Der moderne Holzbau
3. Anforderungen an tragende Wände
3.1 Architektonische Gestaltung
3.2 Statische Tragfähigkeit
3.3 Bauphysikalische Anforderungen
3.3.1 Wärmeschutz
3.3.2 Feuchteschutz
3.3.3 Dichtheit
3.3.4 Schallschutz
3.3.5 Brandschutz
3.3.6 Holzschutz
3.4 Hygienische Aspekte
3.5 Ökologische Aspekte
3.6 Ökonomische Aspekte
4. Holzbauwände
4.1 Massivholzbau
4.1.1 Blockbau
4.1.2 Ständer-Bohlenbau
4.1.3 Moderne Massivholzbausysteme
4.1.4 Bauphysikalische Besonderheiten
4.2 Fachwerkbau
4.2.1 Fachwerkhölzer
4.2.2 Verbindungen
4.2.3 Ausfachungen
4.2.4 Bauphysikalische Besonderheiten
4.3 Holzrahmenbau / Holztafelbau
4.3.1 Holzrahmenbau
4.3.2 Holztafelbau
4.3.3 Charakteristik des Tragwerkes
4.3.4 Bauphysikalische Besonderheiten
4.3.5 Anschlussdetails
5. Massivwände in Mauerwerk und Stahlbeton
5.1 Mauerwerk
5.2 Stahlbeton
5.3 Massivbau-Wandkonstruktionen
6. Gegenüberstellung Holz – Mauerwerk - Stahlbeton
6.1 Architektonische Gestaltung
6.2 Statische Tragfähigkeit
6.3 Bauphysikalische Anforderungen
6.3.1 Wärmeschutz
6.3.2 Feuchteschutz
6.3.3 Luftdichtheit
6.3.4 Schallschutz
6.3.5 Brandschutz
6.4 Hygienische Aspekte
6.5 Ökologische Aspekte
6.5.1 Energiebilanz der Herstellung
6.5.2 Lokale Verfügbarkeit
6.5.3 Nachhaltigkeit der Baustoffe
6.5.4 Recycling / Entsorgung
6.6 Ökonomische Aspekte
6.6.1 Herstellungskosten
6.6.2 Laufende Kosten
7. Vergleich Holz - Mauerwerk - Stahlbeton
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht verschiedene Wandkonstruktionen im Holzbau hinsichtlich ihrer Anforderungen, Konstruktionsprinzipien und Bauausführung im Vergleich zu massiven Bauweisen wie Mauerwerk und Stahlbeton.
- Historische Entwicklung des Holzbaus in Mitteleuropa.
- Detaillierte Analyse der bautechnischen Anforderungen (statisch, bauphysikalisch).
- Untersuchung gängiger Holzbauweisen (Massivholzbau, Fachwerk, Holzrahmen-/Holztafelbau).
- Gegenüberstellung und ökonomischer sowie ökologischer Vergleich der Wandkonstruktionen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Holzbau hat in den mitteleuropäischen Breiten eine lange Tradition. Neben dieser alten handwerklichen Baukunst erscheint Holz heutzutage auch in einem neuen Erscheinungsbild. Besonders in den 90er Jahren erlebte der Holzbau unter dem Gesichtspunkt von Ökologie und Ökonomie eine „Renaissance“. In seiner Geschichte entwickelte sich Holz vom Baumaterial einfachster Unterkünfte zum anspruchsvollen Rohstoff für hochkomplexe Bauprojekte, wie z.B. das Expodach in Hannover.
Technologische Entwicklungen in Bereichen der Verbindungsmittel, der Holzwerkstoffe und dem zunehmenden EDV-Einsatz ermöglichen es diesen Baustoff in den vielseitigsten Baukonstruktionen einzusetzen. Neben großen Sport-, Schwimm- und Konzerthallen, Brückenkonstruktionen und ähnliches hat Holz auch im Bereich des klassischen Hausbaus an Prestige gewonnen. Verschiedene Konstruktionsweisen und Fertigungsmethoden erlauben dabei Variationen in Preis, Lebensdauer, Materialaufwand und Aussehen.
