Zentraler Gegenstand der vorliegenden Arbeit wird eine kritische Analyse des instrumentellen Ansatzes sein, der einen Kausaleffekt zwischen Unternehmenskultur und konsistentem Verhalten der Mitarbeiter prognostiziert und damit letztlich eine Performancesteigerung des Unternehmens verargumentiert, um ihren Einsatz als funktionales „Managementtool“ zu rechtfertigen.
Die Leitfrage, die sich daraus ergibt und im folgenden beantwortet und diskutiert werden soll, lautet: Lässt sich eine Unternehmenskultur aktiv steuern?
Um der Analyse einschließlich der Fragestellung nachzugehen, werden eingangs die Begrifflichkeiten sowie die verschiedenen theoretischen Perspektiven von „Organisation“ und „Kultur“ jeweils erläutert und differenziert, sodass „Unternehmenskultur“ anschließend entsprechend verortet werden kann. In diesem Kontext wird darauffolgend kurz hergeleitet, warum die Kulturfrage mit den Jahren an Aufmerksamkeit gewinnt.
Als repräsentativer Auftakt in die managementtheoretische Unternehmenskulturthematik werden schließlich im dritten Kapitel die einschlägigen Werke von Peters & Waterman (1982) und Deal & Kennedy (1982) vorgestellt, die jeweils ihr Modell als vermeintlich erfolgsversprechendes ‚Kulturrezept’ propagieren. Dies dient als spätere Diskussionsgrundlage.
Im darauffolgenden Hauptteil der Arbeit wird, unter Bezug ausgewählter alternativer Ansätze, die sich von den eben benannten Beispielen abgrenzen, die Unternehmenskulturdiskussion soziologisch und anthropologisch eingefangen.
So sind die systemtheoretische Perspektive durch Niklas Luhmann (2000), die These der kulturellen Inkonsistenz von Ulrike Berger sowie Ann Swidlers (1968) handlungstheoretischer Denkrahmen eines kulturellen „Werkzeugkastens“ vertreten. Auch das Drei-Ebenen-Modell von Schein (1985) findet an der Stelle seine Berücksichtigung, allerdings nur als Schnittstelle, da es auf strategische Kulturveränderungen im Unternehmen ausgelegt ist, jedoch auch adäquate Grundtendenzen aufweist und somit Zugang schafft. Ziel dieser Abschlussarbeit ist es, mit Hilfe der vielfältigen Alternativansätze und einer daran anschließenden Diskussion, eine adäquate Antwort auf die Leitfrage sowie die anderen kritischen Punkte zu finden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffliche Grundlagen zum Phänomen Unternehmenskultur
- Der Organisationsbegriff
- Informale Regeln
- Der Kulturbegriff
- Der Normative Kulturbegriff
- Der totalitätsorientiere Kulturbegriff
- Der differenztheoretische Kulturbegriff
- Der bedeutungs- und wissensorientierte Kulturbegriff
- Eine Einordnung: Kultur im Kontext der ökonomischen Organisation
- Unternehmenskultur und Management
- Peters & Waterman: Auf der Suche nach Spitzenleistungen
- Deal & Kennedy: The Rites and Rituals of Corporate Life
- Ausgewählte kritische Ansätze
- Edgar Schein – Das Drei-Ebenen-Modell der Unternehmenskultur
- Systemtheoretisch Luhmann – Unentscheidbare Entscheidungsprämissen
- Ulrike Berger - Der Mythos der kulturellen Integration
- Ann Swidler - Culture as a tool kit
- Diskussion
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Abschlussarbeit befasst sich kritisch mit dem Konzept der Unternehmenskultur und untersucht die Frage, ob diese aktiv gesteuert werden kann. Sie beleuchtet verschiedene theoretische Perspektiven auf die Organisation und Kultur, um eine fundierte Einordnung des Begriffs der Unternehmenskultur zu ermöglichen.