Subjektiv verbindet man Holz mit Begriffen wie warm, natürlich, behaglich und gesund. Neben diesen lassen sich weitaus objektivere Vorteile finden: Nachwachsender Rohstoff, CO2 speichernd, Geringer Energieaufwand, Leicht und energiesparend zu verarbeiten, Trockene Bauweise, Kurze Bauzeit durch Vorfertigung, Guter Wärmeschutz ist leicht zu erreichen, Vollständige Verwertung leicht zu erreichen; kein Abfall, Neue Holzwerkstoffe ermöglichen moderne Holzbauweise, Angenehmes Wohnklima, Wohnflächengewinnung durch relativ „dünne“ Außenbauteile, Wiederverwertbarkeit: stoffliches Recycling, Bauen auch ohne Holzschutzmittel möglich, Resistent gegen viele Chemikalien, Regional verfügbar, Problemlos entsorgbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Renaissance des Holzbaus unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sowie dessen Entwicklung vom einfachen Baumaterial zum modernen Rohstoff für komplexe Bauvorhaben.
2. Entwicklung des Holzbaus: Analysiert die historische Entwicklung von frühen Zelt- und Pfahlbauten über den Flechtwerkwandbau bis hin zu Block- und Fachwerkbauweisen.
3. Anforderungen an tragende Wände: Definiert die zentralen Kriterien für Außenwände, darunter architektonische, statische und bauphysikalische Anforderungen wie Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz.
4. Holzbauwände: Detailliert die verschiedenen Holzbauarten wie Massivholzbau, Fachwerkbau sowie Holzrahmen- und Holztafelbau und beleuchtet deren spezifische konstruktive Aufbauweisen.
5. Massivwände in Mauerwerk und Stahlbeton: Gibt einen Überblick über die Materialien Mauerwerk und Stahlbeton als alternative Massivbauweisen zu Holzkonstruktionen.
6. Gegenüberstellung Holz – Mauerwerk - Stahlbeton: Vergleicht die drei Bauweisen anhand von architektonischen, statischen, bauphysikalischen, ökologischen und ökonomischen Faktoren.
7. Vergleich Holz - Mauerwerk - Stahlbeton: Bewertet die Baustoffgruppen anhand von Kennzahlen und Einzeleigenschaften, um eine Entscheidungshilfe für die Wahl des geeigneten Wandbaustoffes zu bieten.
8. Fazit: Fasst das Potenzial von Holz als Baustoff der Zukunft zusammen und betont die Notwendigkeit einer fachgerechten Planung und Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Schlüsselwörter
Holzbau, Außenwandkonstruktion, Massivholzbau, Fachwerkbau, Holzrahmenbau, Holztafelbau, Bauphysik, Wärmeschutz, Tauwasserschutz, Schallschutz, Brandschutz, Holzschutz, Nachhaltigkeit, Mauerwerk, Stahlbeton.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich verschiedener Wandkonstruktionen im Holzbau, eingebettet in einen technischen Vergleich mit massiven Bauweisen wie Mauerwerk und Stahlbeton.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die bauphysikalischen Anforderungen an Außenwände, die konstruktiven Unterschiede verschiedener Holzbauweisen sowie ökologische und ökonomische Bewertungskriterien für Baustoffe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Einblick in moderne Außenwandkonstruktionen im Holzbau zu geben, deren Entstehung, Arten und Vor- bzw. Nachteile zu differenzieren und abschließend eine Bewertung gegenüber anderen Wandbaustoffen vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, den Vergleich technischer Normen (DIN) und die Auswertung bautechnischer Erkenntnisse zur Materialbeschaffenheit und Konstruktionsausführung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Anforderungen an Wände im Detail definiert, gängige Holzbausysteme (Blockbau, Fachwerk, Rahmen-/Tafelbau) strukturell untersucht und schließlich mit massiven Wandkonstruktionen aus Beton und Mauerwerk verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Holzbau, Bauphysik, Wärmeschutz, Holzschutz, Nachhaltigkeit sowie der Vergleich zwischen Holz, Mauerwerk und Stahlbeton hinsichtlich ihrer statischen und bauphysikalischen Eignung.
Warum ist der Tauwasserschutz im Holzbau besonders kritisch?
Da Holz ein feuchtesensibler Baustoff ist, führt Kondensationsfeuchtigkeit im Wandinneren leicht zu Schäden durch Pilzbefall oder Dämmungsverlust; daher sind bei Holzbauweisen spezielle konstruktive Maßnahmen wie Dampfbremsen oder diffusionsoffene Aufbauten essenziell.
Welchen Vorteil bietet die diffusionsoffene Bauweise im Holzbau?
Sie gilt als robuster, da eindringender Wasserdampf problemloser nach außen diffundieren kann und die Wandkonstruktion weniger anfällig für durch kleine Leckagen verursachte Feuchteschäden ist.
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- Torsten Gildemeister (Author), 2004, Wandkonstruktionen im Holzhausbau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31293