- Analyse verschiedener theoretischer Ansätze zur Unternehmenskultur
- Kritik am instrumentellen Ansatz des Kulturmanagements
- Bedeutung der Kultur im Kontext der ökonomischen Organisation
- Einfluss von Kultur auf das Verhalten von Mitarbeitern und die Leistung des Unternehmens
- Relevanz von Kultur für die Gestaltung und Steuerung von Organisationen
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird die Einleitung zur Arbeit vorgestellt und die Forschungsfrage formuliert: Lässt sich eine Unternehmenskultur aktiv steuern? Im zweiten Kapitel werden die Begrifflichkeiten sowie die verschiedenen theoretischen Perspektiven von „Organisation“ und „Kultur“ jeweils erläutert und differenziert, sodass „Unternehmenskultur“ anschließend entsprechend verortet werden kann. Im dritten Kapitel werden die einschlägigen Werke von Peters & Waterman (1982) und Deal & Kennedy (1982) vorgestellt, die jeweils ihr Modell als vermeintlich erfolgsversprechendes ,Kulturrezept' propagieren.
Das vierte Kapitel präsentiert verschiedene kritische Ansätze zur Unternehmenskultur. Es werden die systemtheoretische Perspektive durch Niklas Luhmann (2000), die These der kulturellen Inkonsistenz von Ulrike Berger sowie Ann Swidlers (1968) handlungstheoretischer Denkrahmen eines kulturellen „Werkzeugkastens“ vorgestellt. Auch das Drei-Ebenen-Modell von Schein (1985) findet an der Stelle seine Berücksichtigung, allerdings nur als Schnittstelle, da es auf strategische Kulturveränderungen im Unternehmen ausgelegt ist, jedoch auch adäquate Grundtendenzen aufweist und somit Zugang schafft.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Kulturmanagement, Organisation, Kulturbegriff, instrumenteller Ansatz, systemtheoretische Perspektive, kulturelle Inkonsistenz, Kultur als Werkzeugkasten, Drei-Ebenen-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Lässt sich eine Unternehmenskultur aktiv steuern?
Die Arbeit untersucht kritisch, ob Kultur als instrumentelles Managementtool zur Performancesteigerung eingesetzt werden kann oder ob sie soziologischen und anthropologischen Eigendynamiken unterliegt, die einer direkten Steuerung entgegenstehen.
Was ist der instrumentelle Ansatz der Unternehmenskultur?
Der instrumentelle Ansatz prognostiziert einen Kausaleffekt zwischen der Unternehmenskultur und dem Verhalten der Mitarbeiter, um durch gezielte Gestaltung der Kultur die Unternehmensleistung zu erhöhen.
Welche Rolle spielt das Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein?
Scheins Modell dient als Schnittstelle, da es einerseits auf strategische Kulturveränderungen ausgelegt ist, andererseits aber tiefere Ebenen der Kultur berücksichtigt, die über oberflächliche Symbole hinausgehen.
Was versteht Ann Swidler unter Kultur als „Werkzeugkasten“?
Ann Swidler betrachtet Kultur als einen handlungstheoretischen Denkrahmen bzw. „tool kit“, aus dem Akteure verschiedene Ressourcen entnehmen, um ihr Verhalten zu organisieren.
Wie betrachtet Niklas Luhmann die Unternehmenskultur?
Luhmann analysiert die Unternehmenskultur aus einer systemtheoretischen Perspektive als Geflecht unentscheidbarer Entscheidungsprämissen, die innerhalb der Organisation wirken.
Welche Bedeutung haben Peters & Waterman in der Theorie?
Sie stehen für den repräsentativen Auftakt der managementtheoretischen Diskussion und propagierten in den 1980er Jahren vermeintlich erfolgsversprechende „Kulturrezepte“ für Spitzenleistungen.
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- Insa Genausch (Author), 2015, Unternehmenskultur und Management. Ausgewählte kritische Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311389